07.06.2016 | Ernst & Young Real Estate

Anlagetrends Assekuranz: Büroinvestments verdrängen Einzelhandelsobjekte

Bei den Nutzungsarten geht der Trend zur Büroimmobilie, wie 75 Prozent der Befragten angaben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Deutsche Versicherungen legen verstärkt in Immobilien an: Die Immobilienquote ist von 7,6 Prozent im Jahr 2015 auf aktuell 9,3 Prozent gestiegen. Das ist ein Ergebnis des Real Estate Trendbarometers Assekuranz 2016 von EY Real Estate. Bei den Nutzungsarten geht der Trend zur Büroimmobilie, wie 75 Prozent der Befragten angaben; 2015 waren es nur 35 Prozent. Die lange favorisierte Einzelhandelsimmobilie hat an Attraktivität eingebüßt.

Während sich die räumlichen Präferenzen kaum verändert haben - Deutschland und Europa sind die begehrtesten Investitionsregionen -, hat die Risikobereitschaft weiter zugenommen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Bedeutung von Core-Plus-Objekten weiter zugenommen, die nun zur favorisierten Risikoklasse der Assekuranz aufgestiegen sind. Auch das Interesse an Value-Added-Investitionen ist im Vergleich zum letzten Jahr stark gestiegen. "Mehrheitlich setzen Versicherungsunternehmen aber weiterhin auf sichere Immobilien", sagt Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate und verantwortlich für die Studie. "Aber die Schere schließt sich langsam, und zwar von oben." Das Interesse an sicherheitsorientierten Investments sei weiterhin hoch, jedoch geringer als im letzten Jahr.

Projektentwicklungen im Trend

Projektentwicklungen seien über längere Zeit mehr oder weniger ein Tabu gewesen, so Fischer, da sie mit Fertigstellungs- und Vermietungsrisiken verbunden seien. "Heute werden Projektentwicklungen teilweise schon vor der Baugenehmigung veräußert", sagt er.

Durch zusätzliche Maßnahmen würden die Risiken kontrolliert. Die Käufer sicherten sich etwa durch intensives Baucontrolling ab. Dies bestätigen auch die Umfrageergebnisse: 45 Prozent der Befragten favorisieren Projektentwicklungen als Investment. Dass die Risikobereitschaft auch beim Ankauf bereits fertiggestellter Objekte klare Grenzen hat, zeigt ein anderes Ergebnis: Immobilien in B- und C-Lagen lehnen die Befragten mehrheitlich ab.

Suche nach Nischen

Bei den indirekten Anlagen dominieren gegenwärtig vor allem offene Immobilien-Spezialfonds und geschlossene Fonds. Auch die Finanzierung von Immobilien für Dritte ist weiterhin eine Alternative - Real Estate Debt Funds stehen bei 20 Prozent der befragten Unternehmen auf dem Einkaufszettel.

"Die Unternehmen suchen nach Nischen, in denen sie die Sicherheit von Immobilien finden und zugleich wieder etwas höhere Renditen. Viele denken hier beispielsweise an Infrastrukturinvestments", so Fischer. Zwar planen nur 30 Prozent der Unternehmen Zukäufe in diesem Bereich, aber sieben von zehn Unternehmen beschäftigen sich nach eigenen Angaben mit dem Thema.

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Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Studie, Einzelhandelsimmobilie

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