03.07.2013 | Jones Lang LaSalle

Büronutzer bleiben zögerlich bei Neuanmietungen

Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft macht Unternehmen vorsichtig bei Büroanmietungen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Während Core-Immobillien weiter im Fokus der Investoren stehen, sind Aktionen auf den Vermietungsmärkten eher verhalten. Laut Jones Lang LaSalle sind Nutzer bei neuen Vertragsabschlüssen zögerlich, da die langfristige Geschäftsentwicklung der Unternehmen zunehmend unsicher sei.

Nach einem starken Jahresauftakt in den ersten drei Monaten (7,1 Mrd. Euro) verloren die Aktivitäten am deutschen Investmentmarkt zunächst an Dynamik. Insbesondere durch eine Vielzahl an Abschlüssen im Juni wurden dann noch für das zweite Quartal rund sechs Milliarden Euro erreicht.

"Das Transaktionsvolumen in Höhe von 13,1 Milliarden Euro für das erste Halbjahr, ein Plus von 37 Prozent, zeigt die nach wie vor vorhandene Attraktivität Deutschlands als Immobilien-Investment-Destination", so Timo Tschammler, Mitglied im Management Board Jones Lang LaSalle Deutschland. Man beobachte auch ein nachhaltiges Interesse ausländischer Investoren an größeren Objekt- oder Portfoliovolumina.

Büro-Vermietungsmarkt: verbessert, aber weiter verhalten

Gegenüber dem relativ schwachen Ergebnis zum Jahresauftakt wurde im zweiten Quartal mit rund 770.000 Quadratmetern ein Plus von knapp 31 Prozent notiert. Für das gesamte Halbjahr 2013 kumulierte sich das Umsatzvolumen auf 1,36 Millionen Quadratmeter, der Jahresvergleich weist damit ein Minus von elf Prozent auf. Der Rückgang  hat sich demzufolge im zweiten Quartal um zehn Prozentpunkte verringert.

Neben einer Vielzahl von Eigennutzerumsätzen in den Monaten April bis Ende Juni, und damit ein Anstieg für das gesamte Halbjahr auf 159.000 Quadratmeter, haben auch Vermietungen zum Rückgang des Rückgangs beigetragen. Dennoch sind die Anmietungsaktivitäten insgesamt als verhalten zu beurteilen. "Wir registrieren  bei uns nach wie vor eine rege Nachfrage von Mietinteressenten, die aber nicht fündig werden", so Tschammler. Ein erhöhter Anspruch der Nutzer an die Flächenqualität, die Ausstattung und die Lage verringere oftmals die Möglichkeiten an Flächenoptionen. Hinzu komme eine erhöhte Preissensibilität. "In der Folge führen diese Kriterien zu einer Verzögerung der Entscheidungsprozesse", so Tschammler.

Nachdem der Bürovermietungsmarkt der sieben Immobilienhochburgen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München 2012 noch von einer relativ hohen Nettoabsorption in einer Größenordnung von rund einer Million Quadratmeter geprägt war, rechnet Jones Lang LaSalle in Anbetracht einer rückläufigen Expansionstätigkeit der Nutzer in diesem Jahr mit einer Halbierung auf rund 500.000 Quadratmeter. Die Nettoabsorption bewegte sich für die Big 7 im ersten Halbjahr bei insgesamt nur 206.000 Quadratmetern.

Hamburg und München mit höchstem Flächenumsatz

Im Vorquartal lagen im 12-Monatsvergleich mit Hamburg und München noch zwei Hochburgen im Umsatzplus. Zur Jahresmitte kann nur Düsseldorf (+ 3%) mit einem positiven Vergleichswert punkten. München bleibt der Markt mit dem höchsten Umsatzvolumen: mit 330.000 Quadratmetern fällt der Rückgang im Jahresvergleich (- 2 %) moderat aus. Im zweistelligen Bereich bewegen sich dagegen die Rückgänge in vier der sieben Immobilienhochburgen. Die Statistik führt Frankfurt an. Trotz der Anmietung von 46.000 Quadratmetern durch die Commerzbank reichte es in den ersten sechs Monaten nur zu insgesamt 203.000 Quadratmetern, entsprechend einem Minus von 23 Prozent. Berlins Umsatzrückgang bewegt sich bei 21 Prozent (H1 2013:  218.000 m²), für Stuttgart und Köln sind knapp - 13 Prozent beziehungsweise - 10 Prozent zu konstatieren.

Spitzenmietpreisindex auf höchstem Stand seit Ende 2002

Der Spitzenmietpreisindex als Aggregat über alle sieben Hochburgen steht zur Jahresmitte bei 171,36 Punkten (1987=100). Damit erreichte der Index den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2002. Im Jahresvergleich ist der Mietpreisindex damit um 2,3 Prozent angestiegen. Das Plus fällt in Düsseldorf mit zehn Prozent auf jetzt 27,50 Euro/m²/Monat am deutlichsten aus. Ein entsprechendes Angebot an hochwertigen und nachfrageadäquaten Neubauflächen gepaart mit einer Nutzerklientel, die bereit sind, diese Mieten auch zu bezahlen, führte letztendlich zu diesem kräftigen Anstieg.

In den übrigen sechs Immobilienhochburgen blieb die Spitzenmiete im Vergleich zum Vorquartal in allen Städten stabil. Bis Ende des Jahres erwartet Jones Lang LaSalle in Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart leichte Mietpreisanstiege.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Büroimmobilie

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