In keiner deutschen Großstadt haben sie die Büromieten dynamischer entwickelt als in der Bankenmetropole Frankfurt Bild: Corbis

Die Büromieten in Deutschland sind laut Corpus Sireo im zweiten Halbjahr 2017 im Vergleich zur Jahresmitte noch einmal gestiegen: In den sieben Top-Metropolen mit plus 3,8 Prozent mehr als doppelt so stark wie in den 19 untersuchten B-Städten (plus 1,6 Prozent). Das stärkste Mietwachstum unter den Big 7 verzeichnete Frankfurt am Main. Die dynamischste B-Stadt ist Kiel. Die Studie "Germany 21: Regionaler Büromarktindex" wurde im Rahmen der Mipim vorgestellt.

Die Frankfurter Mieten lagen demnach zum Jahresende bei 16,73 Euro pro Quadratmeter, das entspricht einem Anstieg von 8,3 Prozent im untersuchten Zeitraum. Im Durchschnitt der sieben deutschen Immobilienhochburgen stiegen die Mieten auf 14,51 Euro pro Quadratmeter. In Berlin (Platz zwei) machte Corpus ein Plus von 5,3 Prozent auf 14,50 Euro pro Quadratmeter aus, in München um fünf Prozent auf 17,64 Euro pro Quadratmeter.

In Hamburg und Köln haben die Mieten in der zweiten Jahreshälfte zwar um 2,8 beziehungsweise 1,8 Prozent angezogen, die Dynamik blieb jedoch unterdurchschnittlich. Die Angebotsmieten in Stuttgart (minus 1,3 Prozent; 12,03 Euro) und in Düsseldorf (minus 0,9 Prozent; 12,08 Euro) gerieten leicht unter Druck.

Insgesamt war dies das stärkste zweite Halbjahr für die Top 7 seit dem Start des Büromarktindex im ersten Quartal 2008. Auf das Gesamtjahr 2017 betrachtet sind die Mieten an den sieben Top-Büromärkten im Durchschnitt um sechs Prozent gestiegen. Dabei hat Corpus Sireo zufolge vor allem das Spitzensegment das Mietniveau nach oben getrieben. Laut IVD erzielten Büroflächen mit einfacher Ausstattung das stärkste Mietwachstum.

B-Standorte: Deutlicher Anstieg der Altbaumieten

An den untersuchten B-Standorten Augsburg, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dresden, Dortmund, Essen, Freiburg, Hannover, Karlsruhe, Kiel, Leipzig, Mainz, Mannheim, Münster, Nürnberg, Potsdam, Regensburg und Wiesbaden lagen die durchschnittlichen Angebotsmieten zum Jahresende 2017 bei 8,87 Euro pro Quadratmeter – damit fiel das Mietwachstum in den B-Städten in der zweiten Jahreshälfte 2017 etwas geringer aus als in den ersten beiden Quartalen (plus 1,9 Prozent).

Einen überdurchschnittlichen Anstieg der Mieten registrierte Corpus Sireo bei Altbauten: Im Durchschnitt zogen sie um 4,9 Prozent auf 8,64 Euro pro Quadratmeter an im vierten Quartal 2017. Vor allem Flächen im gehobenen und im Top-Segment legten zu. Die Einstiegsmiete verharrte im Vergleich zur Jahresmitte 2017 unverändert bei fünf Euro pro Quadratmeter.

Für hochwertige Flächen in Innenstadtlagen mussten Ende des Jahres elf Euro pro Quadratmeter bezahlt werden, das sind knapp sechs Prozent mehr als sechs Monate zuvor.

Die Angebotsmiete für Neubauten ist in den 19 Regionalzentren in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf dem Niveau der ersten beiden Quartale geblieben: Im Schnitt kostete der Quadratmeter 12,23 Euro – ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Im unteren Preissegment waren die Mieten mit 8,20 Euro pro Quadratmeter nochmals günstiger als zur Jahresmitte (minus 3,6 Prozent). Hochwertige Flächen legten von 14,30 Euro pro Quadratmeter auf 15 Euro pro Quadratmeter zu.

Norddeutschland: Büromarkt Kiel Spitzenreiter im B-Segment

In den norddeutschen Landeshauptstädten haben die Angebotsmieten Corpus Sireo zufolge im zweiten Halbjahr 2017 deutlich angezogen. Mit einem Plus von 7,3 Prozent war Kiel dabei Spitzenreiter unter den 19 analysierten B-Standorten mit einer zuletzt durchschnittlichen Angebotsmiete von 9,25 Euro pro Quadratmeter. In der Innenstadt trieben vor allem Neubauten die Mieten im gehobenen Segment an.

Ebenfalls deutlich waren die von Corpus Sireo ermittelten Mietsteigerungen in Hannover (plus 4,8 Prozent auf 9,25 Euro) und Bremen (plus 3,4 Prozent auf 8,59 Euro). In Bremen (plus 3,4 Prozent) waren Büroflächen Ende 2017 mit 8,59 Euro pro Quadratmeter günstiger als im Schnitt der Regionalzentren. Ein höherer Neubauanteil vor allem in der Überseestadt lies die Bremer Mieten eher im Top-Segment steigen.

Süddeutschland: Dämpfer für Nürnberg

Deutliche Unterschiede zeigte in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Mietentwicklung in den süddeutschen B-Städten: Während die durchschnittlichen Angebotsmieten in Karlsruhe (plus 2,8 Prozent) und in Regensburg (plus 3,2 Prozent) deutlich stiegen, stagnierten die Mietentwicklungen in Freiburg (plus 0,8 Prozent) und in Augsburg (plus 0,5 Prozent). Freiburg blieb zum Jahresende 2017 mit 11,99 Euro pro Quadratmeter teuerster B-Standort, gefolgt von Bonn (10,75 Euro).

Einen Dämpfer erfuhr laut Corpus Sireo die Angebotsmiete in Nürnberg: Der Durchschnittswert fiel im zweiten Halbjahr 2017 um 3,3 Prozent auf 8,84 Euro pro Quadratmeter.

Ostdeutschland: Startups sichern Potsdam langfristig starkes Mietwachstum

Potsdam verfügt mit rund 1,35 Millionen Quadratmetern zwar über einen kleinen Flächenbestand, der aber ist laut Corpus Sireo hochwertig. Die Büros wurden zu großen Teilen erst nach 1990 errichtet. Die wirtschaftlichen Schwerpunkte liegen auf Medien und Medizintechnik, auf Biotech sowie einer wachsenden Startup-Szene. Damit hat sich die Stadt als eigenständiger Büromarkt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Berlin etabliert.

Der Flächenumsatz ist in den vergangenen zehn Jahren jährlich etwa 24.000 Quadratmeter gewachsen. Die Leerstandsquote lag zum Jahresende 2017 bei etwa drei Prozent. Nach einer Stagnation des Mietwachstums in den ersten sechs Monaten 2017 stieg die durchschnittliche Angebotsmiete in der zweiten Jahreshälfte 2017 um 4,7 Prozent auf 10,54 Euro pro Quadratmeter. In der Spitze werden Quadratmeterpreise von knapp 20 Euro fällig.

Seit Auflegung des Regionalen Büromarktindex im ersten Quartal 2008 verzeichnete Potsdam mit einem Plus von 41,1 Prozent den stärksten Anstieg der Angebotsmieten unter den 19 analysierten B-Standorten – knapp hinter Regensburg (plus 41,9 Prozent).

Auch in Leipzig ist die Durchschnittsmiete in der zweiten Jahreshälfte 2017 überproportional
gestiegen (plus 3,2 Prozent). Die Stadt blieb aber mit einer Angebotsmiete von 7,36 Euro pro Quadratmeter im vierten Quartal 2017 zweitgünstigster regionaler Büromarkt, gefolgt von
Dresden mit 7,22 Euro pro Quadratmeter.

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Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Miete, Gewerbliche Miete

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