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Studien: Büromarkt Deutschland mit zweistelligen Wachstumsraten

Unangefochtener Spitzenreiter bleibt Berlin, wo der Büromarkt "von Rekord zu Rekord" eilt.
Bild: Corbis

Der deutsche Büromarkt entwickelt sich weiter positiv. Mehrere Immobiliendienstleister haben zu Beginn der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real die Quartalszahlen präsentiert. Demnach legten die Umsätze an den Top-Standorten im zweistelligen Bereich zu. Ähnlich gut entwickelte sich der Vermietungsmarkt. Im Detail unterscheiden sich die Studien der Immobiliendienstleister, vom Trend her sind sich jedoch alle einig: Beim Büromarkt geht es aufwärts.

Berechnungen von German Property Partners (GPP) zufolge wurden in den deutschen Top 7 (Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, München) in den ersten neun Monaten 2016 rund 2,67 Millionen Quadratmeter Bürofläche umgesetzt, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 17 Prozent.

An sechs der sieben Standorte legten dieser Studie nach die Umsätze im zweistelligen Bereich zu, allen voran Köln (plus 48 Prozent) vor Stuttgart (plus 40 Prozent), Frankfurt (plus 21 Prozent), Hamburg (plus 17 Prozent), München (plus elf Prozent) und Berlin (plus zehn Prozent). Nur Düsseldorf (minus 19 Prozent) erreichte laut GPP das sehr gute Ergebnis des Vorjahres nicht. Dabei sinken die Anfangsrenditen für Gewerbeimmobilien an den deutschen Top-7-Standorten weiter, wie der "Real Estate Investor Survey Germany" des Beratungshauses PwC zeigt.

Auch JLL stellt starken Umsatzrückgang in Düsseldorf fest

Laut JLL hat das Umsatzvolumen der deutschen Big 7 in den ersten drei Quartalen mit 2,86 Millionen Quadratmetern den entsprechenden Vorjahreswert um 12,5 Prozent übertroffen. Den größten Umsatzzuwachs im Jahresvergleich zeigten diesen Ergebnissen zufolge Stuttgart (plus 36 Prozent) und Köln (plus 33 Prozent) – beide durch sehr große Abschlüsse befeuert. Berlin (plus 19 Prozent) und Frankfurt (plus 17 Prozent) lagen prozentual fast gleich auf, das Volumen in der Hauptstadt war allerdings doppelt so hoch wie in der deutschen Bankenmetropole. Auch JLL stellte in Düsseldorf einen starken Rückgang fest (minus 23 Prozent).

Unangefochtener Spitzenreiter bleibt BNPPRE zufolge Berlin

BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) hat in den ersten drei Quartalen 2016 an den acht wichtigsten deutschen Standorten Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München rund 2,7 Millionen Quadratmeter Büroflächenumsatz ermittelt, das seien zwölf Prozent mehr im Vergleich zum sehr guten Vorjahresniveau.

Unangefochtener Spitzenreiter bleibe Berlin, wo der Büromarkt "von Rekord zu Rekord" eile. Mit 643.000 Quadratmetern Flächenumsatz sei erneut ein Bestwert aufgestellt worden, der den Vorjahreswert noch einmal um 20 Prozent übertroffen habe. Auf Platz zwei folgte München (plus sieben Prozent), dahinter lagen Hamburg (plus elf Prozent) und Frankfurt (plus 18 Prozent). Düsseldorf verzeichnete laut BNP Paribas einen Rückgang von rund sechs Prozent.

Auch der Vermietungsmarkt entwickelte sich positiv

Im dritten Quartal verfehlte das Vermietungsvolumen mit 972.400 Quadratmetern laut German Property Partners die Millionengrenze nur knapp. „An sechs der sieben Standorte stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr deutlich im zweistelligen Bereich“, sagte Björn Holzwarth, Sprecher von German Property Partners.

Die höchsten Durchschnittsmieten registrierte German Property Partners mit 17,70 Euro pro Quadratmeter in Frankfurt und 16 Euro pro Quadratmeter in München. Der höchste Zuwachs um 16 Prozent in Köln sei auf den großvolumigen Abschluss der Zurich Versicherung in einem Neubau-Projekt zurückzuführen. Mit 38 beziehungsweise 35,70 Euro pro Quadratmeter wiesen ebenfalls Frankfurt und München die höchsten Spitzenmieten auf. In München und Berlin stieg die Miete um jeweils 13 Prozent am meisten.

JLL: Spitzenmiete legt in sechs von sieben Bürohochburgen zu

Nach den Zahlen von JLL hat im Jahresvergleich die Spitzenmiete in sechs der sieben Immobilienhochburgen zugelegt - nur in Köln blieb der Wert stabil. Die Zuwächse bewegten sich demnach zwischen zwei Prozent in Düsseldorf und Hamburg und 15 Prozent in Berlin. Damit erreichte der Spitzenmietpreisindex für die Big 7 den höchsten Wert seit dem zweiten Quartal 2002 und legte im Jahresvergleich um 4,8 Prozent zu. Laut einer vorangegangenen Studie von JLL fragen Nutzer verstärkt nach zertifizierten Büroimmobilien.

Höchstmiete steigt in Berlin um 17 Prozent

Laut der Analyse von Corpus Sireo präsentierten sich die Büromieten im ersten Halbjahr 2016 stabil auf hohem Niveau. In den Regionalstädten lagen die Angebotsmieten demnach bei durchschnittlich 8,27 Euro pro Quadratmeter, sie stiegen im ersten Halbjahr 2016 lediglich um 0,4 Prozent. In den Top-7-Standorten wurde Corpus Sireo zufolge im Vergleichszeitraum 2,9 Prozent mehr gefordert, im Schnitt 13,64 Euro.

BNP Paribas hat in fünf der in seine Analyse einbezogenen Städte höhere Spitzenmieten festgestellt, vor allem in Berlin, wo die Höchstmiete um 17 Prozent auf aktuell 28 Euro pro Quadratmeter gestiegen ist.

Schlagworte zum Thema:  Expo Real, Büromarkt, Wachstum, Immobiliendienstleister, Vermietungsmarkt, Gewerbeimmobilienmesse

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