Londons Hochhäuser: Trotz Brexit die höchsten Büromieten in Europa Bild: Marius Pothmann ⁄

Die Mieten für Bürohochhäuser sind in London höher als in jedem anderen europäischen Land – trotz Brexit. Zu diesem Ergebnis kommt der "Global Cities 2018 Report" des Immobilienberaters Knight Frank. Die Spitzenmieten in den Londoner Skyscrapern liegen aktuell bei jährlich 1.040 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Frankfurt am Main kostet der Quadratmeter 510 Euro pro Jahr, in Paris 550 Euro.

Damit ist London auch nach dem Brexit die einzige europäische Stadt unter den Top 10 weltweit, was die Spitzenmieten in Bürotürmen angeht. Analysiert wurde die Entwicklung der Mieten von Gewerbeimmobilien mit mehr als 30 Stockwerken. Der Bau von Büroimmobilien boomt weltweit.

Hongkong bleibt teuerste Stadt der Welt

Hongkongs Hochhäuser bleiben mit jährlich 2.870 Euro Miete pro Quadratmeter jährlich mit Abstand die teuersten der Welt, gefolgt von New York (1.530 Euro pro Quadratmeter) und Tokio (1.320 Euro pro Quadratmeter). Unter den Top 5 weltweit ist auch San Francisco gelistet, wo die Jahresmiete aktuell bei 1.100
Euro pro Quadratmeter liegt.

Größtes Mietwachstum in Toronto

Die Analyse von Knight Frank zeigt, dass die Hochhäuser in Toronto mit einem Anstieg um 11,9 Prozent im
ersten Halbjahr das größte Mietwachstum verzeichneten. Einen Auftrieb der Mieten haben auch New York (plus 1,8 Prozent), San Francisco (plus 3,5 Prozent) und Chicago (plus 1,6 Prozent) erfahren. Die Gründe hierfür liegen laut Knight Frank in der Erholung der Wirtschaft und der niedrigen Arbeitslosenquote.

Frankfurt lockt mit attraktiven Mieten

„Wir sind glücklich darüber, dass sich auch in Frankfurt der Immobilienmarkt in eine positive Richtung
gedreht hat“, sagt Elvin Durakovic, Managing Partner von Knight Frank in Deutschland.

Die Researcher der Deutschen Bank gehen davon aus: Frankfurt wird Abwanderer (Expats) aus London anziehen.

Londons Führungsrolle bei den höchsten Mieten in europäischen Bürotürmen trotz Brexit sei ein Statement der Resilienz und Popularität als Wirtschaftsstandort, so James Roberts, Chief Economist bei Knight Frank: "Unternehmen sind bereit, mehr für Londoner Skyscraper auszugeben, weil sie Großbritannien als wichtigeren internationalen Standorten ansehen.“

London muss sich als Top-Wirtschaftsstandort beweisen

Es sei kein Zufall, dass die ersten fünf Plätze im Ranking von den weltweit führenden Business Zentren belegt werden, ergänzt William Beardmore-Gray, Global Head of Occupier Services and Commercial Agency bei
Knight Frank. Doch die Flächennachfrage und Mieten in Londons berühmten Türmen bleibe nur bestehen, wenn die Stadt weiterhin einer der Top 5 Zentren für internationalen Handel bleibe.

Scope prognostiziert für London ein jährliches Mietwachstum von nur noch 0,7 Prozent in den kommenden fünf Jahren. Damit wäre die britische Hauptstadt Schlusslicht in Europa.

Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Büromarkt, Miete

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