Im ersten Halbjahr 2018 wurden laut German Property Partners (GPP) in den sieben größten deutschen Städten rund neun Prozent weniger Büroflächen umgesetzt (1,67 Millionen Quadratmeter) als im Vorjahr. Grund ist der Angebotsmangel. Die Leerstandsquote ging zurück auf 3,7 Prozent – ein neues Allzeittief. An den Top-7-Transaktionsmärkten beobachtete GPP für Büroimmobilien eine durchschnittliche Spitzenrendite von nur noch 3,2 Prozent.

Im ersten Quartal 2018 hatte die Leerstandsquote der GPP-Frühjahrsstudie zufolge bereits ein vorläufiges Rekordtief von 3,9 Prozent erreicht. Im zweiten Quartal wies Stuttgart nach Berlin mit 2,2 Prozent die niedrigste Leerstandsrate auf. Hamburg unterschritt mit 3,9 Prozent erstmals die Vier-Prozent-Schwelle.

Leerstandsquoten im Überblick (aufsteigend)

  1. Berlin: zwei Prozent (390.000 Quadratmeter)
  2. Stuttgart: 2,2 Prozent (172.000 Quadratmeter)
  3. München: 2,3 Prozent (520.000 Quadratmeter)
  4. Köln: 2,9 Prozent (230.000 Quadratmeter)
  5. Hamburg 3,9 Prozent (536.200 Quadratmeter)
  6. Frankfurt: 7,6 Prozent (884.700 Quadratmeter)
  7. Düsseldorf: acht Prozent (590.000 Quadratmeter)

Spitzenmieten steigen weiter

Die Mieten sind laut GPP in fast allen Büromärkten der Top 7 gestiegen. Nur in Hamburg und Stuttgart sanken die Spitzenmieten leicht um jeweils zwei Prozent. Die höchsten Spitzenmieten wurden in Frankfurt am Main erzielt mit 42 Euro pro Quadratmeter und Monat. München folgt mit 36,10 Euro monatlich pro Quadratmeter.

Spitzenmieten im Überblick

  1. Frankfurt 42 Euro pro Quadratmeter
  2. München 36,10 Euro pro Quadratmeter
  3. Berlin 32 pro Quadratmeter
  4. Düsseldorf 27 pro Quadratmeter
  5. Hamburg 26 pro Quadratmeter
  6. Stuttgart 23,50 pro Quadratmeter
  7. Köln 22 pro Quadratmeter

Höchste Durchschnittsmiete in Frankfurt

Frankfurt zeigte mit 20,65 Euro pro Quadratmeter und Monat erneut die höchste Durchschnittsmiete. Berlin wiederum legte das rasanteste Mietwachstum vor – sowohl bei der Durchschnittsmiete (plus 20 Prozent auf 20,50 Euro pro Quadratmeter und Monat) als auch bei der Spitzenmiete (plus zwölf Prozent auf 32 Euro pro Quadratmeter und Monat).

Durchschnittsmieten im Überblick

  1. Frankfurt 20,65 Euro pro Quadratmeter
  2. Berlin 20,50 Euro pro Quadratmeter
  3. München 18 Euro pro Quadratmeter
  4. Düsseldorf 15,80 Euro pro Quadratmeter
  5. Hamburg 15,70 Euro pro Quadratmeter
  6. Stuttgart 14,60 Euro pro Quadratmeter
  7. Köln 14,40 Euro pro Quadratmeter

64 Prozent der Fertigstellungen vertraglich gebunden

Für die Jahre 2018 und 2019 geht German Property Partners (GPP) an den deutschen Top-7-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart von einem voraussichtlichen Fertigstellungsvolumen von rund 2,43 Millionen Quadratmetern verteilt auf 255 Projekte aus. Hiervon seien jedoch bereits 64 Prozent vertraglich gebunden.

Köln hatte laut GPP am Ende der ersten Jahreshälfte 2018 mit 79 Prozent vor München (77 Prozent) die höchste Vorvermietungsquote aller Top-7-Standorte für die 2018 und 2019 geplanten Fertigstellungen.

Fertigstellungen 2018/2019 im Überblick

  1. Berlin 612.000 Quadratmeter
  2. München 500.000 Quadratmeter
  3. Frankfurt 351.000 Quadratmeter
  4. Hamburg 330.000 Quadratmeter
  5. Düsseldorf 218.000 Quadratmeter
  6. Stuttgart 215.000 Quadratmeter
  7. Köln 200.000 Quadratmeter

Coworking-Anbieter müssen auf dezentrale Lagen ausweichen

Für 2018 stehen Mietinteressenten laut GPP nur 25 Prozent der projektierten Büroflächen zur Verfügung. Der Anteil von Coworking-Anbietern beziehungsweise Business Centern am Top-7-Büroflächenumsatz hat sich demnach innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt auf 6,8 Prozent (113.000 Quadratmeter). Doch nur 38 Prozent dieser Büroflächen befinden sich noch in den Top-7-CBDs: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich ihr Anteil der Studie zufolge damit fast halbiert.

Nach Frankfurt war der Büroflächenumsatz von Coworking-Anbietern beziehungsweise Business-Center-Betreibern GPP zufolge im ersten Halbjahr 2018 in München mit 27.500 Quadratmetern am höchsten und stieg insgesamt am stärksten. Der Flächenumsatz etwa in Stuttgart beruhte maßgeblich auf Eigennutzer-Abschlüssen.

Kritisch niedrige Flächenkapazitäten vor allem in Berlin und Stuttgart

"Trotz der sich leicht eintrübenden Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist die Nachfrage im ersten Halbjahr 2018 weiter sehr hoch gewesen, aber die Büroflächen fehlen", sagt GPP-Sprecher Guido Nabben. Zwar sei der Flächenumsatz in München, Stuttgart und Frankfurt im niedrigen einstelligen Bereich gestiegen, doch das sollte über die teilweise kritisch niedrigen Flächenkapazitäten nicht hinwegtäuschen. "Besonders in Berlin und Stuttgart", so Nabben.

Er ist überzeugt, dass die hohe Büroflächennachfrage weiter anhalten wird. GPP rechnet nicht vor 2020 mit einer Entspannung. Die Folge: Weiter steigende Büromieten in den Top 7.

Flächenumsatz im Überblick

  1. München 403.500 Quadratmeter (plus vier Prozent)
  2. Berlin 330.000 Quadratmeter (minus 20 Prozent)
  3. Frankfurt 257.700 Quadratmeter (plus drei Prozent)
  4. Hamburg 250.000 Quadratmeter (minus 17 Prozent)
  5. Düsseldorf 182.000 Quadratmeter (minus elf Prozent)
  6. Köln 125.000 Quadratmeter (minus 22 Prozent)
  7. Stuttgart 120.000 Quadratmeter (plus vier Prozent)

Top-7-Investmentmärkte: 20 Prozent der Transaktionen entfallen auf CBDs

An den Transaktionsmärkten der deutschen Top-7-Standorten wurden im ersten Halbjahr 2018 nach Berechnungen von German Property Partners in der Gesamtbetrachtung aller Assetklassen Gewerbeimmobilien im Wert von 14,05 Milliarden Euro gehandelt. Das ist ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Büroimmobilien hatten einen Anteil von 63 Prozent am Verkaufsvolumen, im Vorjahr lag der Anteil noch bei 70 Prozent. Mit 2,81 Milliarden Euro entfiel laut GPP ein Fünftel des Transaktionsvolumens auf die jeweiligen Central Business Districts (CBD) oder Citylagen.

Spitzenrenditen gehen allgemein zurück – Ausnahme: Stuttgart

Die Spitzenrenditen für Büroimmobilien, Geschäftshäuser und Logistikimmobilien gingen an allen untersuchten Top-Städten weiter zurück. Für Bürogebäude beträgt die Spitzenrendite
mittlerweile nur noch 3,2 Prozent. "Für das zweite Halbjahr ist die Pipeline sehr gut gefüllt", kommentiert Nabben. In den kommenden Wochen erwartet GPP die Abwicklung mehrerer großvolumiger Transaktionen. "Für das gesamte Jahr 2018 gehen wir von einem Transaktionsvolumen an den Top-7-Standorten in Höhe von insgesamt 29 Milliarden Euro aus", so Nabben abschließend.

Übersicht Spitzenrendite Büroimmobilien

  1. Stuttgart: 3,5 Prozent (plus/minus 0,0 Prozentpunkte)
  2. Köln: 3,4 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte)
  3. Düsseldorf: 3,3 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte)
  4. Frankfurt: 3,3 Prozent (minus 0,3 Prozentpunkte)
  5. Berlin: drei Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte)
  6. München: drei Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte)
  7. Hamburg: 2,9 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte)

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Schlagworte zum Thema:  Studie, Büroimmobilie, Leerstand, Mietpreis