19.08.2014 | Büromarkt

Zunehmende Entkopplung von Beschäftigung und Büronachfrage

In Büros wird immer mehr auf Flächeneffizienz geachtet.
Bild: Veer

Obwohl die Zahl der Beschäftigten in den deutschen Top-6-Märkten seit 2005 kontinuierlich angestiegen ist, war der Flächenumsatz in den vergangenen Jahren rückläufig und dürfte auch in diesem Jahr nur stagnieren. Ein Grund für diese paradoxe Entwicklung: Der kaum noch steigende Anteil der Bürobeschäftigten an der Gesamtbeschäftigung.

Das geht aus einer Analyse des Immobiliendienstleisters Savills hervor. „Das Beschäftigungswachstum der vergangenen Jahre fand vor allem abseits der klassischen Bürobranchen, beispielsweise im Gastgewerbe und der Logistik, statt“, erläutert Matthias Pink, bei Savills verantwortlich für das Research in Deutschland. So stieg der Anteil der in den Top-6-Märkten sozialversicherungspflichtig Bürobeschäftigten an der Gesamtbeschäftigung zwischen 2006 und 2011 nur noch um 0,4 Prozentpunkte auf 47,7 Prozent. Zum Vergleich: Allein von 2000 auf 2001 betrug der Anstieg 1,0 Prozentpunkte.

Hinzu komme zweitens, dass das Beschäftigungswachstum der letzten zehn bis fünfzehn Jahre unter dem Strich ein reines Wachstum der Teilzeitbeschäftigten sei. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stagnierte dagegen. Da Teilzeitbeschäftigte einen geringeren Büroflächenverbrauch aufweisen, wächst die Büroflächennachfrage langsamer.

Mehr Flächeneffizienz

Eine dritte Erklärung: „Die Bürokosten sind nach den Personalkosten in der Regel der zweithöchste Kostenblock in den Unternehmen und seit Mitte der 2000er spielt die Steigerung der Flächeneffizienz eine zunehmend wichtige Rolle“, so Marcus Mornhart, Managing Director und Head of Office Agency bei Savills Deutschland. Die Folge: Seit 2006 ist der Flächenverbrauch je Bürobeschäftigten in den Top 6 von durchschnittlich 27,3 Quadratmeter auf 26,2 Quadratmeter gesunken.

Alle drei Faktoren führen dazu, dass sich das Beschäftigtenwachstum im Laufe der Jahre von der Büroflächennachfrage entkoppelt hat. Dass der Zusammenhang nicht mehr so eng ist, heiße freilich nicht, dass die Beschäftigungsentwicklung für die Büroflächennachfrage ohne Bedeutung wäre. Für Büroinvestoren sei ein Blick auf die Beschäftigtenentwicklung in potenziellen Zielstandorten nach wie vor hilfreich.

Schlagworte zum Thema:  Büro, Beschäftigung

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