07.01.2015 | Colliers/BNPPRE

Investments in deutsche Gewerbeobjekte legen um 30 Prozent zu

In Frankfurt lag das Investmentvolumen 2014 rund 46 Prozent über dem Vorjahr
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Auf dem gewerblichen Investmentmarkt in Deutschland wurden laut dem Immobilienberater Colliers im Jahr 2014 knapp 39,8 Milliarden Euro investiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Zunahme um knapp 30 Prozent, was BNP Paribas Real Estate bestätigt. Laut BNPPRE wurden insgesamt 40,15 Milliarden Euro umgesetzt.

Ein Grund hierfür ist Colliers zufolge im gesteigerten Portfolioanteil zu sehen, welcher bei etwa 31 Prozent lag. Insgesamt wurden rund 12,4 Milliarden Euro in Immobilienpakete und damit 57 Prozent mehr als im Vorjahr investiert. Der mit Abstand größte Verkauf, das über eine Milliarde Euro schwere Leo-I-Portfolio, fand im ersten Quartal statt. Auch großvolumige Einzeldeals waren 2014 an der Tagesordnung.

Logistik- und Hotelimmobilien mit Rekordergebnissen

Jeder zweite Euro des bundesweiten Transaktionsvolumens wurde laut Colliers in Büroimmobilien investiert, was in Summe rund 20 Milliarden Euro ergibt. Auf Einzelhandelsimmobilien entfielen rund 8,4 Milliarden Euro und ein Marktanteil von 21 Prozent. Logistikimmobilien mit 3,6 und Hotelimmobilien mit 3,1 Milliarden Euro erreichten neue Höchststände und Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr von 57 beziehungsweise 82 Prozent.

Spezialfonds und Asset Manager waren sehr aktiv: Insgesamt entfielen auf die Branchen offene Fonds/Spezialfonds knapp 9,3 Milliarden Euro des Transaktionsvolumens (Marktanteil 23 Prozent) und auf Vermögensverwalter (Asset/Fund Manager) rund 5,7 Milliarden Euro (14 Prozent). Dahinter folgten Private Investoren/Family Offices, die 3,6 Milliarden Euro investierten, Projektentwickler mit 3,2 Milliarden Euro und Opportunity Fonds/Private Equity Fonds mit 3,1 Milliarden Euro.

22 Milliarden Euro fließen in die sieben Topstandorte

In den deutschen Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart wurden 22,1 Milliarden Euro und damit etwa 3,8 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2013 investiert, was einer Steigerung von rund 21 Prozent entspricht, so Colliers weiter.

Das höchste Transaktionsvolumen wurde mit rund 5,2 Milliarden Euro in München erzielt, womit es etwa acht Prozent über dem Vorjahr lag. Bedingt durch ein starkes viertes Quartal und Großabschlüsse wie die des Palais Quartiers, des Silberturms sowie des Winx, welches für rund 350 Millionen Euro an die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ging, lag Frankfurt in der Endabrechnung mit rund fünf Milliarden Euro Transaktionsvolumen knapp hinter München. Insgesamt lag das Investmentvolumen in Frankfurt rund 46 Prozent über dem Vorjahr.

Auf dem dritten Platz landete Berlin mit rund vier Milliarden Euro Investmentvolumen und einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Großen Anteil hatten das Upper West, das für über 250 Millionen Euro an die RFR Holding veräußert wurde, sowie der Büro- und Geschäftsteil des Hackeschen Quartiers, das sich Deka Immobilien für rund 150 Millionen Euro sicherte.

Auch in Hamburg wurde mehr investiert als 2013. Am Jahresende lag das Transaktionsvolumen bei knapp 3,7 Milliarden Euro und damit bei einem Plus von 30 Prozent. Die Tanzenden Türme, die für rund 165 Millionen Euro an einen Spezialfonds von Hansainvest gingen, das Sumatrakontor, das für über 100 Millionen Euro von Blackstone erworben wurde, oder die Burstah Offices, die sich die schwedische Cityhold-Gruppe für rund 100 Millionen Euro sicherte, zählten zu den Investment-Highlights.

In Düsseldorf waren mehrere großvolumige Deals zu zählen, sodass das hohe Vorjahresniveau mit knapp zwei Milliarden Euro gehalten werden konnte. Ein beachtlicher Zuwachs von 38 Prozent beim Transaktionsvolumen war in Köln zu beobachten, wo Immobilien für etwa 1,3 Milliarden den Eigentümer wechselten. Hier sicherte sich der kanadische REIT Dream Global den Büroteil des KölnTurms für etwa 114 Millionen Euro. In Stuttgart betrug die Steigerung des Transaktionsvolumens im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent, sodass hier die Marke von einer Milliarde Euro knapp überschritten wurde.

BNP Paribas Real Estate: Drittbester Investmentumsatz aller Zeiten

BNP Paribas Real Estate Deutschland zufolge haben die Investmentmärkte mit einem Transaktionsvolumen von knapp 14,7 Milliarden Euro das erwartet starke Schlussquartal hingelegt. Insgesamt konnte so mit 40,15 Milliarden Euro das drittbeste jemals registrierte Jahresergebnis erreicht werden.

Bezogen auf das gesamte Transaktionsvolumen liegt der Anteil der ausländischen Anleger bei 48 Prozent und damit deutlich höher als im Vorjahr (33 Prozent). Vor allem Investoren aus Asien und Middle East haben spürbar mehr angelegt als in den Vorjahren und kommen auf über drei Milliarden Euro Gesamtumsatz.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Gewerbeimmobilien

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