Die Modernisierung der Anlagentechnik macht Unternehmen energieeffizienter Bild: MEV-Verlag, Germany

In Deutschland gibt es der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge rund drei Millionen Nichtwohngebäude. Während das Thema Energieeffizienz für Nutzer und Investoren von Wohnimmobilien bereits eine große Rolle spielt, achten Anleger bei Büroinvestments nach wie vor eher auf das Kriterium Wirtschaftlichkeit, wie die Studie zeigt. Dabei hätten Büroimmobilien großes Potenzial zum Energiesparen.

Die Gebäudegruppe der Büroimmobilien ist dena zufolge die größte Untergruppe der Nichtwohngebäude und besitzt aus diesem Grund großes Energiesparpotenzial. Doch Büroimmobilien sind noch nicht smart genug.

Laut dena-Studie existieren in Deutschland insgesamt 323.700 Büro- und Verwaltungsgebäude mit 382,4 Millionen Quadratmetern Nutzfläche. Ihr Energieverbrauch entspricht rund 20 Prozent aller Nichtwohngebäude und rund sechs Prozent des gesamten Gebäudesektors. Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei 136 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Investoren wollen Immobilienwert steigern

Die hohe Nachfrage nach Investmentobjekten führt laut dena zu einem starken Wettbewerb unter den Investoren. Aus diesem Grund sind der Energiebedarf und der Energieverbrauch zunächst kein entscheidendes Kriterium beim Kaufe einer Büroimmobilie, rücken aber zunehmend in den Fokus der Anleger in Büroimmobilien.

Die Investoren, die im Rahmen der dena-Studie befragt wurden, sehen dann aber einen Sinn für eine energetische Modernisierung der Immobilie, wenn dadurch der Objektwert gesteigert, die Nebenkosten gesenkt und die Flächen besser vermietet werden können. Dass sie der Wirtschaftlichkeit zu wenig Beachtung schenke, wird wiederum der Politik vorgeworfen.

Nutzer legen Wert auf Image

Mit den gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen sind die befragten Investoren jedoch sehr unzufrieden, insbesondere hinsichtlich behördlicher Auflagen. Von den Nutzern werden diese deutlich zurückhaltender und weniger kritisch kommentiert.

Von den Nutzern werden die gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen und finanzielle Fördermöglichkeiten deutlich zurückhaltender und weniger kritisch kommentiert.

Die befragten Nutzer von Büroimmobilien gaben in der Studie außerdem an, dass Aspekte wie Umwelt und Nachhaltigkeit Teil ihrer Unternehmenskultur seien. Energetische Verbesserungen, wie etwa die Umstellung auf LED-Beleuchtung, werden von den Nutzern in der Regel selbst umgesetzt werden. Wichtigstes Argument für die energetische Sanierung hier: Imagegewinn und ebenfalls die Steigerung des Immobilienwerts.

Vor allem höherer Komfort in den Verkaufs- und Betriebsräumen, etwa durch die Verbesserung der Raumluftqualität oder eine gleichmäßigere Wärmeverteilung sind für Nutzer attraktiv.

"Büroimmobilien: Energetischer Zustand und Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz"

Für die Studie "Büroimmobilien: Energetischer Zustand und Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz" haben das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln und JLL im Auftrag der dena mehrere Studien und Daten ausgewertet. Anhand regionaler Beschäftigtenzahlen der Bundesagentur für Arbeit und des Zensus wurde die Grundgesamtheit des Bürobestands hochgerechnet. Ergänzt werden diese Zahlen durch Angaben zur energetischen Beschaffenheit des Bestands auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes und von ImmobilienScout24. Dafür wurden 52.100 Energieausweise analysiert und Entscheidungsträger von 20 der wichtigsten Investoren und von 20 großen Büroflächenmietern in Deutschland hinsichtlich Energieeffizienz, Nutzungsdauer und Sanierungszyklen befragt.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), dem Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), der German Facility Management Association (GEFMA) sowie dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) unterstützt.

Schlagworte zum Thema:  Studie, Energieeffizienz, Investor, Büroimmobilie

Aktuell
Meistgelesen