Berlin hat bei den Durchschnittsmieten nahezu das Niveau von München erreicht: hier wird auch am meisten gebaut werden Bild: Corbis

Um 60 Prozent legte in Hamburg der Büroflächenumsatz im ersten Quartal 2017 zu, wie eine Studie von German Property Partners zeigt. München (plus 25 Prozent), Stuttgart (plus 22 Prozent) und Düsseldorf (plus 21 Prozent) entwickelten sich ähnlich gut. Der Umsatz in Berlin stieg nur um ein Prozent, hier wird es der Immobilienwirtschaft zufolge bald besonders eng. Frankfurt am Main und Köln verzeichneten Rückgänge um zwei beziehungsweise 20 Prozent.

Der Leerstand ging im ersten Quartal 2017 nach Angaben von GPP in allen Top-7-Städten zurück, zum Teil dramatisch, vor allem in München, Berlin und Köln (jeweils rund 20 Prozent). Frankfurt und Stuttgart kamen auf Rückgänge von zehn Prozent. Insgesamt standen in den sieben Metropolen nur noch 4,6 Millionen Quadratmeter leer, das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit lag laut GPP die Angebotsreserve bei 5,1 Prozent bezogen auf einen Gesamtbüroflächenbestand von 90,59 Millionen Quadratmeter.

GPP zufolge weisen Stuttgart (drei Prozent), Berlin (3,2 Prozent) und München (3,5 Prozent) von allen Top-7-Standorten die niedrigsten Leerstandsquoten auf, Düsseldorf (9,7 Prozent) und Frankfurt (10,3 Prozent) die höchsten.

Immobilienwirtschaft schlägt Alarm: Berlins Büros faktisch voll vermietet 

"Flächenengpässe können die Wirtschaftsentwicklung der Städte hemmen", warnte ZIA-Experte Andreas Schulten vom Analyseunternehmen Bulwiengesa.

Die Baupolitik dürfe sich nicht nur auf Wohnungen konzentrieren. Alleine in Berlin ist die Zahl der Bürobeschäftigten nach Angaben des Ausschusses von 2011 bis 2016 um 14,2 Prozent gestiegen. Dass im vergangenen Jahr Büros mit einer Gesamtfläche von 209.000 Quadratmetern gebaut worden seien, werde nicht reichen, wenn zugleich Bürogebäude zugunsten von Wohnungen abgerissen oder umgewandelt würden.

Hot Spot Hamburg, Frankfurt fehlen die großen Abschlüsse

Der Hamburger Flächenumsatz von 160.000 Quadratmetern im ersten Quartal war laut GPP das beste Jahresauftaktergebnis der vergangenen zehn Jahre. Auch München legte mit 237.000 Quadratmetern das beste erste Quartal der vergangenen Jahre vor. Einen wesentlichen Anteil hieran hatten drei Mietverträge mit Volumina über 10.000 Quadratmeter.

In Stuttgart verlief das erste Quartal verglichen mit den Vorjahren mit einem Vermietungsumsatz von 24.500 Quadratmetern verhältnismäßig ruhig, während Düsseldorf  mit einem Flächenumsatz von 102.800 Quadratmetern auf das beste Ergebnis im ersten Quartal der vergangenen fünf Jahre kommt.

Mit einem minimalen Zuwachs beim Büroflächenumsatz von 172.000 Quadratmeter erwies sich der Jahresauftakt auch in Berlin als der beste seit 2007. In Frankfurt wurde laut GPP anders als in den Vorjahren im ersten Quartal kein Vertrag über 10.000 Quadratmeter abgeschlossen. Dennoch ging der Büroflächenumsatz in der Mainmetropole nur leicht auf 125.300 Quadratmeter zurück. Der Büroflächenumsatz in Köln ging unter den Top 7 am stärksten zurück und lag bei 52.000 Quadratmetern.

 

Top-7-Standorte | 1. Quartal 2017

 

HAM

BER

DUS

CGN

FFM

STU

MUC

TOP-7

Flächenumsatz

in m²

160.000

172.000

102.800

52.000

125.300

74.500

237.000

923.600

Veränderung

ggü. Vorjahr in %

+60

+1

+21

-20

-2

+22

+25

+16

Spitzenmiete

in €/m²/Monat

26,50

28,00

26,50

21,50

38,00

23,00

34,40

-

Durchschnittsmiete in €/m²/Monat

15,00

16,20

14,20

13,00

18,00

13,90

16,50

-

Büroflächenbestand in Mio. m²

13,55

19,17

7,62

7,80

11,67

7,80

22,99

90,59

Leerstand

in m²

671.000

620.000

740.000

350.000

1.203.800

231.000

798.000

4.613.800

Leerstandsrate

in %

5,0

3,2

9,7

4,5

10,3

3,0

3,5

5,1

Fertigstellungen 2017 + 2018 in m²

439.000

464.000

220.000

200.000

261.000

290.100

305.000

2.179.100

Quelle: German Property Partners

Durchschnittsmieten steigen in allen Metropolen: am stärksten in Berlin

Die Durchschnittsmiete für Büroflächen stieg an allen Top-7-Standorten, aber mit einem Plus von sieben Prozent am stärksten in Berlin, gefolgt von Düsseldorf mit einem Plus von sechs Prozent. Stuttgart und Köln kamen auf Zuwachsraten von jeweils fünf Prozent, Frankfurt, München und Hamburg auf je drei Prozent.

Frankfurt und München wiesen GPP zufolge die höchsten Durchschnittsmieten auf: 18 Euro pro Quadratmeter und Monat beziehungsweise 16,50 Euro pro Quadratmeter und Monat. Mit 16,20 Euro pro Quadratmeter und Monat hat Berlin im ersten Quartal 2017 jedoch nahezu das Niveau der bayerischen Landeshauptstadt erreicht.

Spitzenmieten entwickeln sich differenzierter: am deutlichsten in München und Berlin

In Frankfurt ging die Spitzenmieten laut GPP in Top-Objekten um ein Prozent zurück auf den im Standortvergleich noch immer höchsten Wert von 38 Euro pro Quadratmeter und Monat. In den sechs anderen Städten kletterte sie zwischen plus ein Prozent (Köln) und plus 14 Prozent in München und Berlin.

Nach Frankfurt überstieg nur München mit 34,40 Euro pro Quadratmeter und Monat die Schwelle von 30 Euro. Das Spitzenmietniveau der anderen fünf Top-7-Standorte bewegte sich zwischen 21,50 Euro pro Quadratmeter und Monat (Köln) und 28 Euro pro Quadratmeter und Monat (Berlin).

Schlagworte zum Thema:  Büromarkt, Büromiete, Umsatz, Wachstum

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