03.01.2013 | BNP Paribas Real Estate

Büroflächenumsätze an deutschen Topstandorten sinken um zwölf Prozent

Bürokomplex die Welle: Nur Frankfurt am Main verzeichnete 2012 ein Umsatzplus
Bild: Normann Hochheimer

Mit einem Flächenumsatz von knapp 3,25 Millionen m² an den neun wichtigsten deutschen Bürostandorten Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart fiel das Ergebnis 2012 knapp zwölf Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Der zehnjährige Durchschnitt wurde um sechs Prozent überboten, wie BNP Paribas Real Estate mitteilt.

"Trotz des erwarteten Rückgangs des Flächenumsatzes haben sich die Büromärkte im abgelaufenen Jahr insgesamt sehr gut geschlagen", sagt Piotr Bienkowski, Vorsitzender der Geschäftsführung von BNP Paribas Real Estate Deutschland. Dass der Flächenumsatz mit rund 3,25 Millionen m² noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liege, zeige, "dass auch die Unternehmen überwiegend nur von einer Wachstumsdelle und nicht von einer erneuten Rezession ausgehen", so Bienkowski weiter. Hierfür spreche auch das mit über 900.000 m² Flächenumsatz sehr starke vierte Quartal.

Frankfurt am Main mit Umsatzplus

Der einzige Standort mit einem deutlichen Umsatzplus ist Frankfurt, wo rund 519.000 m² (+21 %) Flächenumsatz in der Gif-Abgrenzung registriert wurden. Im erweiterten Marktgebiet beläuft sich das Ergebnis sogar auf 580.000 m² (+10 %). Auf Vorjahresniveau bewegt sich der Umsatz mit 548.000 m² in Berlin. Nur leichte Rückgänge waren in Düsseldorf mit 346.000 m² (-4 %) und in Leipzig mit 98.000 m² (-5 %) zu beobachten. Jeweils rund 19 Prozent weniger Flächenumsatz verzeichneten Hamburg (435.000 m²), Köln (257.000 m²) sowie München mit 715.000 m². Trotzdem konnte sich die bayerische Metropole erneut klar an die Spitze aller Standorte setzen. Die stärksten Einbußen mussten Essen mit lediglich 75.000 m² (-30 %) und Stuttgart mit 192.000 m² (-32 %) verkraften. In Stuttgart stellt dies aber trotzdem noch das zweitbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre dar.

Flächenangebot weiter deutlich rückläufig

Im Jahresvergleich hat sich das Leerstandsvolumen deutlich um neun Prozent auf aktuell 7,92 Millionen m² verringert. Vor allem das Angebot an modernen Leerstandsflächen ist erheblich reduziert. Nur noch knapp 2,32 Millionen m² (-10 %) weisen diesen Flächenstandard auf. Damit entsprechen nicht einmal mehr 30 Prozent des Gesamtleerstands der von den Mietern bevorzugten Qualität. Ähnlich stellt sich die Situation bei den Flächen im Bau dar: Während das Gesamtvolumen sich mit 1,94 Millionen m² um vier Prozent reduziert hat, nahmen die dem Vermietungsmarkt noch zur Verfügung stehenden Flächen um 14 Prozent auf nur noch 704.000 m² ab.

Bei den Höchstmieten ist eine differenzierte Entwicklung zu beobachten. Während sie an mehreren Standorten wie Berlin (22,00 €/m²), Frankfurt (36,00 €/m²), München (33,00 €/m²) oder Essen (13,50 €/m²) stabil geblieben sind, haben sie in Düsseldorf (26,00 €/m², +7 %), Stuttgart (20,00 €/m², +8 %) Hamburg (24,00 €/m², +2 %) und Leipzig (12,00 €/m², +4 %) teilweise spürbar zugelegt. Lediglich Köln verzeichnete einen minimalen Rückgang um knapp einem Prozent auf 21,50 Euro pro m². Der durchschnittliche Mietpreisanstieg über alle Standorte beläuft sich damit auf zwei Prozent.

Büromärkte 2013: Niveau kann voraussichtlich gehalten werden

"Auch wenn im ersten Halbjahr 2013 wohl nur ein moderates Wirtschaftswachstum zu erwarten ist, scheinen sowohl die Stimmung als auch die Lage in den Unternehmen weiterhin stabil und perspektivisch sogar verhalten optimistisch zu sein", sagt Bienkowski. Darauf deuteten nicht nur Indikatoren wie der wieder leicht anziehende Ifo- und ZEW-Index hin, sondern auch der starke Flächenumsatz im vierten Quartal 2012. Von einer Rezession oder nachhaltigen Krise sei momentan nicht auszugehen, sodass sich auch der Arbeitsmarkt 2013 insgesamt stabil zeigen dürfte. Vor diesem Hintergrund sei für das laufende Jahr ein Büroflächenumsatz in einer vergleichbaren Größenordnung wie 2012 zu erwarten.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Marktanalyse, Büroimmobilie

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