Der europäische Büro-Mietpreisindex von JLL ist im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent gestiegen. Mit 3,4 Millionen umgesetzten Quadratmetern ist es das bisher umsatzstärkste zweite Quartal, das JLL seit 2002 ermittelt hat. Die Mietpreise werden der Studie zufolge in diesem Jahr in den 24 Indexstädten voraussichtlich um 3,4 Prozent wachsen und damit den Fünfjahresschnitt (2,8 Prozent) deutlich übersteigen. Für 2019 wird ein Wachstum von 1,9 Prozent erwartet.

Das mit 3,4 Millionen Quadratmetern Büroflächen umsatzstärkste zweite Quartal hat zusammen mit den ersten drei Monaten zu einem Halbjahresvolumen von 6,5 Millionen Quadratmetern geführt. Dieses Ergebnis übertrifft laut JLL den Fünfjahresschnitt um 18 Prozent und den Zehnjahresschnitt um 22 Prozent. 15 der 24 Indexmärkte zeigten im zweiten Quartal einen Anstieg.

Nachfrage bleibt europaweit groß

Auf Basis der weiter dynamischen europaweiten Nachfrage nach Büroflächen hat JLL die Umsatzprognose für die europäischen Märkte für das Gesamtjahr 2018 auf 13,2 Millionen Quadratmeter angehoben. Diese Zahl liegt zwar noch unter dem Rekordergebnis von 2017 mit 13,7 Millionen Quadratmeter, aber 13 Prozent über dem Fünfjahresschnitt und 18 Prozent über dem Zehnjahresschnitt.

Leerstandsquote sinkt auf 6,7 Prozent

Die europäische Büro-Leerstandsquote ist JLL zufolge im zweiten Quartal 2018 im Schnitt um 30 Basispunkte auf 6,7 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit dem dritten Quartal 2002. 20 der 24 Indexstädte haben im zweiten Quartal einen deutlichen Rückgang im Leerstand vorzuweisen. Angeführt von Moskau (minus 110 Basispunkte auf zwölf Prozent), Prag (minus 100 Basispunkte auf 6,2 Prozent) und Utrecht (minus 90 Basispunkte auf 6,9 Prozent). In drei Städten blieb die Quote stabil, nur Dublin musste einen Anstieg um 140 Basispunkte auf 8,5 Prozent hinnehmen.

Die über die deutschen Big 7 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) kumulierte Leerstandsquote reduzierte sich innerhalb der vergangenen drei Monate um 20 Basispunkte auf 4,3 Prozent. Das kurzfristig zur Verfügung stehende Angebot an Büroflächen ist mit mehr als sieben Prozent nur noch in Düsseldorf und in Frankfurt ausreichend. In den anderen sechs Immobilienhochburgen liegen die Leerstandsquoten zwischen 4,6 Prozent (Hamburg) und 2,3 Prozent (Stuttgart).

Deutlich mehr Projektentwicklungen in Paris, London und München

Der Projektentwicklungszyklus hat in Europa weiter Fahrt aufgenommen, heißt es in der Studie: Alleine im zweiten Quartal 2018 wurden 1,1 Millionen Quadratmeter Flächen fertiggestellt, plus 77 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2018. Davon ein Großteil in Paris (24 Prozent) und London (20 Prozent).

Bis zur Jahresmitte 2018 liegt das Fertigstellungsvolumen europaweit insgesamt bei 1,8 Millionen Quadratmetern Bürofläche. Drei Märkte werden im zweiten Halbjahr die meisten Projektentwicklungen sehen: Neben der französischen und britischen Hauptstadt ist es mit München eine der deutschen Top-7-Metropolen: Sie machten zusammen mehr als 40 Prozent der gesamten Pipeline in den kommenden sechs Monaten unter sich aus (drei Millionen Quadratmeter).

Fertigstellungen in einer Größenordnung von prognostizierten rund sechs Millionen Quadratmetern in diesem Jahr und weiteren 6,9 Millionen Quadratmetern 2019 werden JLL zufolge dem knappen Angebot in vielen europäischen Büroflächenmärkten nicht genügend entgegensetzen.

 

Lesen Sie auch:

Berlin hat die meisten flexiblen Workspaces in Deutschland

Analyse: Büromietpreise in Berlin steigen um zehn Prozent

Staatliche Mieter: Robuste Renditegaranten, auch in Krisenzeiten

Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie