19.09.2016 | Fidelity International

Brexit: Investoren legen Fokus auf Euro-Kernländer – Asiaten wenden sich US-Markt zu

Asiatische Immobilienanleger werden sich Fidelity zufolge jetzt erst einmal auf dem US-Markt nach lukrativen Investments umsehen
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Anteil an Immobilienanlagen in den Euro-Kernländern wird bis 2018 bis auf 35 Prozent steigen. Von 2010 bis 2016 lag der Anteil im Schnitt bei 25 Prozent. Das ist Ergebnis einer Studie von Fidelity International. Profitieren werden kurzfristig Deutschland und Frankreich, langfristig ist Großbritannien aufgrund erwarteter Preisrückgänge aber vor allem für deutsche Fonds wieder interessant. Asiatische Investoren werden die USA bevorzugen.

Vor allem in Deutschland ist der Studie zufolge das fehlende Angebot ein drängendes Problem. Unternehmen mit großem Immobilienvermögen werden bei den aktuell hohen Preisen über einen Verkauf nachdenken.

UK: Preisrückgänge und schwaches Pfund könnten attraktiv werden

Der Ausblick für Großbritannien ist laut Fidelity zumindest kurzfristig getrübt. Mit dem Brexit-Votum habe sich der bereits weit fortgeschrittene Zyklus beschleunigt und nähere sich der Abschwungphase, heißt es in der Studie.

Umfragewerte für den IW Immobilien-Index zeigen, dass 32 Prozent der deutschen Investoren auch für Deutschland Verlustgeschäfte befürchten und das Ende des Booms sehen.

Das schwache Pfund und die erwarteten Preisrückgänge dürften allerdings schneller internationales Kapital an den britischen Markt locken als viele erwarten, so die Studienautoren. Experten sagten Rückgängen um bis zu 20 Prozent für 2017 aus. Dies dürfte bei einem Renditeanstieg von 25 bis 50 Basispunkten attraktiv sein. Deutsche Fonds, denen britische Premium-Immobilien bis vor kurzem noch zu teuer waren, würden zu den ersten zählen, die hochwertige Büroimmobilien akquirieren.

US-Immobilienmarkt als Nutznießer überregionaler Kapitalströme

Immobilienanleger aus Asien werden sich laut Fidelity in Anbetracht des Brexits und seiner Folgen verstärkt von Europa abwenden. Sie werden ihren Fokus auf die USA verlagern und so großen Anteil daran haben, dass der US-Immobilienmarkt in kurzer Zeit zu einem der Nutznießer überregionaler Kapitalströme wird, so die Analyse von Fidelity Real Estate Research.

Die in London ansässigen internationalen Unternehmen haben seit der Brexit-Entscheidung über einen Umzug in andere europäische Metropolen noch nicht nachgedacht, wie eine Umfrage von ImmoConcept zeigt.

Schlagworte zum Thema:  Studie, Investor, Euro, Brexit, Frankreich, Großbritannien

Aktuell

Meistgelesen