11.07.2016 | EY Real Estate

Brexit: Immobilienmarkt Frankfurt wird am stärksten profitieren

72 Prozent der Marktakteure erwarten, dass Frankfurt der Finanzplatz sein wird, der vom Brexit am meisten profitieren wird
Bild: MEV Verlag GmbH

Der Frankfurter Immobilienmarkt wird Experten zufolge am meisten vom Brexit profitieren. In einer Umfrage von EY Real Estate gaben 86 Prozent der Marktakteure an, dass dort die Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien steigen werden. 79 Prozent rechnen mit höheren Preisen für Büroimmobilien. Grund für diese Einschätzung ist die zukünftig wachsende Bedeutung von Frankfurt am Main als europäischer Finanzplatz. An der Befragung haben mehr als 555 Immobilienakteure teilgenommen.

72 Prozent der befragten Immobilienexperten erwarten, dass der Finanzplatz Frankfurt am meisten von einem Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU profitieren wird. Dublin liegt mit 13 Prozent auf dem zweiten Platz, Paris wird nur von sechs Prozent als Profiteur eines Brexits gesehen.

Finanzierer: Lage schwer einschätzbar

Die Folgen eines Brexits für das eigene Unternehmen sind für die Branche noch weitgehend unklar: Jeweils etwa ein Fünftel der Befragten sehen vor allem positive beziehungsweise negative Auswirkungen, ein weiteres Fünftel sieht keine Relevanz für das eigene Geschäft. 40 Prozent sehen sich derzeit außerstande, die Auswirkungen zu bewerten.

Insbesondere die befragten Finanzierer (52 Prozent) können die Folgen für ihr Unternehmen noch nicht einschätzen. Nur zirka ein Drittel der Unternehmen ohne Hauptsitz in UK plant eine Fortführung ihrer Aktivitäten in UK auf bisherigem Niveau.

Deutscher Immobilienmarkt: Negative Auswirkungen kaum befürchtet

Jeder zweite Befragte ist überzeugt, dass Mieten und Kaufpreise in Deutschland allgemein steigen werden. Negative Brexit-Effekte auf Mieten, Kaufpreise, Transaktionsvolumina und Finanzierungskosten in Deutschland erwarten im Durchschnitt aller Befragten nur zehn bis 15 Prozent. Auch die Finanzierungskonditionen in Deutschland bleiben nach Ansicht von etwa 70 Prozent der Befragten stabil.

An der Befragung haben mehr als 555 in Deutschland tätige Immobilienakteure teilgenommen, darunter Investoren, Projektentwickler, Asset Manager, Finanzierer und Berater. Die Hälfte der Teilnehmer unterhält Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich, mehr als 30 Unternehmen haben ihren Hauptsitz in UK. Die Umfrage hat in der Woche nach dem Referendum stattgefunden.

Lesen Sie auch:

Brexit: Erste britische Immobilienfonds stellen Handel ein

IVD-Umfrage: Britische Investoren fragen verstärkt nach deutschen Immobilien

Wohnungsmarkt

Ist die Mietpreisbremse gescheitert?

Ein Jahr nach Einführung der Mietpreisbremse fällt die Bilanz ernüchternd aus, mehrere Studien kommen zu dem Schluss, dass das Instrument nicht wirkt. Wie ist Ihre Meinung?
Zur Umfrage

Schlagworte zum Thema:  Immobilienmarkt, Brexit

Aktuell

Meistgelesen