04.02.2016 | BNPPRE

Retailmarkt: Mietpreise erreichen Maximum

Filialisten dominieren in vielen Hochfrequenzlagen
Bild: Ulrich Kaifer

Die Mietpreise auf den deutschen Einzelhandelsmärkten stagnieren. Das ergibt der Retailmarkt-Report 2015 von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). Ursache sind der zunehmende Online-Handel, mehr Filialisten und ein höherer Anspruch der Kunden an den stationären Handel. Unter den sieben Top-Märkten verzeichnete nur Düsseldorf einen leichten Anstieg um knapp zwei Prozent.

In den insgesamt 64 von BNP Paribas Real Estate analysierten Märkten hat sich die Spitzenmiete in 45 Städten nicht verändert. An sieben Standorten hat sie leicht zugelegt, wohingegen zwölf Standorte leicht rückläufige Höchstmieten hinnehmen mussten.

Etwa in Frankfurt am Main: Hier gingen die Spitzenmieten um zwei Prozent zurück. Die Mainmetropole ist aber mit 305 Euro pro Quadratmeter immer noch unter den Top 3.

Spitzenreiter bleibt München mit 370 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Berlin mit 310 Euro pro Quadratmeter. Auf dem vierten Platz folgt Düsseldorf mit 285 Euro pro Quadratmeter vor Hamburg und Köln, wo jeweils 280 Euro pro Quadratmeter zu verzeichnen sind.

Schlusslicht unter den Big Seven ist Stuttgart mit 275 Euro pro Quadratmeter. Auch in Leipzig hat sich die Spitzenmiete stabil entwickelt und liegt unverändert bei 120 Euro pro Quadratmeter.

Flächenengpass entspannt sich

Der aus den Vorjahren bekannte Flächenengpass, insbesondere in den absoluten A-Lagen, hat sich im Laufe des Jahres 2015 spürbar entspannt. Insgesamt kann ein steigendes Angebot beobachtet werden. Ein Grund ist, dass in den letzten Jahren eine Reihe von Projektentwicklungen und Renovierungsmaßnahmen stattgefunden und den Märkten Flächen zugeführt haben.

Gleichzeitig ist festzustellen, dass mehr Retailer Flächen aufgeben, sodass ein größeres Potenzial für Nach- und Untervermietungen vorhanden ist. Verantwortlich hierfür ist nicht zuletzt, dass die mittlerweile erreichten Mietpreisniveaus in den bevorzugten Premiumlagen für einige Konzepte und lokale Einzelhändler die wirtschaftlich vertretbare Schmerzgrenze überschritten haben.

Vor allem große sowie internationale Filialisten sind hinsichtlich der Standortqualität zunehmend kompromisslos. Anders als noch vor einiger Zeit sind die Händler kaum bereit, auf Lagen außerhalb der hochfrequentierten Shoppingmeilen auszuweichen. Andererseits spüren auch erfolgreiche Labels den Druck des Online-Handels, sodass sich Neueröffnungen nur noch in optimaler Lage rechnen.

Mittleres Qualitätssegment verliert an Bedeutung

Ein weiterer Trend ist die Konzentration der Nachfrage entweder auf das untere oder obere Qualitätssegment – die Mitte verliert an Bedeutung. Großflächige Retailer im unteren Preissegment sind weiterhin expansiv und profitieren vom geänderten Käuferverhalten. Beispiele hierfür sind die Erfolge von Primark, TK Maxx oder dem polnischen Label Reserved.

Gleiches gilt für viele internationale Luxuslabels, die vor allem die großen deutschen Städte im Fokus haben. Für die besten Adressen an diesen Standorten sind Luxuslabels bereit, hohe Investitionen in Ausbau und Ablöseforderungen zu leisten.

Demgegenüber sind in den mittleren Qualitätssortimenten eine geringere Flächennachfrage, teilweise sogar Flächenaufgaben zu beobachten. Insbesondere dieses Segment leidet unter dem Erfolg der vertikalen Filialisten, die breitere Zielgruppen ansprechen und den Druck auf etablierte Marken erhöhen.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandelsimmobilie

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