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Investments in deutsche Gewerbeimmobilien steigen auf 24 Milliarden Euro

Großvolumige Deals, wie der Verkauf des Trianon, haben zum Ergebnis beigetragen
Bild: Olaf Dziallas

Im ersten Halbjahr 2015 wurden bundesweit rund 24,3 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien angelegt. Das sind fast 41 Prozent mehr als im Vorjahr, wie eine Analyse des Immobilienberaters BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) zeigt. CBRE erwartet basierend auf dem gleichen Halbjahresergebnis für das Gesamtjahr einen Umsatz von rund 45 Milliarden Euro.

Insgesamt wurden BNPPRE zufolge rund 14,8 Milliarden Euro in Einzelobjekte investiert, womit der Vorjahreswert um ein Drittel gesteigert wurde. Der zehnjährige Durchschnitt wurde um zwei Drittel übertroffen. Bezogen auf das gesamte Transaktionsvolumen zeichnen Einzeldeals für rund 61 Prozent des Umsatzes verantwortlich.

Auch Portfoliotransaktionen konnten ihr Volumen um knapp 52 Prozent steigern (BNPPRE) und rund 9,5 Milliarden Euro zum Ergebnis bei. CBRE spricht von einem Anstieg um 45 Prozent auf nunmehr 9,2 Milliarden Euro.

Der Anteil ausländischer Investoren liegt auf hohem Niveau und hat gegenüber dem Auftaktquartal zum Ende des ersten Halbjahres auf 55 Prozent zugenommen, teilt BNPPRE mit. CBRE zufolge lag ihr Anteil im ersten Halbjahr mit 13,7 Milliarden Euro bei 57 Prozent des Gesamtvolumens (1. Halbjahr 2014: 8,2 Milliarden Euro oder 48,5 Prozent). Dabei stellten nordamerikanische Investoren die stärkste Gruppe unter den internationalen Investoren dar: Insgesamt investierten sie 5,5 Milliarden Euro (23 Prozent des Gesamtvolumens), so CBRE.

Die Segmente Einzelhandel und Büro an der Spitze

Hinsichtlich der Assetklassen liefern sich Büro- und Einzelhandelsimmobilien ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Retail-Objekte zum Halbjahr mit einem Anteil von rund 40 Prozent (9,8 Milliarden Euro) knapp für sich entschieden, so BNPPRE.

Bürohäuser, die mit 38 Prozent (9,3 Milliarden Euro) Rang zwei belegen, haben dagegen bei Einzeltransaktionen klar dominiert und kommen auf einen Umsatz von 7,95 Milliarden Euro, was einem Anteil von fast 54 Prozent entspricht. Vor allem großvolumige Hochhausverkäufe im dreistelligen Millionenbereich, wie der Eurotower oder das Trianon in Frankfurt, haben dazu beigetragen.

CBRE errechnete für Bürohäuser einen Transaktionsumsatz von rund zehn Milliarden Euro und damit einen Anteil von rund 42 Prozent am Gesamtvolumen. Dicht dahinter folgten Einzelhandelsimmobilien mit 9,8 Milliarden Euro oder 41 Prozent, die sich hinsichtlich des Transaktionsvolumens im Vorjahresvergleich verdoppelten.

Aufgrund des weiterhin begrenzten Angebots liegen Logistikdeals mit rund 1,6 Milliarden Euro zwar deutlich unter dem Vorjahresergebnis, erzielen aber trotzdem das zweitbeste jemals registrierte Resultat und kommen auf einen Umsatzanteil von gut 6,5 Prozent. Hotelverkäufe tragen rund sechs Prozent (1,5 Milliarden Euro) zum Ergebnis bei und bleiben knapp unter dem Rekordwert des vergangenen Jahres.

Top-5-Standorte im Fokus der Anleger

Im Fokus der Anleger standen vor allem die großen deutschen Standorte, auf die laut BNPPRE rund die Hälfte des Transaktionsvolumens entfällt: Mit rund 12,6 Milliarden Euro sei das Vorjahresergebnis noch einmal um knapp zwei Drittel gesteigert worden.

Laut CBRE war an den Top 5-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München im Vorjahresvergleich eine deutliche Steigerung des Investmentvolumens um 58 Prozent zu verzeichnen. Auf diese Standorte entfielen demnach rund 46 Prozent des gesamtdeutschen Investmentvolumen.

Berlin führt das Ranking an

An die Spitze gesetzt hat sich laut BNPPRE Berlin mit 3,1 Milliarden Euro (plus 127 Prozent), wovon ein Drittel auf anteilig eingerechnete Portfolioverkäufe entfällt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch CBRE und registrierte in Berlin 2,9 Milliarden Euro bei einem Plus von 127 Prozent. In Frankfurt gab es mit 2,7 Milliarden Euro (plus 134 Prozent) ebenfalls einen dreistelligen Zuwachs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014. In München (2,8 Milliarden Euro) und Hamburg (1,9 Milliarden Euro) fielen die Anstiege mit 48 Prozent und 27 Prozent moderater aus. Einzig in Düsseldorf war das investierte Volumen um 37 Prozent auf 703 Millionen Euro rückläufig, da der Vergleichszeitraum des ersten Halbjahres 2014 extrem umsatzstark war.

Deutlich zulegen konnten auch Frankfurt, das mit drei Milliarden Euro (plus 96 Prozent) Platz zwei belegt, gefolgt von München mit knapp 2,9 Milliarden Euro (plus 57 Prozent) auf dem dritten Platz. Nur bezogen auf Einzeltransaktionen führen diese beiden Standorte die Rangliste mit 2,7 Milliarden Euro (Frankfurt) und 2,6 Milliarden Euro (München) klar an. Mit rund zwölf Prozent fiel der Anstieg in Hamburg (knapp 1,84 Milliarden Euro) dagegen bescheiden aus.

Trotzdem stellt dies das zweitbeste Halbjahresresultat aller Zeiten dar. In Köln, wo 868 Millionen Euro umgesetzt wurden, hat sich das Ergebnis um 267 Prozent erhöht. Der Portfolioanteil beläuft sich hier auf fast 40 Prozent.

Börsennotierte Unternehmen und Reits dominieren

Die stärkste Käufergruppe waren mit 6,7 Milliarden Euro oder 28 Prozent börsennotierte Immobilienaktiengesellschaften und Reits, berichtet CBRE, unter anderem durch den Zusammenschluss des niederländischen Shopping-Center-Unternehmens Corio mit dem französischen Unternehmen Klépierre im ersten Quartal. Oder die Übernahme der Kaufhof-Warenhausimmobilien durch die kanadische Hudson's Bay Company (HBC).

Dahinter folgten Asset- und Fondsmanager mit 5,8 Milliarden Euro oder 24 Prozent, gefolgt von offenen Immobilien- und Spezialfonds mit 3,6 Milliarden Euro oder knapp 15 Prozent.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilien, Immobiliendienstleister

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