29.08.2013 | Lünendonk-Trendpapier

Big Data fordert Energieversorger heraus

Big Data wird wichtiger: Energiewende und nachhaltig denkende Verbraucher fordern Energiewirtschaft heraus
Bild: Haufe Online Redaktion

Energiewende und ein verändertes Verbraucherverhalten zwingt Energieversorgungsunternehmen (EVU), bisherige Geschäftsmodelle auf einen nachhaltigen Energie-Mix anzupassen. Big Data wird die Dynamik des Markts zunehmend bestimmen. Lünendonk hat einen Überblick zum Thema veröffentlicht.

Warum die Datenmengen bei Energieversorgern steigen, wie sie mit der Masse an digital vorliegenden Informationen relevante Wettbewerbsvorteile erzielen und die aktuellen Herausforderungen meistern können, darüber gibt das Lünendonk®-Trendpapier 2013 "Big Data in der Energieversorgung – Spannungsfeld zwischen Regulatorien und verändertem Verbraucherverhalten" Auskunft. In Zusammenarbeit mit SAS Institute geben die Lünendonk-Analysten einen Überblick über die Veränderungen in der Energiewirtschaft sowie die damit verbundenen Anforderungen an die Speicherung und Analyse von Massendaten.

Auch ein verändertes Bewusstsein in der Gesellschaft für mehr Nachhaltigkeit in der Energiegewinnung und -verteilung fordert ein Umdenken in der Branche. Der starke Wettbewerb zwischen einer Vielzahl an Energieversorgern und -trägern wird diese Entwicklung auch in den nächsten Jahren weiter forcieren. Für Unternehmen aus der Energiewirtschaft bedeutet dies, den Kunden und dessen Verbrauchsverhalten stärker in den Mittelpunkt der Unternehmensplanung und des Geschäftserfolgs zu stellen. Energieversorger sind daher auf aussagekräftige Informationen über sämtliche Kundenbedürfnisse sowie deren aktuelle und prognostizierte Verbrauchsmengen angewiesen. Das Volumen sowie die unterschiedlichen und komplexen Dateiformate in den Datenbanken der Energieversorger sind in den letzten Jahren ob dieser Themen sprunghaft angestiegen – ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.

Digitalisierung und Durchbruch des Internets pushen Big Data

"Der technologische Fortschritt in Form der Digitalisierung von Geschäfts- und Kundeninformationen sowie die fortschreitende Nutzung von mobilen Internetzugängen und Übertragungsgeschwindigkeiten führte dazu, dass die Anzahl digitaler Daten auch in Energieunternehmen sprunghaft gestiegen ist", so Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Autor des Trendpapiers.

Eine bessere Nutzung von Sensordaten erhöhe die Verlässlichkeit der Netze und reduziert die Notwendigkeit manueller Eingriffe. Regelmäßige Datenströme von elektronischen Sensoren würden bereits heute zur Überwachung in Echtzeit, für Verbrauchsanalysen oder Frühwarnsysteme in der Energieversorgung genutzt. Ausfälle und Versorgungsengpässe könnten so frühzeitig vermieden werden.

"Diese teilweise sehr komplexen und vielschichtigen Datenberge sinnvoll zu nutzen, ist Aufgabe für Analytiker und technologisch anspruchsvolle Analyse-Software und sollte in Energieunternehmen einen hohen Stellenwert einnehmen", so Zillmann weiter.

Versorgungssicherheit und Kosteneinsparpotenziale durch Echtzeitanalyse

Der verschärfte Wettbewerb und der Kostendruck in der Energiebranche erfordern vermehrt die Auseinandersetzung mit möglichen Kosteneinsparpotenzialen. Einer der größten Kostenblöcke für Energieversorger sind die Betriebskosten ihrer Anlagen zur Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Energiekapazitäten. Denn hier verbirgt sich im Störungsfall ein Risikofaktor für große finanzielle Schäden.

Die Überwachung der Turbinen, Kraftwerke, Netze oder Energiespeicher in Echtzeit wird somit in Zukunft ein elementarer ökonomischer Gesichtspunkt sein. Ohne den Einsatz von Big Data Tools können Störungen im Betriebsablauf nicht erkannt und ein Ausfall der Anlagen – und damit Lücken in der Energieversorgung – nicht verhindert werden. Real-time-Analyse ermöglicht es den Energieversorgern durch präventive Kontrollen kostenintensive Störungsfälle zu minimieren und somit die Betriebskosten erheblich zu verringern.

Gewachsene Strukturen bremsen Big-Data-Innovationen

Bis es bei Energieversorgungsunternehmen zum ganzheitlichen Einsatz von Analysemöglichkeiten für Big Data kommt, sind laut dem Lünendonk-Trendpapier noch einige Aufgaben zu erledigen. "Die gewachsenen Strukturen einiger Energieversorger und deren starre IT-Prozesse behindern teilweise das Sammeln und Auswerten großer Datenvolumina", so Zillmann. Es fänden sich häufig unklare Zuständigkeiten für die ganzheitliche Aufbereitung von Produktions-, Übertragungs-, Verbrauchs-, Kunden-, Finanz- und Marktdaten. Zudem seien die Verarbeitungsmöglichkeiten für große Datenkapazitäten vielfach noch nicht auf die Analyse von Big Data ausgerichtet, da es vielerorts an leistungsfähigen Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Datenquellen sowie in-memory-Technologien mangelt.

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