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Bevölkerung in Bad Füssing, Guben und Grömitz altert bis 2030 am stärksten

Die Studie warnt vor Versorgungslücken für ältere Menschen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Deutschland schrumpft: bis 2030 um eine halbe Million Einwohner. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Mit Blick auf die Altersstruktur der Bevölkerung warnt die Studie vor Versorgungslücken für ältere Menschen. Kommunen müssen sich auf einen erhöhten Pflegebedarf einstellen.

Während Sachsen-Anhalt (minus 13,6 Prozent) und Thüringen (minus 9,9) wie auch ländliche Regionen stark an Bevölkerungszahlen verlieren, müssen sich Berlin und Hamburg mit 10,3 und 7,5 Prozent auf große Zuwächse einstellen. Folge: Auf dem Land wird es zunehmend schwieriger, eine funktionierende Infrastruktur etwa bei Nahverkehr oder ärztlicher Versorgung sicherzustellen.

"Es wird für schrumpfende und alternde Regionen immer schwieriger, eine gute Infrastruktur zu gewährleisten", sagte Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Denn auch einwohnerschwache Regionen müssten flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene medizinische Versorgung bieten.

Als Negativbeispiel nennt die Studie Hoyerswerda in Sachsen, Bitterfeld in Sachsen-Anhalt oder Roßleben in Thüringen. Hier sollen in 15 Jahren ein Viertel weniger Menschen als noch 2012 leben. Einen Bevölkerungszuwachs um mehr ein Viertel gibt es dagegen in Unterföhring bei München, Ilvesheim im Rhein-Neckar-Gebiet und im brandenburgischen Teltow im Berliner Speckgürtel.

Altersstruktur: Gefahr von Versorgungslücken

Mit Blick auf die Altersstruktur der Bevölkerung warnt die Studie vor Versorgungslücken für ältere Menschen. Kommunen müssen sich auf einen erhöhten Pflegebedarf einstellen. 2030 sind demnach mehr als die Hälfte der Deutschen älter als 48,1 Jahre.

2012 lag dieses sogenannte Medianalter noch bei 45,3 Jahren. Auch bei diesem Wert zeigt die Studie große Schwankungen je nach Region. In Berlin und Hamburg wird das Medianalter 2030 mit 43 Jahren am niedrigsten sein, am höchsten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt (beide 53) und Mecklenburg-Vorpommern (52,6).

Der Blick in einzelnen Kommunen zeigt: München, Unterföhring und Münster in Westfalen werden die jüngsten Städte sein. Eine besonders alte Bevölkerung sollen 2030 Bad Füssing in Bayern, Guben in Brandenburg und Grömitz in Schleswig-Holstein haben.

Die Zahl der über 80-Jährigen steigt bundesweit um fast 50 Prozent auf über 6,3 Millionen. 2030 wird Berlin rund drei Viertel mehr über 80-Jährige haben. Einen starken Anstieg bei dieser Altersgruppe gibt es auch in Schleswig-Holstein (plus 69 Prozent) und Brandenburg (plus 61 Prozent). Moderater geht es im Saarland (plus 32) und Nordrhein-Westfalen (plus 36) zu.

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