| F+B-Mietspiegelindex 2012

Bestandsmieten in Deutschland steigen um 1,2 Prozent

Die Preise für Altbauten steigen am stärksten
Bild: Haufe Online Redaktion

In Deutschland steigen die Mieten weiter. Im vergangenen Jahr sind die Bestandsmieten um 1,2 Prozent gestiegen und damit etwas stärker als im Vorjahr (ein Prozent). Dies ist das Ergebnis des aktuellen F+B-Mietspiegelindex 2012. Am stärksten steigen Altbaumieten.

Analysiert wurden die Nettokaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage in Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern und veröffentlichten Mietspiegeln. Für den F+B-Mietspiegelindex 2012 wurden die Mietspiegel für 324 Städte und Gemeinden ausgewertet.

Teuerste Metropolen: München, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Hamburg

"Zwar beobachten wir für Hamburg und Berlin in den vergangenen Jahren die höchsten Steigerungsraten bei den Bestandsmieten, die teuerste Großstadt ist aber nach wie vor München", so Dr. Michael Clar, Geschäftsführer von F+B. Die Münchner zahlen durchschnittlich 9,74 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete für ihre Bestandswohnungen und liegen damit 59 Prozent über den 6,13 Euro pro Quadratmeter, die in den Mietspiegelstädten insgesamt im Schnitt gezahlt werden.

Ebenfalls weit oben auf der Rangliste sind neben weiteren Städten im Münchner Umland die Metropolräume Stuttgart (Rang 3), Köln (6), Frankfurt/M (8) und Hamburg (15). In Stuttgart liegen die Mieten mit 8,02 Euro pro Quadratmeter um 31 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, in Köln und Frankfurt am Main mit 7,93 beziehungsweise 7,70 Euro um 29 beziehungsweise 26 Prozent und in Hamburg müssen Mieter durchschnittlich 7,39 Euro, also 21 Prozent mehr für den Quadratmeter Wohnfläche bezahlen.

F+B Mietspiegelindex spiegelt Wohnmarktsituation wider

"Der F+B-Mietspiegelindex spiegelt hiermit auch die Wohnungsmarktsituation in den Wirtschaftsmetropolen Deutschlands wider", so Clar. "Ein attraktives Arbeitsplatzangebot zieht mehr neue Wohnungsnachfrager an, der Wohnungsmarkt wird enger und die Mieten steigen schneller."

Wenn auch auf insgesamt niedrigerem Mietenniveau ist dieser Effekt ebenfalls für ostdeutsche Großstädte feststellbar. Jena liegt auf dem 23. Indexrangplatz mit einer Durchschnittsmiete von 6,99 Euro pro Quadratmeter auch deutlich über dem Durchschnitt aller Mietspiegelstädte. Die übrigen ostdeutschen Großstädte rangieren überwiegend darunter, so zahlt man zum Beispiel in Erfurt im Schnitt 6,08, Potsdam
liegt mit 5,83 beim Berliner Niveau und in Dresden und Schwerin liegt die Durchschnittsmiete
bei 5,58 beziehungsweise 5,44 Euro für den Quadratmeter.

Berlin bleibt vergleichsweise günstig

Vergleichsweise günstig ist das Wohnen in der Hauptstadt: In den westlichen Stadtteilen Berlins kosten Bestandswohnungen momentan im Schnitt 5,99, in den östlichen 5,64 Euro pro Quadratmeter. Nicht nur in Berlin ist ein zunehmender Nachfragedruck auf die Innenstädte zu beobachten. Die höchsten Mietsteigerungen werden in den hier vielfach vorhandenen Altbaubeständen der Gründer- und Zwischenkriegsjahre registriert.

Im Durchschnitt liegen die Vergleichsmieten für diese Wohnungen um 1,6 bis 2,3 Prozent pro Jahr über den Werten der Vormietspiegel. In den 1950er-Jahre-Bestände stiegen die Mieten mit jährlich 1,4 Prozent in etwa genauso stark wie im neusten Neubau der 2000er-Jahre (1,2 %). Etwas geringer fallen die Steigerungen mit zwischen 0,7 und 1,1 Prozent für die übrigen Bauepochen aus.

Schlagworte zum Thema:  Mietpreis, Mietspiegel, Immobiliendienstleister

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