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Berliner Mietpreise entwickeln sich dynamischer als in anderen Metropolen

Berlin erfreut sich großer Beliebtheit unter Zuzüglern: Das lässt die Angebotspreise dynamisch weiter steigen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Berliner Wohnungsmarkt verzeichnet laut einer Studie von Jones Lang LaSalle 1. Halbjahr 2013 den höchsten Mietanstieg (+ 5,3 %) unter acht untersuchten deutschen Metropolen. Die Hauptstadt habe das größte Nachholpotenzial und werde auch weiterhin eine hohe Dynamik aufweisen.

"Berlins Attraktivität, besonders für Zuwanderer aus dem In- und Ausland, bleibt ungebrochen", sagt Roman Heidrich, Leiter Residential Valuation Advisory Berlin. Die steigende Bautätigkeit müsse mindestens viermal so hoch sein, um den aktuellen Bevölkerungszuwachs auf dem Wohnungsmarkt aufzunehmen. Zudem habe

Trotz des weiter starken Aufwärtstrends bleibt die Stadt mit 8,00 Euro pro Quadratmeter und Monat allerdings die zweitgünstigste unter den von Jones Lang LaSalle untersuchten acht Städten. Bei den Eigentumswohnungen hat sich die Abschwächung der Preisentwicklung im ersten Halbjahr 2013 fortgesetzt (+ 3,5 % nach + 7,7 % im 2. Halbjahr 2012). Auf Jahressicht legten die Preise damit um 11,2 Prozent auf 2.450 Euro pro Quadratmeter zu.

Berlin liegt damit nach wie vor auf Platz sechs - vor Köln und Leipzig.

Spitzenreiter: München bleibt teuerste Stadt

München bleibt der mit Abstand teuerste Wohnungsmarkt Deutschlands mit einer Angebotsmiete von 14,45 Euro pro Quadratmeter und Monat im ersten Halbjahr 2013 einen neuen Spitzenwert. Auf Jahressicht verzeichnet der Mietwohnungsmarkt der bayerischen Landeshauptstadt mit + 9,8 Prozent den größten Anstieg aller acht untersuchten Städte. Der Abstand zur zweitplatzierten Stadt (Frankfurt, 11,95 Euro / m² / Monat) und zu den anderen Städten ist weiter gewachsen.

Auch bei Eigentumswohnungen hat München seine Preisführerschaft weiter ausgebaut (+ 14,1 %, im Jahresvergleich nach Düsseldorf zweithöchster Anstieg der acht Städte) und nähert sich mit einem Median von 4.830 Euro pro Quadratmeter weiter der 5.000 Euro-Marke. "In München sind 2012 zum zweiten Mal in Folge wieder deutlich mehr als 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt worden", so Roman Heidrich, Leiter Residential Valuation Advisory Berlin.. Angesichts der jährlichen Zunahme der Einwohnerzahl von zurzeit etwa 28.000 Menschen sei allerdings keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erwarten.

Frankfurter Neubaumieten steigen nur marginal

Mit einer Angebotsmiete von 11,95 Euro pro Quadratmeter und Monat liegt Frankfurt nach München nach wie vor an zweiter Stelle. Die Mieten legten in Frankfurt seit Mitte 2012 um 3,7 Prozent zu, der Anstieg bei Neubauwohnungen ist dabei allerdings nur noch marginal.

Bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen geht der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre weiter. Auf Jahressicht verteuerten sie sich um 8,1 Prozent auf 3.170 Euro pro Quadratmeter. "Die Zahl geplanter Neubaumaßnahmen ist in Frankfurt groß, aber bis zur Realisierung vergehen oft Jahre, sodass der Wohnungsmarkt bislang noch nicht entlastet werden konnte", sagt Sebastian Grimm, Leiter Residential Valuation Advisory Frankfurt. Bis auf weiteres stagnierten die Wohnungsbaufertigstellungen unterhalb des Bedarfsniveaus - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Mieten und Preise in Frankfurt.

Köln überholt Düsseldorf: Deutlicher Preisanstieg in Ehrenfeld und Nippes

Aufgrund eines auch in der ersten Jahreshälfte 2013 ungebrochenen Mietpreisanstiegs überholt Köln preislich Düsseldorf zum ersten Mal seit 2011 wieder. Auf Jahressicht stiegen die Angebotsmieten nach dem JLL-Residential City Profile um 5,4 Prozent auf 9,30 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das ist insbesondere auf die Verteuerung preisgünstiger Wohnungen und Lagen zurückzuführen.

Einen nur mäßigen Anstieg hatte Köln in den vergangenen Jahren bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen gezeigt. Im ersten Halbjahr 2013 betrug der Preisanstieg allerdings 12,1 Prozent (auf 2.320 Euro / m²), nur in Leipzig lag das Wachstum noch höher. Trotzdem bleibt die Domstadt noch die zweitgünstigste der acht von Jones Lang LaSalle untersuchten Märkte. Ein deutlicher Preisanstieg lässt in früher eher einfachen Lagen wie Ehrenfeld und Nippes erkennen.

"Zugleich ist in Zukunft von niedrigeren Baufertigstellungszahlen auszugehen, was den Kölner Wohnungsmarkt weiter beleben sollte", so Sebastian Grimm, Leiter Residential Valuation Advisory Frankfurt.

Hamburger Mietpreise stagnieren auf hohem Niveau

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2007 stiegen die Angebotsmieten in Hamburg im ersten Halbjahr 2013 nicht mehr, sondern stagnierten auf hohem Niveau bei 10,70 Euro pro Quadratmeter und Monat. Damit endet die längste Aufschwung-Phase einer deutschen Großstadt. Im Gegensatz zum Mietwohnungsmarkt verteuerten sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Hamburg zwar noch weiter, verzeichnen aber im ersten Halbjahr mit + 2,5 Prozent den geringsten Anstieg aller acht untersuchten Städte. Auf Jahressicht legten die Preise allerdings mit + 8,2 Prozent deutlich zu (auf 3.300 Euro /m²).

Während das günstige Finanzierungsumfeld den Eigentumswohnungsmarkt weiter antreibt, suchen Mieter verstärkt nach günstigeren Alternativen, mit einer Stabilisierung der Angebotsmieten in der Folge. "Das geringe Angebot bleibt jedoch bis auf weiteres das bestimmende Element auf dem Hamburger Wohnungsmarkt", so Roman Heidrich, Leiter Residential Valuation Advisory Berlin.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Mietpreis

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