29.10.2013 | TLG Immobilien

Berliner Gewerbeimmobilien: Mietpreissteigerungen bis zu 20 Prozent

Berliner Gewerbeimmobilien weisen eine bis zu 20-prozentige Mietpreissteigerung auf
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In Ostdeutschland bieten sich aufgrund von Mietpreissteigerungen in allen Assetklassen gute Chancen für Investitionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue TLG-Studie. Besonders attraktiv sind derzeit Berliner Büroobjekte: Hier stiegen die Mieten von 2011 auf 2012 von 20 auf 22 Euro pro Quadratmeter, in Nebenlagen wurde eine Mietsteigerung um 20 Prozent von zehn auf zwölf Euro pro Quadratmeter registriert.

Der Report "Immobilienmärkte Berlin und Ostdeutschland 2013" zeigt, dass nicht nur die Hauptstadtregion Berlin/Potsdam, sondern auch Regionalzentren wie Leipzig und Halle, Dresden und Erfurt sowie Jena und Rostock zu etablierten Investitionsstandorten werden. Grundlage des Berichts ist die Analyse von rund 2.000 internen und externen Daten der 22 großen ostdeutschen Städte sowie der Hauptstadt Berlin.

Berlin: Gewerbeimmobilien zunehmend im Fokus der Investoren

Mit 1,6 Milliarden Euro, die im Jahr 2012 allein in Berlin in den Kauf von Wohnungsportfolios investiert wurden, ist die Hauptstadt mit Abstand der beliebteste Investitionsstandort für Wohnimmobilien in Deutschland. Die gute Konjunkturlage in Berlin bewirkt, dass Gewerbeimmobilien in der Hauptstadt zunehmend in den Fokus von Investoren rücken.

Steigende Bürobeschäftigtenzahlen und sinkende Büroleerstände machen Büroinvestments besonders attraktiv. In den Citylagen stieg die Büromiete im Jahresvergleich 2012/2011 in der Spitze von 20 auf 22 Euro pro Quadratmeter, in Nebenlagen wurde eine Mietsteigerung um 20 Prozent von zehn auf zwölf Euro pro Quadratmeter registriert.

Bei Einzelhandelsimmobilien zeigt sich in Berlin ein ähnlich positives Bild. In den Top-Lagen stiegen die Spitzenmieten sowohl für kleinere Flächen bis 100 Quadratmeter als auch für Flächen ab 150 Quadratmeter. Die teuersten Handelsflächen befinden sich im Westteil Berlins und kosten in der Spitze bis zu 280 Euro pro Quadratmeter (2011: 260 Euro pro Quadratmeter).

Die guten Ausgangsbedingungen in Berlin verleihen auch dem Wohnsegment Auftrieb: Mietpreise, Preise für Wohneigentum und Wohnbauland stiegen im vergangenen Jahr weiter an. Für vermieteten Wohnraum im modernisierten Altbau und in guter bis sehr guter Lage belief sich das Plus im Vorjahresvergleich auf rund 15 Prozent. Die Miete stieg von 13 auf 15 Euro pro Quadratmeter in der Spitze, im Neubau erreichte die Spitzenmiete für gut bis sehr gut gelegene Wohnungen 16 Euro pro Quadratmeter (2011: 14 Euro pro Quadratmeter).

Steigerungsraten ließen sich darüber hinaus bei Eigentumswohnungen und Doppelhaushälften beziehungsweise Reihenhäusern feststellen. Beispielsweise kostete eine Doppelhaushälfte im Ostteil der Stadt 2012 mit 500.000 Euro in der Spitze doppelt so viel wie im Vorjahr.

Büroimmobilien mit stabiler Preisentwicklung und sinkendem Leerstand

Auch am Markt für Büroflächen dominierten im Jahresvergleich 2012/2011 stabile bis steigende Mieten. In 16 von 18 ostdeutschen Städten, in denen ein Vergleich der Büromieten zum Vorjahr möglich war, wurden 2012 konstante bis steigende Preise für Büros mit einfachem bis mittlerem Nutzwert erzielt.

Bei Büros mit gutem Nutzwert beläuft sich die Anzahl der Städte mit stabilen bis steigenden Mieten auf 15 von 19 Städten mit vergleichbaren Angaben. Die teuersten Büroflächen mit bis zu zwölf Euro pro Quadratmeter sind unverändert in Potsdam und Rostock zu finden.

Den stärksten Anstieg der Büromiete für Flächen mit gutem Nutzwert registrierte Dresden mit einem Plus von 4,5 Prozent. Die Aufwärtsentwicklung bei den Mieten lässt sich unter anderem mit der positiven Dynamik der Bürokennzahlen in vielen Städten begründen. Eine sinkende Leerstandsrate wurde in knapp der Hälfte der 22 Regionalzentren ermittelt.

Leipzig bleibt teuerster Einzelhandelsstandort

Wie die Studie zeigt, verzeichnen zehn von 22 Städten (ohne Berlin) in 2012 über alle vier untersuchten Flächenkategorien hinweg konstante bis steigende Mieten. Über die teuersten Einzelhandelsflächen verfügt hier nach wie vor Leipzig. Hier werden in der Spitze bis zu 130 Euro pro Quadratmeter für kleinere Flächen bis 100 Quadratmeter erzielt, was einem Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr von 8,3 Prozent entspricht. Der höchste Anstieg bei den Einzelhandelsmieten ist in Thüringen zu sehen. In der Landeshauptstadt Erfurt stiegen die Mieten für Flächen bis 100 Quadratmeter im Geschäftskern gegenüber dem Vorjahr um 22,2 Prozent – von 90 auf 110 Euro pro Quadratmeter.

Mit Blick auf die größeren Einzelhandelsflächen ab 150 Quadratmeter entwickeln sich die Spitzenmieten in Jena besonders stark nach oben: Hier verdoppelten sich die Mieten in der Spitze innerhalb eines Jahres von 30 auf 60 Euro pro Quadratmeter. Am teuersten sind die zentralen, größeren Flächen jedoch ebenfalls in Erfurt, wo in der Spitze 90 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Leipzig folgt in dieser Kategorie mit 70 Euro pro Quadratmeter auf Rang 2.

Potsdamer wohnen am teuersten

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Potsdamer nach wie vor die höchsten Mieten und Preise in Kauf nehmen müssen. Obwohl das Mietpreisniveau in der Landeshauptstadt schon seit Jahren vergleichsweise hoch ausfällt, weisen die Mieten weiterhin Steigerungsraten auf. Verglichen mit der Spitzenmiete im Altbau von 8,20 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2010 stieg die Spitzenmiete gegenüber 2012 um rund 34 Prozent an. Auf Platz 2 und 3 der höchsten Mieten befinden sich wie bereits im Vorjahr Rostock und Jena.

In der Hansestadt erreichten die Mieten nun auch im Altbau die 10-Euro-Marke (2011: 4-9 Euro pro Quadratmeter). In Jena blieb es bei Mietpreisspannen von 6,50 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter im modernisierten Altbau beziehungsweise von 6,80 bis 9,20 Euro pro Quadratmeter für Neubauwohnungen.

Auch hinsichtlich Eigentumswohnungen führt Potsdam die Preistabelle mit großem Abstand an: Mit Kaufpreisen von bis zu 4.600 Euro pro Quadratmeter im Altbau beziehungsweise 4.900 Euro pro Quadratmeter im Neubau werden hier für eine Eigentumswohnung bereits ähnliche Preise aufgerufen wie in Düsseldorf, Frankfurt oder Köln. Anders als bei den Wohnungsmieten folgen auf Potsdam allerdings hier Dresden und Leipzig auf Rang 2 und 3 – in der Elbmetropole muss mit Preisen in der Spitze von 3.600 Euro pro Quadratmeter (Leipzig: 3.500 Euro pro Quadratmeter) im Altbau und mit 4.500 Euro pro Quadratmeter (Leipzig: 4.000 Euro pro Quadratmeter) im Neubau gerechnet werden.

Zum Download der Studie „Immobilienmärkte Berlin und Ostdeutschland 2013“

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Büroimmobilie

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