Die Preise für Eigentumswohnungen in Berlin steigen weiter. Grund ist das knappe Angebot. Das teilte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Berliner Senatsverwaltung mit. Im Schnitt lagen die Kaufpreise im ersten Halbjahr 2017 um zehn Prozent höher als 2016. So wurden Neubauwohnungen mit 5.038 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Eine 120 Quadratmeter große Wohnung kostete durchschnittlich rund 600.000 Euro.

Ausgewertet wurden insgesamt 14.400 Kaufverträge, die den amtlichen Gutachtern bis zum 31. August vorlagen. Das waren etwa fünf Prozent (15.200) weniger Verträge als im Vorjahreszeitraum. Dafür floss mehr Geld: Acht Milliarden Euro gingen über den Tisch – 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den Eigentumswohnungen ging die Zahl der Verträge um sechs Prozent zurück. Sie machten etwa 60 Prozent der Kauffälle aus. In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Berlin laut einer Studie von Accentro um 160 Prozent.

"Der weiterhin hohen Nachfrage nach Berliner Immobilien steht ein insgesamt zu geringes Angebot gegenüber", erklärten die Gutachter.

Grundstücke dringend gesucht

Es fehle an Bauland, so die Gutachter. Nur wenige Grundstücks- und Wohnungsbesitzer wollen den Gutachtern zufolge verkaufen – demgegenüber stünde eine hohe Nachfrage: Investoren und private Käufer suchten aufgrund der niedrigen Zinsen nach Immobilien. Das spiegelt sich auch in den Zahlen der Gutachter wider. Während sich sowohl bei den bebauten als auch bei den unbebauten Grundstücken bei den Kaufverträgen nichts verändert hat, sind die Geldumsätze deutlich gestiegen: bei den bebauten Grundstücken um 33 Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro, bei den unbebauten Grundstücken um satte 130 Prozent auf rund eine Milliarde Euro.

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Umsatz mit Ein- und Zweifamilienhäusern geht zurück

Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern sank die Zahl der Kaufverträge um sieben Prozent von 1.333 (2016) auf 1.243 im ersten Halbjahr 2017. Auch der Geldumsatz ging nach Auswertungen der Gutachter zurück. Wurden 2016 noch Häuser im Wert von 557,6 Millionen Euro gehandelt, waren es in den ersten sechs Monaten 2017 nur noch 504,7 Millionen Euro.

Ähnlich ist die Lage bei Wohn- und Geschäftshäusern: Hier standen 13 Prozent weniger Kauffälle (216) einem um acht Prozent gesunkenen Geldumsatz (988,4 Millionen Euro) gegenüber. Ein ganz anderes Bild zeichnet der Markt für Mietwohnhäuser. Hier stieg der Geldumsatz um 65 Prozent auf 803,8 Millionen Euro. Die Zahl der Verträge nahm um 18 Prozent auf 244 zu.

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