Berlin bleibt auch 2019 bevorzugtes Ziel für Immobilieninvestoren, wie eine europaweit angelegte Trendstudie der Beratungsgesellschaft PwC und dem Urban Land Institute zeigt. Auch wenn die deutsche Hauptstadt mittlerweile als überteuert gilt, lohnen sich Investitionen hier noch: Die Gesamtrendite auf Investments steigt seit 2012 kontinuierlich an. Die befragten Experten rechnen in Berlin noch vor allen anderen Städten mit weiteren Mietsteigerungen.

"Der Markt muss sich darauf einstellen, dass dies so weiter geht: Die Popularität der Stadt bleibt ungebrochen, Investoren schauen in Europa nach wie vor auf Berlin", sagt Susanne Eickermann-Riepe, Partnerin und Leiterin Real Estate bei PwC Deutschland.

Laut PwC hat der Wirtschaftsstandort Berlin in den Jahren seit der Wiedervereinigung auch von vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten profitiert und war ein Magnet für junge Talente aus dem In- und Ausland. Für junge Unternehmen und kleinere Betriebe könnten die prognostizierten steigenden Kosten auf dem Wohnungsmarkt mittelfristig zu einem Nachwuchsproblem führen.

Rekordleerstände bei Büroimmobilien

Trotz der hohen Beliebtheit Berlins wurden in den vergangenen zwölf Monaten nur acht Milliarden Euro investiert, nach neun Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Grund hierfür ist der Studie zufolge nicht, dass niemand mehr investieren will, "es gibt nur einfach nicht mehr viele lohnenswerte Anlageobjekte. Bei den Büroimmobilien sehen wir Leerstandsquoten von rekordverdächtigen 2,7 Prozent", so Eickermann-Riepe.

Im Kommen sind flexible Wohnflächen, wie eine Marktanalyse von JLL zeigt.

Auch Frankfurt, Hamburg und München in den Top 10

Berlin steht im aktuellen Ranking der PwC-Studie auf Platz zwei hinter Lissabon. Die portugiesische Hauptstadt zeichnet sich der Umfrage zufolge vor allem durch eine hohe Lebensqualität aus. Deshalb hat Lissabon innerhalb eines Jahres neun Plätze gut gemacht.

Insgesamt schneiden die deutschen Metropolen besonders gut ab: Auch Frankfurt am Main (Rang 5), Hamburg (7) und München (10) liegen weit vorne in der Gunst europäischer Immobilieninvestoren. In allen diesen Städte gehen die befragten Investoren von weiter steigenden Mieten aus. München hat sechs Plätze verloren seit der Umfrage vor einem Jahr, unter anderem deshalb, weil die Investoren die Preise wie in den anderen genannten Metropolen auch für stark überteuert halten.

 

Für die Studie "Emerging Trends in Real Estate: Creating an impact Europe 2019" wurden 818 Vertreter von Immobilienfirmen, Investmentmanagern, Immobilienentwicklern, Institutionellen Investoren, Kreditgebern, börsengehandelten Immobilienfonds und Bauträgern in Europa befragt.

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