Berlin: Junge Leute plädieren für Bau von Wohnhochhäusern

41 Prozent der Berliner nannten in einer Umfrage der Berliner Sparkasse den Bau von Hochhäusern als Lösung für mehr Wohnraum in der wachsenden Hauptstadt. Verstärkt gaben das junge Leute im Alter von 18 bis 29 Jahren (53 Prozent) an. Wie geantwortet wurde, ist auch eine Frage des Einkommens.

Jeder Dritte der 1.000 befragten Berliner (34 Prozent) stimmte für den Bau kleinerer Wohnungen. Dieser Ansicht sind der Studie zufolge tendenziell eher Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro (44 Prozent) und Personen im Alter ab 50 Jahren (38 Prozent).

Wer mehr als 3.000 Euro netto pro Monat einnimmt, sprach sich verstärkt für das Schließen von Baulücken (73 Prozent) und durch den Ausbau von Dachgeschossflächen (63 Prozent) aus. Insgesamt nannten 59 Prozent der befragten Berliner das Schließen von Baulücken als Lösung für die Wohnraumschaffung und 52 Prozent die Aufstockung.

13 Prozent der Befragten schlugen vor, bestehende Wohnungen zu teilen, und fünf Prozent der Berliner sehen gar keinen Bedarf für mehr Wohnungsneubau. 

Wo sollen die neuen Wohnungen in Berlin gebaut werden?

Nahezu jeder zweite Bewohner der Hauptstadt (48 Prozent) meinte, dass die neuen Wohnungen außerhalb des S-Bahnrings, aber noch auf Berliner Gebiet gebaut werden sollten. Das sagten überwiegend Personen im Alter von 30 bis 49 Jahren (54 Prozent) und Befragte, die bereits außerhalb des S-Bahnrings wohnen (53 Prozent).

Mehr als 38 Prozent würden es vorziehen, dass die neuen Wohnungen innerhalb des S-Bahnringes entstehen sollten. Das sagten 51 Prozent der Berliner, die aktuell im Bereich des S-Bahnringes wohnen, 55 Prozent aus der Gruppe mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro und 47 Prozent der jungen Menschen der Altersgruppe 18 bis 29 Jahren. 13 Prozent der Berliner präferieren den Neubau von Wohnungen im Land Brandenburg.

Berlin-Präferenz ab 50 plus höher als bei den Jungen

63 Prozent der Befragten sagten in der Umfrage, sie wünschten sich mehr Mitsprachrecht bei Bauvorhaben in Berlin. Diesen Wunsch äußerten vor allem die jungen Bürger im Alter von 18 bis 29 Jahren (75 Prozent), Personen mit höherer Schulbildung (Abitur) und Personen, die im Bereich des S-Bahnringes wohnen (jeweils 70 Prozent).

76 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie im Alter noch in Berlin wohnen wollen, das betrifft vor allem die Gruppe mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro (87 Prozent). Die Umzugsbereitschaft steigt mit zunehmendem Haushaltsnettoeinkommen: Nur 31 Prozent der Berliner mit einem Haushaltsnettoeinkommen ab 3.000 Euro pro Monat wollen im Alter noch in Berlin wohnen. Erstaunlich ist, dass Berliner im Alter ab 50 Jahren (86 Prozent) eine höhere Berlin-Präferenz haben als Jüngere (70 Prozent).

Junge und Besserverdienende sehen in der Gentrifizierung eher eine Chance

61 Prozent aller Berliner sehen in der Gentrifizierung ein Risiko, insbesondere Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro pro Monat (68 Prozent) und Personen im Alter ab 50 Jahren (65 Prozent). 39 Prozent der befragten Berliner sehen der Entwicklung hin zu beispielsweise Szenevierteln eine Chance. Das gaben vor allem Befragte im Alter von 18 bis 29 Jahren (50 Prozent) und besser verdienende Berliner mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro und mehr (47 Prozent) an.

83 Prozent der Berliner sagten, dass sie sich mit ihrem Kiez identifizieren können. Das meinten vor allem Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro (88 Prozent) und Befragte über 50 Jahre (87 Prozent). Für die Gestaltung des Kiezes verantwortlich ist für mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) die Lokalpolitik: 64 Prozent aus dem Ostteil der Stadt und Personen im Alter ab 30 Jahren sagten das.

27 Prozent der Berliner sind der Auffassung, dass die Kiezbewohner selbst für die Gestaltung der Quartiere verantwortlich sind: Das sagten vor allem Bewohner, die im Bereich des S-Bahnrings (33 Prozent) und im Westteils Berlins (32 Prozent) wohnen. 16 Prozent der Befragten sehen die Verantwortung bei lokalen Unternehmen, insbesondere Befragte im Alter von 18 bis 29 Jahren (24 Prozent). Nur fünf Prozent der Berliner nannten lokale Vereinen.


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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Berlin