E-Commerce boomt – der Bedarf nach Citylogistik-Flächen und smarten Lösungen wächst Bild: Hermes

In den kommenden Jahren wird der Bedarf innerstädtischer Logistikflächen in den Hauptzentren Europas stark wachsen. Das geht aus einer Studie von Cushman & Wakefield und P3 Logistic Parks hervor. Das Paketzustellungsaufkommen wird wegen des E-Commerce-Booms bis 2021 europaweit um 69 Prozent steigen. Berlin wird bis dahin 370.000 Quadratmeter zusätzliche innerstädtische Logistikflächen – mehr als jede andere deutsche Stadt.

Den zweithöchsten Bedarf an innerstädtischen Logistikflächen wird laut „Urban Logistics Report“ mit 235.000 Quadratmetern Hamburg haben, noch vor München mit 205.000 Quadratmetern. Deutschlandweit wird der Flächenbedarf um 77 Prozent steigen.

London ist dem Report zufolge der größte und am weitesten fortgeschrittene E-Commerce-Markt in Europa in Bezug auf Bevölkerung und Kaufkraft. Hier beträgt der aktuelle Flächenbedarf an innerstädtischen Logistikflächen 870.000 Quadratmeter. Der Bedarf wird laut „Urban Logistics Report“ bis 2021 bereits 1,2 Millionen Quadratmeter übersteigen – diese würde einer Zuwachsrate von 42 Prozent entsprechen.

Prozentual gesehen wird der Flächenbedarf in Spanien am stärksten steigen. In Madrid und Barcelona rechnen die Studienautoren mit einer Wachstumsrate von 102 Prozent auf 360.000 Quadratmeter beziehungsweise 167.000 Quadratmeter. Der Flächenbedarf an innerstädtischen Flächen in Warschau, einem relativ kleinen Markt, wird bis 2012 um 90 Prozent von 43.000 Quadratmeter auf 82.000 Quadratmeter ansteigen.

-> Smarte Lösungen sind im Trend – der Platz für moderne Flächen fehlt

City-Zustellungskosten machen 50 Prozent der Kosten der Versorgungskette aus

Der Report zeigt, dass die innerstädtischen Zustellungskosten von insgesamt 70 Milliarden Euro hoch sind und bis zu 50 Prozent der gesamten Kosten der Versorgungskette in Europa ausmachen.

Cushman & Wakefield und P3 Logistic Parks gehen von einer Steigerung in den kommenden fünf Jahren von sieben bis zehn Prozent aus. Derzeit befinden sich Logistikobjekte zur innerstädtischen Versorgung vor allem an den Rändern der Ballungsräume. Für Logistik ist es schwierig, Flächen in der Innenstadt zu sichern, da die logistische Nutzung im Flächenwettbewerb mit höherwertigen Grundstücksnutzungen wie Wohnen steht und die Kommunalpolitik in Bezug auf Logistik restriktiv ist.

"Die Tatsache, dass ein Anstieg um 42 Prozent in Großbritannien der kleinste Anstieg ist, spricht Bände dafür, in welche Richtung sich der Markt bewegen wird", sagt Lisa Graham, Head of EMEA Logistics Research & Insight bei Cushman & Wakefield.

Künftig werde es für Online-Einzelhändler und Paketzusteller entscheidend sein, innerstädtische Logistikflächen zu nutzen, um die steigenden Erwartungen der Kunden in Bezug auf Schnelligkeit und Verlässlichkeit der Zustellung befriedigen zu können. Gleichzeitig müssten die Kosten gesenkt werden, um höhere Mieten rechtfertigen zu können.

„Die Nachfrage ist zweifelsohne vorhanden", ergänzt Co-Autor David Szendzielarz von P3 Logistic Parks.

Allerdings bringe die Sicherung der notwendigen Genehmigungen große Herausforderungen mit sich.

-> BauGB Novelle 2017: Bundesrat winkt Änderungen durch

Schlagworte zum Thema:  Logistikimmobilie, E-Commerce

Aktuell
Meistgelesen