Unter den 16 Landeshauptstädten in Deutschland sind die Wohnnebenkosten in Saarbrücken am höchsten (2.196 Euro pro Jahr), in München sind die jährlichen Gesamtnebenkosten mit 1.643 Euro am günstigsten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundes der Steuerzahler (BdSt). Wohnkostentreiber Nummer eins ist laut BdSt-Präsident Reiner Holznagel der Staat.

Ermittelt wurden für das BdSt-Ranking die Wohnnebenkosten für einen Musterhaushalt mit drei Personen in innerstädtischer Lage, die durch Wasserentgelte, Schmutzwassergebühren, Niederschlagswassergebühren, Abfallgebühren, die Straßenreinigungsgebühr sowie Gebühren für Winterdienst, Anwohnerparkausweis, Schornsteinfeger, der Rundfunkbeitrag sowie die Grundsteuer.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert vor allem den Staat, der durch Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, Gebühren und sonstige Abgaben zu den hohen Wohnnebenkosten beitrage. "Wohnen in Deutschland ist teuer genug", so Holznagel: "Es gibt ausreichend Spielraum für eine spürbare Entlastung der Bürger."

Nach einer Umfrage von ImmobilienScout24 werden Wohnnebenkosten zu einer immer größeren Belastung für die Privathaushalte.

Erhebliche Kontraste zwischen den Städten

Dabei gibt es erhebliche Unterscheide bei den einzelnen Posten: So sind die Schmutzwassergebühren zum Beispiel in Potsdam mit jährlich 678 Euro mehr als drei Mal so hoch wie in Mainz mit jährlich 210 Euro. Auch bei den Niederschlagswassergebühren gibt es starke Unterschiede zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt: In Kiel betragen sie 72 Euro im Jahr, in Berlin aber 235 Euro. Beim Trinkwasserpreis inklusive Grundgebühr ist Berlin laut BdSt am günstigsten mit 295,32 Euro, während in Saarbrücken 463,50 Euro bezahlt werden müssen.

Für die Straßenreinigung muss nicht in allen Bundesländern bezahlt werden, frei sind in Potsdam, Hamburg, Bremen und Stuttgart. München ist am günstigsten und kostet 60,90 Euro pro Jahr, in Wiesbaden müssen die Einwohner immerhin 182,16 Euro berappen. Die Abfallgebühren sind in Düsseldorf am höchsten mit 277,92 Euro jährlich und am günstigsten in Magdeburg mit 124,80 Euro.

Grundsteuer in Berlin am teuersten (Durchschnitt 569,58 Euro pro Jahr)

  • Düsseldorf 440,00 Euro
  • Mainz 480,00 Euro
  • Wiesbaden 492,00 Euro
  • Magdeburg 495,00 Euro
  • Kiel 500,00 Euro
  • Stuttgart 520,00 Euro
  • München 535,00 Euro
  • Hamburg 540,00 Euro
  • Potsdam 545,00 Euro
  • Erfurt 550,00 Euro
  • Hannover 600,00 Euro
  • Schwerin 630,00 Euro
  • Dresden 635,00 Euro
  • Saarbrücken 646,20 Euro
  • Bremen 695,00 Euro
  • Berlin 810,00 Euro

Gesamte Wohnnebenkosten pro Jahr (ohne Schornsteinfeger, Durchschnitt 1.913,61 Euro)

  • München 1.643,00 Euro
  • Mainz 1.682,06 Euro
  • Hamburg 1.683,40 Euro
  • Kiel 1.708,56 Euro
  • Stuttgart 1.729,74 Euro
  • Düsseldorf 1.816,21 Euro
  • Schwerin 1.904,62 Euro
  • Hannover 1.931,32 Euro
  • Wiesbaden 1.973,92 Euro
  • Bremen 1.983,18 Euro
  • Erfurt 1.989,95 Euro
  • Magdeburg 2.009,79 Euro
  • Dresden 2.070,94 Euro
  • Potsdam 2.145, 84 Euro
  • Berlin 2.149,79 Euro
  • Saarbrücken 2.195,48 Euro
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