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BBSR: Mietpreise ziehen weiter an, weil zu wenig gebaut wird

BBSR: Weil die Bautätigkeit hinter der Nachfrage bleibt, sind die Mieten in den größten Städten weiter deutlich gestiegen
Bild: Corbis

Der Druck auf die Wohnungsmärkte in Großstädten hält an, wie eine Studie des Bundesbauinstituts (BBSR) zeigt. Die Preise steigen, weil er Neubau von Mietwohnungen noch immer nicht reicht. Von bis zu 400.000 benötigten Wohnungen pro Jahr wurden demnach 2015 nur 248.000 gebaut. Auf dem Land ist die Lage noch entspannt.

Der Druck auf die Wohnungsmärkte wird dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zufolge auch in den folgenden Jahren nicht nachlassen. Neben den Spitzenreitern München (15,52 Euro netto kalt pro Quadratmeter) und Frankfurt am Main (12,66 Euro) seien vor allem die Steigerungen in Universitätsstädten deutlich spürbar. Bundesweit legten die Neuvertragsmieten im Schnitt um 3,2 Prozent zu.

In München legte die Kaltmiete gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 in den ersten sechs Monaten 2016 um 7,6 Prozent auf 15,52 Euro pro Quadratmeter zu. In Frankfurt war es ein Plus von 6,1 Prozent auf 12,66 Euro, in Stuttgart um 6,7 Prozent auf 11,78 Euro. Ebenfalls deutlich stiegen die Mieten im Vergleich der großen Städte in Düsseldorf mit plus 7,5 Prozent auf 9,88 Euro. In Hamburg werden für den Quadratmeter 10,87 Euro (plus fünf Prozent), in Köln 9,91 Euro (plus 4,8 Prozent) und Berlin 9,07 Euro (plus 5,5 Prozent) bezahlt.

BBSR sieht keine Immobilienblase

BBSR-Direktor Harald Herrmann will zwar nicht von einer Blase sprechen, wie etwa einige Wirtschaftsforscher befürchten, er sieht aber einen deutlich Trend zur Suburbanisierung. Der Studie zufolge legten die Genehmigungszahlen im ersten Halbjahr 2016 entsprechend vor allem in den Umlandkreisen der Großstädte zu.

Eine entgegengesetzte Entwicklung zeigen Untersuchungen des Eco - Verbands der Internetwirtschaft: Immer mehr Städte und Ballungsräume wachsen demnach zusammen und entwickeln sich zu wirtschaftlichen Superzentren (Super-Hubs).

Insgesamt wurde laut BBSR-Studie in Deutschland 2015 zwar der Bau von zirka 308.000 Wohnungen genehmigt, also acht Prozent mehr als im Vorjahr, und im ersten Halbjahr 2016 stiegen die Zahlen nochmals um 30 Prozent, die Fertigstellung hinken jedoch hinterher. Alleine von Januar bis April 2016 wurden in Deutschland 31,2 Prozent oder knapp 27.800 mehr Baugenehmi­gungen für Wohnungen erteilt als in den ersten vier Monaten 2015, wie das Statistische Bundesamt errechnete.

Das BBSR geht davon aus, dass sich die Fertigstellungszahlen zeitversetzt den Genehmigungszahlen annähern werden.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsnot, Wohnungsmarkt, Großstadt, Immobilienblase, Wohnimmobilien

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