23.01.2014 | ZDB/HDB

Bauwirtschaft erwartet für 2014 ein Umsatzplus von 3,5 Prozent

Wohnungsbau als Treiber der Bauwirtschaft
Bild: ZDB/HDB

Die deutsche Bauwirtschaft rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent.  Dabei wird vor allem der Wohnungsbau die Konjunktur beleben. Diese Sparte wird um fünf Prozent auf 35,2 Milliarden Euro Umsatz steigen. Das ist ein Ergebnis der Bauprognose 2014, die der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) in Berlin präsentiert haben.

Insgesamt werde der Umsatz 2014 etwa bei 98,6 Milliarden Euro liegen, nach 95,3 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2013. Das Beschäftigungsniveau lag im vergangenen Jahr durchschnittlich bei 755.000 Beschäftigten. Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 10.000 Beschäftigten (+ 1,5 %). Für 2014 erwarten die Verbände eine weitere Stabilisierung des Niveaus bei 760.000 Beschäftigten (+ 1 %), wie sie auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mitteilten.

Im Hinblick auf den Wohnungsbau rechnen die Verbände mit rund 250.000 neuen Wohnungen, die 2014 gebaut werden dürften. Darauf lassen alle Frühindikatoren schließen. Darüber hinaus sind die Rahmenbedingungen im Wohnungsbau weiter günstig. Das gilt zum einen für die Zahl der Erwerbstätigen, die 2013 bei knapp 42 Milliarden Menschen liegt, und zum anderen für die anhaltend günstigen Konditionen für Immobilienkredite.

Koalitionsvertrag: Mietpreisbremse belastet Investitionen

"Ob es allerdings gelingt, das Angebot im Mietwohnungsneubau für mittlere und niedrige Einkommen insbesondere in den Metropolregionen in zügigem Tempo zu verbessern, bleibt fraglich. Die Mietpreisbremse wird wohl eher das Gegenteil erreichen", so ZDB-Präsident Loewenstein.

Die Erwartungen für den Wohnungsbau seien durch den Koalitionsvertrag weitgehend enttäuscht worden. Anscheinend herrsche in der Bundespolitik die Meinung vor, dass man angesichts der aktuell hohen Genehmigungs- und Fertigstellungszahlen neue Belastungen für potentielle Investoren beschließen könne, ohne größere negative Auswirkungen befürchten zu müssen. "Nach wie vor gilt: Mieterhöhungen werden am besten durch eine Ausweitung der Neubautätigkeit bekämpft", so Bauer weiter. Die Erhöhung der Absetzung für Abnutzung (AfA) von zwei auf vier Prozent würde hierzu wichtige Impulse geben.

Auch das Thema Ersatzneubau werde im Koalitionsvertrag mit keinem Wort erwähnt. Es sei unstrittig, dass Millionen von Wohnungen in Deutschland, vor allem aus den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, unter wirtschaftlichen Erwägungen nicht sanierungswürdig seien. Da die bisherigen Fördermaßnahmen diesen Tatbestand ausklammern, haben die Verbände gefordert, den Ersatzneubau in den Förderkatalog der KfW aufzunehmen.

Deutliche Impulse für den Wirtschaftshochbau erwartet

Für 2014 werden insbesondere für den Wirtschaftshochbau deutliche Impulse erwartet. "Die alljährlich zum Jahresende durchgeführte Umfrage des IW Köln bei über 40 Verbänden bestätigt eine gestiegene Investitionsbereitschaft der Unternehmen", erläuterte HDB-Präsident Bauer. Man gehe deshalb von einem Wachstum des Wirtschaftsbaus um 2,5 Prozent aus.

Der öffentliche Bau hat im dritten Quartal 2013 überproportional zugelegt, nämlich um 9,6 Prozent gegenüber 6,3 Prozent im Durchschnitt aller Bausparten. Für die weitere Entwicklung im öffentlichen Bau ist vor allem die Haushaltssituation der Gebietskörperschaften maßgeblich. Hier scheinen sich die Investitionsspielräume zu verbessern. Gleichzeitig plant die Koalition die Investitionsmittel in die Infrastruktur jährlich um gut eine Milliarde Euro aufzustocken. Darüber hinaus werden die Mittel aus der Fluthilfe die Nachfrage des Bundes weiter stützen. "Daher dürfte der öffentliche Bau in den alten und neuen Ländern gleichermaßen um 3,5 Prozent wachsen", so Bauer.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Bauwirtschaft

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