Baustaatssekretär Gunther Adler bleibt im Amt

Wie es aussieht, könnte nicht zuletzt die Empörung der Immobilien- und Wohnungswirtschaft über das geplante Absetzen von Gunther Adler doch etwas bewirkt haben: Der soll als Baustaatssekretär im Bundesinnenministerium bleiben, bestätigte zunächst SPD-Parteichefin Andrea Nahles. Als erstes reagierte der ZIA Zentraler Immobilienausschuss auf die Neuigkeiten.

"Zwei Tage vor dem Wohngipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird ausgerechnet jener Staatssekretär in den Ruhestand geschickt, der sich mit den Themen Bauen und Mieten besonders gut auskennt", hatte die "Welt" nach der Ankündigung der Personalie durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kommentiert. Adler sollte eigentlich Noch-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen Platz machen.

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Am gestrigen Sonntag dann, also zwei Tage nach dem Spitzentreffen im Kanzleramt, haben sich Seehofer, Merkel und Andrea Nahles (SPD) nach zähem Streit nun wohl auf eine Versetzung Maaßens als 'Sonderberater im Rang eines Abteilungsleiters' im Bundesinnenministerium geeignet. So lautet das vorläufige Statement. FDP, Grüne und Linke kritisierten den Kompromiss scharf, und die SPD-Gremien haben noch Treffen vor sich.

Nahles nannte bereits nach den Verhandlungen die neue Lösung ein gutes Signal, "dass die Koalition in der Lage ist, die öffentliche Kritik ernst zu nehmen und sich selbst zu korrigieren": SPD-Staatssekretär Gunther Adler bleibe. Das bestätigte auf Nachfrage der Haufe Online Redaktion auch das Bundesinnenministerium. Seehofer hatte Adler im März 2018 eher überraschend in sein Ministerium geholt.

Guter Anfang für die Zeit nach dem Wohngipfel?

Bereits während des Spitzentreffens von Politik und Wohnungswirtschaft am Freitag will Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, von Seehofer erfahren haben, dass Bauexperte Adler im Amt bleibe.

"Der Verbleib des verdienten und von allen Seiten anerkannten Baustaatssekretärs wird ein guter Anfang für die Nachgipfelzeit sein." (ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner)

Man brauche nach dem Wohnungsgipfel eine zentrale Schnittstelle auf Bundesebene, um die zahlreichen wohnungspolitischen Herausforderungen zu meistern. Einen besseren Vermittler und Koordinator als Staatssekretär Gunther Adler habe die Bundesregierung nicht. "Ich begrüße, dass die Bundesregierung diesen Fehler rasch erkannt und korrigiert hat", so Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland IVD.

"Seine Abberufung wäre ein fatales Zeichen gewesen in einer Situation, in der Deutschland auf der Suche nach mehr bezahlbarem Wohnraum ist." (Martin Kaßler, Geschäftsführer Dachverband Deutscher Immobilienverwalter DDIV)



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Schlagworte zum Thema:  Bundesregierung, Wohnungspolitik