23.01.2014 | Deloitte

Baukonzerne haben zunehmend Diversifizierung im Fokus

Bild: PhotoDisc Inc.

Europaweit tätigen Baukonzerne vermehrt Zukäufe. Übernahmeobjekte waren im Geschäftsjahr 2012/2013 vor allem Unternehmen im Servicebereich sowie Hersteller aus der Gebäudetechnik. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte.

Im Jahr 2012 gab es in der europäischen Baubranche insgesamt 122 Deals. Das ist eine Steigerung von 18 gegenüber 2011. Im ersten Halbjahr 2013 lag die Zahl bei 58 und damit um 14 niedriger als im Vergleichszeitraum 2012. Der Wert von 244 Transaktionen aus 2007 scheint bis auf Weiteres nicht in Sicht, insgesamt wird mit einer Stagnation auf aktuellem Level gerechnet.

Gegentrend: Konzentration aufs Kerngeschäft

Ein gegenläufiger Trend ist das gezielte Abstoßen von Geschäftsfeldern und die Konzentration auf das Kerngeschäft, um im Preiskampf mithalten zu können und dabei durch Aufstockung der Research & Development-Aktivitäten optimale Qualität zu liefern. Auch dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren verstärken.

Beide Tendenzen sind auch in Deutschland zu erkennen. Dabei lag die Zahl der Transaktionen in den vergangenen Jahren hier vergleichsweise hoch - und wird auch in naher Zukunft auf diesem Niveau verharren. Zu erwarten sind hauptsächlich Deals mit mittlerem Volumen, der Schwerpunkt wird auf der Erschließung neuer Kompetenzfelder oder Regionen liegen. Ein nach wie vor umstrittenes Thema sind dabei PPPs, obwohl gerade im öffentlichen Bereich ein massiver Investitionsstau besteht.

Internationalisierung wieder im Kommen

Über die Hälfte ihres Umsatzes erzielten die Top-50-Unternehmen der Branche 2012 im Auslandsgeschäft. Die Margen der am stärksten internationalisierten Konzerne lagen etwas niedriger als beim eher am Binnenmarkt orientierten Wettbewerb. Der Trend zur Internationalisierung schien sich 2012 abzuschwächen, erstarkte im ersten Halbjahr 2013 aber erneut. Entsprechend niedrig lag 2012 die Zahl der grenzübergreifenden Deals: Ihr Anteil betrug 29 Prozent gegenüber 40 Prozent im Vorjahr.

Auch 2012 und 2013 war die Baubranche eine der am härtesten von der Krise betroffenen Sektoren. Trotz leichter Erholungssignale gab es 2012 die meisten Insolvenzen aller Branchen. Der Abwärtstrend scheint jedoch gestoppt - was darauf hinweist, dass einige Unternehmen in ihrer Strategieausrichtung erfolgreich sind. Dazu haben oft auch die Banken beigetragen, die ebenfalls ein starkes Interesse an der Insolvenzvermeidung haben. Auf der anderen Seite wächst die Attraktivität der Branche für Private-Equity-Investoren.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Bauunternehmen, Bauwirtschaft

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