Baugrundstücke in Berlin werden immer teurer. Das geht aus den neuesten Zahlen des Gutachterausschusses hervor. Aber es gibt inzwischen auch Ausnahmen.

Wer in Berlin ein Baugrundstück erwerben will, ist mit einer großen Preisspanne konfrontiert: Schon für rund 170 Euro pro Quadratmeter sind Gelände am Kleinen Müggelsee zu haben, die gleiche Fläche am Pariser Platz kostet 60.000 Euro.

Laut Gutachterausschuss sind Preissteigerungen für Mehrfamilienhäuser von einem Viertel bis zwei Drittel weiter gang und gäbe. Bei Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken deuteten die bislang bekannten Daten jedoch darauf hin, dass die Preise nicht mehr so stark steigen wie vor Jahresfrist. 2016 hatte sich Bauland in der Hauptstadt im Vergleich zu 2015 durchschnittlich zwischen 30 und 60 Prozent verteuert.

In teuren Vierteln Ende der Fahnenstange nahezu erreicht

Seine Analyse des gesamten Berliner Grundstücksmarktes will der Gutachterausschuss in Kürze vorstellen. Schon jetzt legen die Zahlen aber nahe, dass sich die Preise in den teuersten Lagen vorerst dem Ende der Fahnenstange nähern, während sie in weniger exklusiven Vierteln nachziehen. In Dahlem etwa liegt der Wertzuwachs der Villengrundstücke demnach teils nur noch bei fünf Prozent. Um die Hälfte im Wert stiegen dagegen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke in Weißensee und in Teilen von Blankenburg, Heinersdorf, Schmöckwitz und Alt-Hohenschönhausen. Nicht mehr zugelegt haben die Bodenrichtwerte für Wohn- und Geschäftshäuser an der Steglitzer Schloßstraße, am Gendarmenmarkt, Unter den Linden und an der Friedrichstraße in Mitte sowie am Kurfürstendamm und am Tauentzien. Starke Anstiege gab es dagegen zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, wo der Bodenrichtwert sich binnen Jahresfrist teilweise verdoppelt hat. Auch der RICS Global Commercial Property Monitor, ein Frühindikator für den gewerblichen Vermietungs- und Investmentmarkt, hatte für Berlin im vierten Quartal 2017 deutschlandweit den höchsten Kaufpreisanstieg prognostiziert.

Weiterhin großes Interesse von Investoren

Das Interesse der Investoren an Mehrfamilienhäusern in den Wohnvierteln bleibt offenkundig groß. In vielen Vierteln stieg der Bodenrichtwert um die Hälfte oder mehr, etwa in Teilen von Treptow, Wedding, Tempelhof und dem Prenzlauer Berg, von Steglitz, Zehlendorf, Lichterfelde, Tegel, Westend und Tiergarten sowie Niederschönhausen, Pankow, Grünau, Weißensee, Moabit, Neukölln, Rummelsburg, Kreuzberg, Friedrichshain und Charlottenburg-Nord. Rund um Lessingstraße und Flensburger Straße im Hansaviertel verdoppelte sich der Bodenrichtwert auf 2000 Euro je Quadratmeter.

 

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