Die Baubranche boomt europaweit und Deutschland ist der attraktivste Markt Bild: Corbis

Es findet sich nur ein deutsches Unternehmen unter den Top 50 im Deloitte-Ranking der größten Konzerne in Europa, doch Deutschland ist europaweit der größte und attraktivste Markt für Anbieter der Bauindustrie. "In diesem Jahr soll die Branche um 2,3 Prozent zulegen, 2018 wieder um 2,7 Prozent wachsen", sagt Franz Klinger, Partner Real Estate & Construction bei Deloitte.

Die anhaltend gute Konjunkturlage und ein Nachholbedarf bei Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur bieten in Deutschland eine gute Ausgangslage für Bauunternehmen, wie der Deloitte-Report "European Powers of Construction" zeigt.

Die größten Konzerne kommen aus Frankreich

In den Top 100 ist Großbritannien mit 13 Unternehmen am häufigsten vertreten, gefolgt von Spanien und Schweden. Französische Anbieter besetzen Platz eins, drei und fünf der Top 10, und in den Top 50 verzeichnen die Franzosen die höchsten Umsätze und weisen die höchste Marktkapitalisierung auf. An Nummer zwei stehen in dieser Hinsicht die Spanier.

Der französische Anbieter Vinci ist Spitzenreiter im Ranking mit einem Umsatz von 38 Milliarden Euro im Jahr 2016 (minus ein Prozent gegenüber 2015). Auf Platz zwei folgt der spanische Konzern ACS mit einem Umsatz von 31,9 Milliarden Euro (minus acht Prozent) vor Bouygues mit 31,7 Milliarden Euro (minus zwei Prozent) und Skanska aus Schweden mit einem Umsatz von 15,3 Milliarden Euro (minus sechs Prozent).

Wie bereits im Vorjahr ist der einzige deutsche Vertreter in der Liga der 50 größten europäischen Anbieter im aktuellen Deloitte-Report der Spezialtiefbauer Bauer Aktiengesellschaft (Platz 42) mit einer Gesamtleistung von 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen erwirtschaftet knapp 75 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Hochtief und Strabag sind über ihre Muttergesellschaften ACS beziehungsweise Strabag SE (Österreich, Umsatz von 12,4 Milliarden Euro, minus sechs Prozent) im Ranking der Top 10 vertreten. Der österreichische Bauriese Porr verbessert sich um drei Plätze auf Rang 22 mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.

Investitionen von 310 Milliarden Euro am deutschen Markt

Neben Deutschland sind Frankreich und Großbritannien die größten europäischen Märkte. Zusammen halten diese drei Länder nach Berechnungen von Deloitte 54 Prozent aller Investitionsanteile. In Deutschland betrugen die Investitionen demnach etwa 310 Milliarden Euro – 53 Milliarden mehr als beim zweitplatzierten Frankreich.

Die Gesamterträge gingen um fünf Prozent zurück, die Marktkapitalisierung um 4,5 Prozent. Doch die Nettogewinne stiegen Deloitte zufolge um 17 Prozent, das operative Ergebnis aus dem Kerngeschäft um 2,8 Prozent, das Ergebnis aus anderen Aktivitäten um 12,6 Prozent.

"Deutschland nimmt in der europäischen Baubranche eine Sonderrolle ein und ist eines der Zugpferde des Marktes", so Klinger.


Laut Deloitte wird der Investitionsstau zielstrebig abgebaut. Hiervon profitieren letztlich auch umsatzstarke deutsche Mittelständler, die nicht im Ranking gelistet sind.

Schlagworte zum Thema:  Bau, Markt, Bauindustrie

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