06.10.2015 | BAGW

Wohnungslosigkeit in Deutschland nimmt zu

Auf der Straße leben nach den Schätzungen 39.000 Menschen.
Bild: Henning Hraban Ramm ⁄

Alleine die Zahl der Obdachlosen in Deutschland ist seit 2013 um 50 Prozent auf rund 39.000 gestiegen. Das teilt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) in Berlin mit. Menschen in Notunterkünften einberechnet, hatten 2014 der Schätzung zufolge 335.000 Menschen keine Wohnung. Bis 2018 erwartet der Verband einen weiteren Anstieg um 61 Prozent auf knapp 540.000.

Ursachen für die steigende Wohnungslosigkeit sind nach Ansicht des Verbands hohe Mieten und die Verarmung unterer Einkommensgruppen. Es gebe zu wenig preiswerte Sozialwohnungen. Gleichzeitig nutzten zu wenig Klein- und Mittelstädte die gesetzlichen Möglichkeiten zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit. Der Verband forderte den Bau von mindestens 150.000 preiswerten Wohnungen.

Zwei von drei Wohnungslosen sind laut Verband alleinstehend. Meist sind Männer betroffen, in etwas mehr als jedem vierten Fall eine Frau. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen wird auf neun Prozent geschätzt.

Etwa ein Drittel der Wohnungslosen habe Migrationshintergrund. Alle Angaben der Arbeitsgemeinschaft beruhen auf Schätzungen. Eine bundeseinheitliche Statistik gebe es nicht, beklagte die Wohnungslosenhilfe.

Lesen Sie dazu auch:

BID und „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ diskutieren Neubau-Lösungen

Zuwanderung: Bis 2020 fehlen jährlich 400.000 neue Wohnungen

Hendricks: 350.000 neue Wohnungen und Häuser pro Jahr erforderlich

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien

Aktuell

Meistgelesen