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AWI: Miet- und Kaufpreisniveau steigt im Frühjahr in allen Lagen deutlich an

AWI-Entwicklung: Gesamt und nach Lagen
Bild: Aengevelt Research

Der Wohninvestment-Index AWI von Aengevelt steigt in der aktuellen Frühjahrsbefragung deutlich um 6,1 Punkte auf 76,9 Punkte. In der Herbstbefragung 2015 lag der AWI noch bei 70,8 Punkten. Damit ist laut Aengevelt der höchste Stand seit Befragungsbeginn im Sommer 2009 erreicht. Den höchsten Anstieg um 6,6 Punkte verzeichnen gute Lagen mit 77 Punkten (Herbst 2015: 70,4 Punkte).

Das Marktgleichgewicht liegt bei 40 bis 60 Punkten. Der aktuelle AWI zeigt damit klar einen Vermieter- und Eigentümermarkt mit überdurchschnittlichem Miet- und Kaufpreisniveau an.

Der Anstieg vollzog sich über alle Wohnlagen: Den zweithöchsten Anstieg verzeichnen einfache Lagen mit einem Plus von 6,4 Punkten auf 73,9 Punkte. In mittleren Wohnlagen stieg der AWI um 5,8 Punkte auf nun 79 Punkte.

Beachtenswert ist der Anstieg des AWI in den einfachen Lagen: Befand sich dieser noch vor einem Jahr mit 59,7 Punkten im Marktgleichgewicht, bewegt er sich mittlerweile auf dem Niveau der mittleren und guten Lagen. "Die Attraktivität einfacher Lagen scheint unter anderem eine Reaktion auf die aktuelle Flüchtlingskrise zu sein, in der kurzfristig der Bedarf an Mietwohnungen vor allem in einfachen Lagen rasant gestiegen ist", sagt Michael Fenderl, Leiter Aengevelt-Research.

Darüber hinaus schlage sich hier das von Aengevelt-Research vor allem in den Wachstumskernen und wirtschaftsstarken Groß- und Mittelstädten analysierte viel zu geringe Angebot an miet- und kaufpreisgünstigen Wohnungen nieder.

Mietwohnungsmarkt: anziehende Preise in einfachen Lagen

Vor diesem Hintergrund rechnet Fenderl gerade in einfachen Lagen mit einem stärker anziehenden Mietpreisniveau.

Das bestätigen auch die Befragungsergebnisse hinsichtlich der Mietpreisentwicklung: 62 Prozent der Befragungsteilnehmer (Herbst 2015: 55 Prozent; Frühjahr 2015: 48 Prozent) rechnen über alle Lagen mit weiter steigenden Mieten. Den höchsten Anstieg verzeichnen dabei die einfachen Lagen mit aktuell 64 Prozent (Herbst 2015: 50 Prozent). Noch vor einem Jahr rechnete hier nur rund ein Drittel mit Mietpreiserhöhungen (Frühjahr 2015: 34 Prozent).

In mittleren Lagen hat sich der Anteil von 61 auf 67 Prozent erhöht, in guten Lagen ist er mit 56 Prozent nahezu konstant geblieben (Herbst 2015: 53 Prozent).

Wohninvestments: Weiterhin hohe Nachfrage

Beim AII (AENGEVELT-Investment-Index) wechselte zwischen Frühling 2012 und Sommer 2015 das Vorzeichen der Veränderungen nahezu von Quartal zu Quartal. Seit Frühjahr 2015 steigt der Index kontinuierlich und erreicht in der aktuellen Befragung mit einem Indexwert von 77,7 Punkten den höchsten bislang gemessenen Wert.

In guten Lagen stieg der AII deutlich um 6,8 Punkte auf aktuell 79,7 Punkte (Herbst 2015: 72,9 Punkte, Frühjahr 2015: 70,5 Punkte). Noch deutlicher zog der Wert in mittleren Lagen an, nämlich um 7,9 Punkte auf nunmehr 81,2 Punkte (Herbst 2015: 73,3 Punkte).

In einfachen Lagen zog der AII zum nun vierten Mal an. Dabei fiel auch hier der Anstieg mit 6,6 Punkten überdurchschnittlich aus und stellt sich aktuell auf 72 Punkte (Herbst 2015: 65,4; Frühjahr 2015: 58,7 Punkte). Somit ist auch in einfachen Lagen ein Marktungleichgewicht zu Gunsten der Verkäufer zu beobachten.

Die Nachfrage nach Wohninvestments steigt weiter: 62 Prozent der Befragungsteilnehmer rechnen mit einer steigenden Nachfrage (Herbst 2015: 52 Prozent; Frühjahr 2015: 45 Prozent). Auch hier ist insbesondere der Anstieg in einfachen Lagen innerhalb eines Jahres von 33 Prozent auf 53 Prozent bedeutend.

31 Prozent gehen von einer stabilen Nachfrage aus (Herbst 2015: 38 Prozent). Lediglich fünf erwarten ein leichtes Nachlassen der Nachfrage (Herbst 2015: sechs Prozent). Entsprechend erwartet mit 71 Prozent eine gegenüber der Herbstbefragung 2015 (54 Prozent) deutlich gestiegene Mehrheit weiterhin steigende Preise für Wohninvestments. 23 Prozent rechnen mit einer Preisstabilisierung (Herbst 2015: 35 Prozent). Lediglich vier Prozent erwarten sinkende Preise (Herbst 2015: sechs Prozent).

Befragt wurden rund 200 Experten aus allen Bereichen der Wohnungswirtschaft, die bundesweit in Summe eine hohe sechsstellige Anzahl von Wohneinheiten repräsentieren, zu Marktstimmungen und -entwicklungen.

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Schlagworte zum Thema:  Mietpreis, Investment, Wohnimmobilien

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