31.12.2014 | Colliers/Savills

Ausblick 2015: Investment- und Vermietungsmarkt driften weiter auseinander

Für den Bürovermietungsmarkt wird keine Belebung der Flächennachfrage erwartet
Bild: Rainer Sturm ⁄

Deutschland bleibt 2015 ein bevorzugtes Ziel für Immobilieninvestitionen in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Immobilienberaters Colliers. Dabei wird es am deutschen Investmentmarkt auch im kommenden Jahr einen Nachfrageüberhang geben, wie Savills bestätigt. Investment- und Vermietungsmarkt driften weiter auseinander.

Die schwachen Konjunkturindikatoren und das Nachfrageniveau deuten auf eine Stagnation der Mietaktivität bei Büroimmobilien für das Jahr 2015 hin. Viele Unternehmen warten ab und gehen nur sehr zögerlich langfristige Mietverhältnisse ein. Nach dem moderaten Wachstum 2014 werden sich die Büromieten im kommenden Jahr aller Voraussicht nach stabilisieren.

Gesundes Investitionsvolumen 2015

Trotz der nicht allzu positiven wirtschaftlichen Aussichten bleibt Deutschland ein bevorzugtes Ziel für Immobilieninvestitionen in Europa und wird auch weiterhin sicherheitsorientiertes Kapital anziehen. Einzig das Angebot an geeigneten Produkten steht einem weiteren Volumenzuwachs entgegen.

Für 2015 erwartet Colliers International wie schon in diesem Jahr ein Investitionsvolumen von 35 bis 40 Milliarden Euro. Die Höhe der Kapitalzuflüsse wird dazu führen, dass die Renditen in Schlüsselmärkten wie München niedriger als noch 2007 ausfallen. Dabei gehen nicht nur die Investoren stärker ins Risiko, auch die Kapitalgeber werden verstärkt jenseits des Spitzensegments Geschäft generieren.

Investoren auf dem Gewerbeimmobilienmarkt haben an B-Standorten etwa im Schnitt eine um 1,4 Prozent höhere Renditeerwartung als an etablierten A-Standorten. So eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in Kooperation mit dem Informationsdienst Thomas Daily im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA).

Für den Bürovermietungsmarkt erwartet Savills wegen ausbleibender positiver konjunktureller Impulse auch im Jahr 2015 keine substanzielle Belebung der Flächennachfrage. Die Stagnation betrifft auch die Angebotsseite: 2015 stehen Savills zufolge nur zirka 900.000 Quadratmeter Bürofläche in den Top 6 zur Fertigstellung an – ein Viertel weniger als 2014.

Dieses geringe Flächenfertigstellungsvolumen hat zur Folge, dass der Leerstand trotz stagnierender Nachfrage auch im nächsten Jahr leicht rückläufig sein wird. Dies wiederum stützt die Mietentwicklung, vor allem im Spitzensegment. Hier ist im nächsten Jahr von einer Fortsetzung des seit 2010 laufenden Aufwärtstrends und einem durchschnittlichen Anstieg in den Top-6-Standorten um zwei bis drei Prozent zu rechnen.

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