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Ausblick 2014: Büroflächenumsatz soll steigen – vor allem in der zweiten Jahreshälfte

Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien: Auch 2014 kann ein Transaktionsvolumen von etwa 30 Milliarden Euro erzielt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Gewerbeinvestmentmarkt läuft dem Wohninvestmentmarkt 2014 den Rang ab: Vor allem der Büroflächenumsatz wird das Niveau von 2013 weit übertreffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Immobiliendienstleisters Savills. Der Umsatz mit Wohnportfolios wird mangels Angebot zurückgehen.

"Wir gehen von einer höheren weltwirtschaftlichen Dynamik aus und rechnen damit, dass uns das Niedrigzinsumfeld und die lockere Geldpolitik der EZB erhalten bleiben", sagt Matthias Pink, bei Savills verantwortlich für den Research-Bereich in Deutschland. Von diesem Szenario ausgehend stellt das Unternehmen die folgenden vier Thesen zum Immobilienmarkt Deutschland 2014 in seinem Research-Bericht dar:

These 1: Der Büroflächenumsatz steigt 

Der wichtigste Treiber für den Büroflächenumsatz ist die realwirtschaftliche Entwicklung, die im nächsten Jahr mit einem prognostizierten Wachstum von knapp zwei Prozent einen deutlich dynamischeren Verlauf nehmen wird als in 2013 (ca. 0,5 %). Dementsprechend wird der Büroflächenumsatz, nachdem er in den vergangenen beiden Jahren jeweils rückläufig war, wieder steigen. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung zwischen Realwirtschaft und Büromarkt ist für die zweite Jahreshälfte ein höherer Umsatz als in den ersten sechs Monaten zu erwarten.

These 2: Die Spitzenrenditen werden weiter zurückgehen

Nicht erst seit der jüngsten Leitzinssenkung auf 0,25 Prozent ist klar, dass die Europäische Zentralbank ihre lockere Geldpolitik so lange wie nötig beibehalten wird. Verbunden mit anhaltender Nachfrage nach deutschen Core-Immobilien stelle das Niedrigzinsumfeld die Basis für weitere Renditerückgänge im Spitzensegment dar, sagt Marcus Lemli, CEO Savills Germany. Je länger das Niedrigzinsumfeld bestehen bleibe, desto mehr Geld werde aus anderen Anlageklassen in Immobilien umgeschichtet und wird die Preise dort weiter treiben.

These 3: Der Gewerbeinvestmentmarkt behält sein Tempo bei

Nachdem der Wohninvestmentmarkt insbesondere durch große Portfolio-Deals in den vergangenen Jahren deutliche Umsatzsteigerungen erlebt hat, wird das Transaktionsvolumen 2014 rückläufig sein. Der Mangel an großen Wohnungsportfolios limitiert das Transaktionsvolumen. Vor allem Portfoliotransaktionen ab 10.000 Einheiten werden mangels Angebot kaum noch zu sehen sein.

Auch am Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien wirkt der Mangel an Core-Objekten limitierend, allerdings kommt eine steigende Aktivität im Non-Core-Segment hinzu, so dass auch 2014 ein Transaktionsvolumen von etwa 30 Milliarden Euro erzielt werden kann.

These 4: Die Schere zwischen Core und Non-Core schließt sich 

Stabile bis leicht sinkende Umsätze mit Core-Immobilien und steigende Volumina im Non-Core-Segment werden den Anteil von Non-Core-Investments am gesamten Transaktionsvolumen steigen lassen. Auf Angebotsseite dürften vor allem auslaufende Finanzierungen und eine steigende Verkaufsbereitschaft von Banken für mehr Produkt sorgen, auf der Nachfrageseite wird der Wettbewerb um diese Objekte zunehmen: Denn die risikoaversen Investoren dehnen ihr Spektrum angesichts knapper und teurer Core-Objekte aus. Hinzu kommen die Private-Equity-Investoren, die sich im nächsten Jahr stärker am deutschen Markt engagieren und für mehr Portfoliotransaktionen sorgen werden. Das größere Engagement der Investoren außerhalb des Core-Segments führt zu leicht sinkenden Renditen von Non-Core-Objekten.

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