30.10.2012 | Asset Management

Problemimmobilien auch in Deutschland im Fokus

Fast 90 Prozent der Befragten sehen den zukünftigen Schwerpunkt des Marktes für Distressed Real Estate bei Büroimmobilien.
Bild: Rainer Sturm ⁄

Bislang hielt sich die Zahl problembehafteter Gewerbeimmobilien in Deutschland in Grenzen. Folglich schien auch der Bedarf an hierauf spezialisierten Asset Managern überschaubar. Dies könnte sich nun ändern, wie eine Studie der Ernst & Young Real Estate GmbH zeigt.

„Es entwickelt sich auch in Deutschland ein immer stärkeres Bewusstsein für Immobilien in Krisensituationen“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei der Ernst & Young Real Estate GmbH und Autor der Studie, für die mehr als 50 Immobilienbestandshalter und Asset Manager befragt wurden. Rund 80 Prozent der Befragten gehen von einer zunehmenden Nachfrage nach Asset-Management-Leistungen aus, die auf Problemimmobilien und die dahinterliegenden Kredite zugeschnitten sind. „Die Asset Manager scheinen diese Entwicklung etwas früher erwartet zu haben als die Eigentümer“, interpretiert Fischer die Ergebnisse der Studie. Denn während rund drei Viertel der befragten Bestandshalter noch keine Spezialisierung auf Problemimmobilien inklusive möglicher Problemkredite aufweisen, zeigt sich bei den befragten Asset Managern ein umgekehrtes Bild. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beschäftigt bereits einzelne Mitarbeiter, die entsprechend spezialisiert sind. Immerhin 15 Prozent der befragten Asset-Management-Unternehmen legen sogar schon jetzt ihren Fokus auf das Segment „Distressed Real Estate“, also auf Immobilien mit Handlungsbedarf auf Objekt- und/oder Finanzierungsebene.

„Insgesamt schätzen die Asset Manager den zukünftigen Bedarf augenscheinlich weitgehend marktgerecht ein“, so Fischer. Teilweise gingen die Vorstellungen jedoch auch auseinander. „Das Objektmanagement beispielsweise scheint für Eigentümer wichtiger zu sein als dies die Asset Manager vermuten“, meint Fischer. Denn rund 60 Prozent der befragten Bestandshalter erbringen diese Leistung bereits nicht mehr intern und von den Bestandshaltern, die das Objektmanagement noch in Eigenleistung erbringen, könnten sich weitere 15 Prozent eine Auslagerung vorstellen. Eine deutliche Fokussierung auf diese Leistung wird jedoch lediglich von jedem siebten Anbieter angestrebt.

So sehr das Distressed-Real-Estate-Segment auch an Bedeutung gewinnt und damit den Markt für spezialisierte Asset Manager beflügeln mag – bestimmte Leistungen möchten die Eigentümer weiterhin intern erbracht wissen. So geben sämtliche Eigentümer in der Untersuchung an, die strategische Planung bislang in Eigenregie zu organisieren und diese Aufgaben auch künftig nicht für eine Auslagerung an Asset Manager vorzusehen. Auch Geschäftsplanung, Budgetierung und Controlling sehen die Eigentümer häufig in ihrer eigenen Verantwortung: Bei 85 Prozent der Befragten sind sie inhouse angesiedelt und sollen dort auch weiterhin verbleiben.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilien, Asset Management

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