29.10.2013 | Ernst & Young/Corpus Sireo

Wohnimmobilien-Asset-Management: Effizienz in der Vermietung wichtigster Faktor

Wichtiger wird auch das Asset Management für Wohnungen in peripheren Lagen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

62 Prozent der Asset Manager und 57 Prozent der Bestandshalter sehen die Effizienz in Vermietung und Marketing als entscheidenden Faktor für den Erfolg im Asset Management. Das ist ein Ergebnis der Studie "Real Estate Asset Management 2013" von Ernst & Young Real Estate und Corpus Asset Management Residential.

Für die Hälfte der Bestandshalter und 63 Prozent der Asset Manager ist die richtige Objektstrategie ebenfalls von großer Bedeutung. Einer zielorientierten Portfoliostrategie messen 43 Prozent der Bestandshalter und 38 Prozent der Asset Manager eine große Bedeutung bei. Beide Gruppen legen zudem Wert auf eine hohe Servicequalität. Die Bestandshalter zeigen sich indes sensibler hinsichtlich der Kosten: So bewerten 36 Prozent geringe Kosten durch effizientes Property und Facility Management als wesentlichen Erfolgsfaktor, während dies nur 12 Prozent der Asset Manager so sehen. Ähnlich beim Faktor „Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten“: Er hat für 42 Prozent der Bestandshalter eine hohe Priorität, während das nur für 13 Prozent der Asset Manager gilt, so die Studie.

Outsourcing und Konsolidierung

Der Untersuchung zufolge hat sich ein Trend der Vergangenheit in der Praxis nur bedingt bewährt: Asset und Property Management wurden oft aus einer Hand angeboten. "Das hat sich nicht in jedem Fall als erfolgreich erwiesen", sagt Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate. Die Abgrenzung zum Property und Facility Management dürfte künftig deutlicher werden. Noch ist beispielsweise das Objektmanagement bei vier von zehn der befragten Asset Manager intern angesiedelt. Als weiteren Trend für die Zukunft identifiziert die Studie eine zunehmende Konsolidierung der Dienstleister. "Die Anbieter werden sich weiter aufsplitten in sehr große, vollumfängliche Asset Manager und sehr kleine, spezialisierte Unternehmen", so Dietmar Fischer.

Wichtiger dürfte auch das Asset Management für Wohnungen in peripheren Lagen und als Teilleistung beim Neubau werden.

Komplexität liegt im aufwändigen Massengeschäft begründet

Die Komplexität liege vor allem darin begründet, dass es sich beim Asset Management für Wohnimmobilien um ein aufwändiges Massengeschäft handle, so Stefan Korthals, Geschäftsführer der Corpus Sireo Asset Management Residential GmbH, was unter anderem eine Folge der kleinteiligen Mieterstruktur sei. "Gerade bei umfangreichen Beständen zeigen Maßnahmen zur Portfoliooptimierung teilweise erst deutlich später Wirkung, als dies bei gewerblicher Nutzung mit größeren Mieteinheiten und einer geringeren Zahl an Mietern möglich ist", erklärt Fischer.

Internationale Kennzahlen auch bei Wohnimmobilien-Management wichtiger

Deutsche Asset Manager setzen beim Reporting und bei der Steuerung der Wohnungsportfolios zunehmend auf international übliche Kennzahlen. Als besonders wichtig wird der Studie zufolge der laufende Cashflow und der Internal Rate of Return (IRR) gewertet. Als Ertrags- und Risikokennzahlen stehen die Leerstandsrate, die Mietentwicklung sowie die Veränderung bei Mietrückständen im besonderen Fokus. Die wichtigste Marktkennzahl ist die vor Ort erzielbare Miete – sowohl die Marktmiete als auch die nach Mietspiegel mögliche Höhe.

Relevante Trends im Real Estate Asset Management für Wohnimmobilien

Bestandshalter und Asset Manager sehen den demografischen Wandel als wichtigsten Faktor für das Asset Management von Wohnimmobilien. Es folgen die Themen "Schere zwischen Arm und Reich", "Pluralität der Lebenskonzepte" und "Klimaschutz". Im Hinblick auf die Einflüsse der Wirtschaft divergieren die Ansichten der befragten Gruppen stärker. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden nur von einem geringen Teil der Bestandshalter (12 Prozent) als relevant für die weitere Entwicklung des Asset Managements im Wohnimmobiliensegment gesehen. Unter den Asset Managern sind immerhin vier von zehn Befragten dieser Meinung. Insgesamt ist festzustellen, dass auf der Seite der Asset Manager mehr Befragte eine Beeinflussung der Wohnungswirtschaft durch Megatrends erwarten als auf der Seite der Bestandshalter.

Zur Studie

Die Studie stützt sich auf eine im Sommer 2013 durchgeführte Marktuntersuchung von EY Real Estate und Corpus Sireo. Dazu wurden 33 Gesellschaften befragt. Die Befragung erfolgte anhand eines standardisierten Fragebogens und richtete sich sowohl an reine Asset Manager, als auch an Bestandshalter und Investoren, die zusammen ein Immobilienvermögen von rund 75 Mrd. Euro betreuen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Asset Management

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