04.08.2015 | Empirica/LBS Research

Immobilienanteil am Haushaltsvermögen geht zurück

Steigende Immobilienpreise erschweren Ersterwerbern den Einstieg ins Wohneigentum
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Anteil des Immobilienvermögens am Gesamtvermögen privater Haushalte in Deutschland ist seit 1993 um bis zu fünf Prozent zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Forschungsinstituts Empirica und LBS Research. Der größte Vermögenswert bleibt aber die selbstgenutzte Immobilie: Im Westen entfallen 66 Prozent des Haushaltsnettovermögens darauf, im Osten 55 Prozent.

1993 betrug der Anteil des Immobilienvermögens am Gesamtvermögen eines Haushalts noch annähernd 70 Prozent (in den neuen Ländern 60 Prozent).

Den Auswertungen zufolge besitzt der durchschnittliche Haushalt im früheren Bundesgebiet ein Gesamtvermögen von 170.000 Euro. Abzüglich der Schulden in Höhe von im Schnitt 31.000 Euro (überwiegend Immobilienkredite) verbleibt ein Nettovermögen von 139.000 Euro. Das sind 5.000 Euro weniger als noch vor zehn Jahren, so LBS Research.

Die Stagnation bei der Vermögensbildung in den letzten zehn Jahren geht nach der Analyse auf niedrige Immobilienpreise in den Jahren zwischen 2003 und 2008 und auf sinkende Geldvermögen zwischen 2008 und 2013 zurück. Seit 2008 sinken hingegen die Geldvermögen, während sich die Immobilienpreise wieder erholen.

Die in den Jahren vor 2013 zu beobachtende Schrumpfung der Geldvermögen dürfte, so die Forscher, unmittelbare Folge der niedrigen Kapitalmarktzinsen sein. Niedrige Zinsen bilden kaum Anreiz zum Sparen und verleiten zu Konsum und erhöhter Kreditaufnahme.

Für die künftigen Erwerber von Wohneigentum ist dieser Mix durchaus problematisch, so LBS Research. Denn die niedrigen Zinsen gehen seit 2013 einher mit steigenden Immobilienpreisen, insbesondere verursacht durch den "Run" auf deutsche Immobilien als Kapitalanlage, aber auch durch eine über viele Jahre zu geringe Neubautätigkeit bei wachsenden Haushaltszahlen und erhöhter Zuwanderung.

Während Immobilienbesitzer steigende Immobilienpreise als Vermögenszuwachs verbuchen könnten, erschwerten sie Ersterwerbern den Einstieg ins Wohneigentum.

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