| IMR-Marktstudie

Offene Immobilienfonds: 76 Prozent der Anleger wünschen sich mehr Sicherheit

Anleger sind vorsichtiger geworden: Das neue Kapitalanlagen-Gesetz wird weitgehend befürwortet
Bild: Michael Staudinger ⁄

Eine Mehrheit von 76 Prozent deutscher Anleger priorisiert bei offenen Immobilienfonds sicherheitsorientierte Fondsmodelle. Nur 24 Prozent der Befragten ziehen die kurzfristige Liquidierbarkeit ihrer Einlagen vor. Das ergibt eine Studie des IMR Institute for Marketing Research.

Weitere zentrale Ergebnisse der Untersuchung im April 2013 waren darüber hinaus, dass derzeit die Anlageklasse offene Immobilienfonds von potenziellen Investoren als wenig attraktiv wahrgenommen wird, eine geplante Gesetzesnovelle mit erhöhten Schutzmechanismen aber das Interesse dieser potenziellen Anleger wieder wecken würde. Bezogen auf alle Geldanlagemöglichkeiten ist Sicherheit aktuell für 71 Prozent der Befragten das ausschlaggebende Kriterium für eine Kapitalanlage.

Die geänderte Einstellung der Anleger ist nach Einschätzung des IMR Institute for Marketing Research, Frankfurt, eine Reaktion auf die im Jahr 2008 durch die Lehman-Pleite entstandene Krise zahlreicher offener Immobilienfonds, die durch die unerwarteten und hohen Rückgabewünsche vieler Anleger aufgrund zu geringer Fonds-Liquidität geschlossen werden mussten. Dazu IMR-Geschäftsführer Thomas Wiemers: "Die seit 2008 schwelende Finanzmarktkrise hat die grundsätzlichen Strukturprobleme offener Immobilienfonds erstmals zutage treten lassen. Deshalb verlangen die Anleger heute verständlicherweise nach neuen, in erster Linie sehr sicheren Konzepten offener Immobilienfonds."

Offene Immobilienfonds derzeit wenig attraktiv

Dass Investoren die Anlageklasse offene Immobilienfonds derzeit als wenig attraktiv wahrnehmen, spiegelt die Antwort von nur acht Prozent der Befragten wider, die sicher oder sogar sehr sicher wieder in offene Immobilienfonds investieren würden. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, sich mit offenen Immobilienfonds gut oder sehr gut auszukennen, lediglich acht Prozent halten offenen Immobilienfonds
für eine sichere beziehungsweise sehr sichere Geldanlage.

Gesetzesnovellen mit erhöhten Schutzmechanismen wecken neues Interesse

42 Prozent der Befragten gaben an, ihr Interesse an offenen Immobilienfonds würde durch Gesetzesnovellen mit erhöhten Schutzmechanismen gesteigert. Allerdings haben bisher nur acht Prozent bereits von den Neuregelungen gehört.

Dennoch bestätigen die deutschen Anleger in der Befragung damit indirekt die aktuellen Pläne der Bundesregierung für das künftige Kapitalanlagen-Gesetzbuch, das im Sommer in Kraft treten wird. Darin soll anstelle der börsentäglichen Verfügbarkeit künftig eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten für offene Immobilienfonds gesetzlich vorgeschrieben werden, um die Gefahr von Fondsschließungen und Abwicklungen zu verhindern.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfonds

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