Kleine Wohnungen sind gefragt: Die Zahl der Singlehaushalte steigt – in Hamburg wohnt schon jeder Zweite alleine. Bild: www.f1online.de

Einst Nischenprodukt, sind sie inzwischen zur etablierten Anlageklasse geworden: vollausgestattete Mikroapartments für Azubis, Student-Housing, zentrale Ein-Zimmer-Wohnungen für Pendler. Das so genannte "Temporäre Wohnen" ist ein Thema mit steigender Relevanz. Das zeigt eine Studie der HSH Nordbank am Beispiel von Hamburg. Die Nachfrage nach Wohnen auf Zeit in möblierten Apartments ist groß und damit auch für Vermieter attraktiv.

2016 wurden in Deutschland Studentenwohnanlagen für fast eine Dreiviertelmilliarde Euro gehandelt – 2017 wird die Milliardengrenze geknackt, wie eine Studie von Savills zeigt. Und JLL zufolge hat sich das Engagement am Markt für Studentenwohnungen zwischen 2011 und 2016 vervierfacht.

Ein wichtiger Indikator für die Nachfrage nach temporärem Wohnraum ist laut HSH Nordbank die Zahl der Einpersonenhaushalte. Alleine für Hamburg wird demnach ein jährliches Bevölkerungswachstum von etwa 9.600 Einwohnern prognostiziert; dabei soll die Zahl der Alleinlebenden um 3.700 pro Jahr steigen. Bereits heute leben der Studie zufolge 50 Prozent der Hamburger in einem Einpersonenhaushalt – in der Innenstadt sind es zwei von drei Haushalten.

Zahl der Studierenden steigt

Eine bedeutende Nachfrage für Temporäres Wohnen haben der Studie zufolge Studierende und das bundesweit. Mit mehr als 340.000 ausländischen Studierenden zählt Deutschland damit zu den Top-5-Studienstandorten weltweit. Auch andere Modelle etablieren sich inzwischen: In Berlin hat im April ein Co-Living-Space eröffnet, in dem junge Berufstätige und internationale Unternehmer berufliche Interessen teilen und gemeinsam wohnen.

In Hamburg ist die Zahl der Studierenden laut HSH Nordbank in den vergangenen neun Jahren um 40 Prozent auf aktuell rund 100.000 gewachsen, dabei stammt jeder zehnte Studierende aus dem Ausland. Gleichzeitig ist Wohnraum in der Hansestadt knapp. Es fehlt vor allem an kleinen Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Laut HSH Nordbank fehlen bis zum Jahr 2020 rund 2.800 Wohnungen dieser Art pro Jahr. Studierende, Singles und Pendler konkurrieren vor allem in den Innenstädten um kompakten Wohnraum.

"In kaum einem anderen Immobiliensegment fallen Nachfrage und Angebot so stark auseinander wie beim Wohnen auf Zeit", sagt Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden bei der HSH Nordbank. Neben Studierenden sind der Studie zufolge Menschen in Ausbildung und Berufsanfänger wichtige Nachfrager. Rund 38.000 Auszubildende sind laut Handelskammer Hamburg aktuell in der Stadt beschäftigt und auf der Suche nach kleinen, zentral gelegenen Wohnungen.

Größtes temporäres Wohnprojekt "The Fizz" im Bau

Die International Campus AG entwickelt in Hamburg derzeit vier Projekte: in Altona, am Holstenwall, am Rödingsmarkt und an der Adenauer Allee/Steindamm entstehen laut HSH Nordbank insgesamt mehr als 1.500 Apartments. Die Kaltmieten der Azubi-Apartments sollen ab 220 Euro pro Monat erhältlich sein. Die Fertigstellung ist für das Sommersemester 2019 geplant.

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