17.03.2016 | Destatis

2015: 8,4 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohnungen

In Einfamilienhäusern wurden 7.100 neue Wohnungen genehmigt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Im Jahr 2015 wurde in Deutschland der Bau von 309.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 8,4 Prozent oder 24.000 Wohnungen mehr als im Jahr 2014, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das Ergebnis resultiert maßgeblich aus dem Anstieg der Genehmigungen von Wohnungen in Einfamilienhäusern (plus 8,1 Prozent). Die Wohnungswirtschaft hat erneut die gezielte Förderung von bezahlbaren Wohnungen gefordert.

Von den genehmigten Wohnungen waren insgesamt 264.000 Neubauwohnungen in Wohngebäuden, das sind 7,5 Prozent mehr als 2014. In Mehrfamilienhäusern wurden 8.900 (plus 6,9 Prozent), in Einfamilienhäusern 7.100 neue Wohnungen genehmigt. Die Genehmigungen für Zweifamilienhäuser legten im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent (plus 1.000 Wohnungen) zu.

Für Wohnungen in Wohnheimen erreichten die Genehmigungen einen Zuwachs um 12,5 Prozent (plus 1.300 Wohnungen), nachdem sie bereits im Vorjahr um 31,1 Prozent (plus 2.500 Wohnungen) gestiegen waren. Im Zeitraum 2013 bis 2015 stieg die Anzahl genehmigter Wohnungen in Wohnheimen damit insgesamt um 47,6 Prozent.

GdW: Bau von bezahlbaren Wohnungen zielgerichtet fördern

"Die Dynamik bei den Baugenehmigungen ist positiv, sie reicht aber nicht aus", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Gerade angesichts der stark steigenden Zuwanderung müsse die Politik sofort wirksame Maßnahmen ergreifen, damit mehr bezahlbare Wohnungen entstünden.

Derzeit belaufe sich das Wohnungsdefizit in Deutschland insgesamt auf mindestens 800.000 Wohnungen. Die anhaltende Flüchtlingszuwanderung erhöhe aber den Handlungsdruck insbesondere in den Wachstumsregionen. Konkret müssten in Deutschland bis 2020 jährlich insgesamt rund 400.000 Wohnungen und damit rund 140.000 Mietwohnungen mehr als in diesem Jahr gebaut werden – davon 80.000 Sozialwohnungen und 60.000 Einheiten im bezahlbaren Wohnungssegment.

Der GdW appelliert an Bund, Länder und Kommunen, den Wohnungsbau in den Ballungsregionen zielgerichtet zu fördern, um für viele Mieter untragbare Preise zu verhindern. Dazu gehören neben der Abgabe von Grundstücken nach Konzeptqualität anstelle von Höchstpreisen auch ein Stopp bei den Steuerpreisspiralen und wirksame Maßnahmen zur Senkung von Baukosten. 

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Baugenehmigung, Wohnung, Neubau

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