Das weltweite Investitionsvolumen ist in diesem Jahr gegenüber 2017 noch einmal deutlich um 18 Prozent gestiegen – geopolitischer Unsicherheiten ungeachtet. 1,8 Billionen US-Dollar wurden laut dem Report "Winning in Growth Cities" von Cushman & Wakefield in Immobilien angelegt. 52 Prozent aller Transaktionen fanden in Asien statt und 45 Prozent der asiatischen Käufer waren an Investitionen im Ausland beteiligt. Besonders beliebt ist London.

Asiatische Investoren waren die aktivsten Investoren auch in der britischen Hauptstadt und steigerten die Transaktionen im Laufe des Jahres um 47 Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar. 94 Prozent des aus dem Asien-Pazifik- Raum stammenden Kapitals wurden in London in die Assetklasse Büro investiert. Asiatische Investoren zieht es auch verstärkt nach Deutschland, wie eine Studie von Savills zeigt.

Unter den international agierenden Investoren bleibt zum neunten Mal in zehn Jahren, laut Analysen von Cushman & Wakefield, London der unangefochtene Liebling an der Spitze – trotz Brexit, während New York von Platz zwei auf Platz sechs rutschte. Hongkong rückte um 14 Plätze auf den zweiten Platz vor.

Zum ersten Mal seit Aufzeichnungsbeginn wurde New York damit aus den Top 5 der international agierenden Investoren verdrängt. Gründe hierfür sind laut Cushman & Wakefield geopolitische Spannungen, die zu einem Investitionsrückzug einiger Akteure führten. Keine US-amerikanische Stadt ist unter den Top 5 der international agierenden Investoren vertreten. Die einzige deutsche Stadt unter den Top 10 ist Berlin.

Paris und Amsterdam belegen zum zweiten Mal den dritten sowie vierten Platz und Madrid schafft es zum ersten Mal seit 2009 in die Top 5.

New York weiterhin größter Immobilienmarkt

Doch der Markt bleibt heiß umkämpft und hochpreisig. In Bezug auf das Investitionsvolumen bleibt New York laut Cushman & Wakefield Spitzenreiter als weltweit größter Immobilienmarkt, gefolgt von Los Angeles und dann erst London. Paris hat vor Hongkong den vierten Platz erobert.

Sechs der Top-10-Städte mit dem höchsten Investitionsvolumen befinden sich in den USA, während Europa und Asien mit jeweils nur zwei Städten vertreten sind. Trotz der politischen Unsicherheit über den Brexit hat sich London als wichtigster europäischer Markt behauptet, was insbesondere auf mehrere bedeutende Bürotransaktionen zurückzuführen ist.

Top-Markt in Asien ist Hongkong

Hongkong ist laut Cushman & Wakefield mit einer Zuwachsrate von 68 Prozent (plus drei Plätze gegenüber 2017) der Top-Markt in Asien und ist die erste Stadt, die es in drei aufeinander folgenden Jahren in die Top 5 der Städte mit dem höchsten Investitionsvolumen geschafft hat. Investitionen in asiatischen Städten sind überwiegend dem inländischen Kapital vorbehalten. Doch auch Investoren aus dem Asien-Pazifik-Raum haben ihren Marktanteil gesteigert.

Toronto ist die erste kanadische Stadt seit fünf Jahren, die sich einen Platz in den Top 25 erobern konnte: Hier ist das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr nach Berechnungen von Cushman & Wakefield um 50 Prozent gestiegen.

Regional betrachtet ist der Anstieg des Transaktionsvolumens in Nordamerika von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders gering. Das Investitionsvolumen im Asien-Pazifik-Raum ist um 32 Prozent gestiegen, das in Europa um 16 Prozent.

Prognose: Investitionsvolumen steigt 2019 weiter

"Wir beobachten, dass viele Investoren ihr Immobilienengagement erhöhen und ihre Strategien entsprechend dem vielfältigen Angebot und den Risikoprofilen ausrichten", sagt Carlo Barel di Sant’Albano, Head of Global Capital Markets von Cushman & Wakefield.

Aufgrund des derzeitigen Investitionsumfeldes könnte das Investitionsvolumen laut Cushman & Wakefield 2019 noch einmal um bis zu zwei Prozent über dem aktuellen Niveau liegen. Es deutet laut Cushman & Wakefield wenig darauf hin, dass sich der Zyklus dem Ende zuneigt beziehungsweise dass eine Rezession bevorsteht.

"Neu dürfte im kommenden Jahr die Ausweitung der Investitionsmöglichkeiten sein: Einige Investoren werden ihre Strategie ändern und Gewinne mitnehmen wollen, während andere von steigenden Fremdkapitalkosten und der Notwendigkeit der Kapitalbeschaffung betroffen sind und weitere Partner zum gemeinsamen Investieren und Bauen suchen", sagt David Hutchings, Head of Investment Strategy, EMEA Capital Markets von Cushman & Wakefield und Autor des Berichts, abschließend.

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