21.12.2015 | Colliers

51 Prozent der Institutionellen wollen 2016 in Deutschland investieren

Colliers: die Schuldenaufnahme wird trotz der geringen Risikofreudigkeit 2016 eine wichtigere Rolle im Markt spielen
Bild: Haufe Online Redaktion

Rund 51 Prozent der internationalen institutionellen Investoren geben Deutschland als Zielland ihrer künftigen Immobilieninvestitionen an. Die Bundesrepublik steht dabei auf Platz 3 weltweit. Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Colliers-Studie "Global Investor Outlook (GIO) für 2016. 52 Prozent gaben außerdem an, dass sie mehr Geld anlegen werden.

Zudem gehen die Investoren davon aus, dass die Renditen weiter sinken werden. In Verbindung mit relativ geringen Verschuldungsquoten würde der neue Kapitalstrom das Klima stabiler Immobilienrenditen weiter festigen, glaubt Colliers.

Top 10 der Investoren-Zielländer

  1. USA 79 Prozent
  2. UK 55 Prozent
  3. Deutschland 51 Prozent
  4. Australien 40 Prozent
  5. Frankreich 34 Prozent
  6. Japan 32 Prozent
  7. Spanien 25 Prozent
  8. Singapur 22 Prozent
  9. Niederlande 21 Prozent
  10. Kanada 19 Prozent

Der GIO für 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass die Schuldenaufnahme trotz der geringen Risikofreudigkeit im nächsten Jahr eine wichtigere Rolle im Markt spielen wird, da Investoren ihre Barkapitalrenditen steigern wollen.

Nach Angaben von Colliers International könnten in den nächsten Jahren bis zu 400 Milliarden US-Dollar an institutionellem Kapital in den globalen Immobilienmarkt fließen. So könnte die Barmittelknappheit, die durch die schlechte Performance traditioneller festverzinslicher Anlagen verursacht wird, aufgefangen und letztlich gestoppt werden.

Ergebnisse im Einzelnen

Die Colliers-Studie zeigt, dass 52 Prozent der Multi-Asset-Investoren ihre Immobilienkontingente erhöhen möchten. 36 Prozent wollen keinerlei Veränderungen vornehmen und nur elf Prozent planen, ihre Investitionen zurückzufahren.

Private Equity Funds (63 Prozent), Immobilienunternehmen einschließlich REITS (61 Prozent) und institutionelle Anleger (51 Prozent) beabsichtigen, ihre Investitionen 2016 auszubauen. Bei amerikanischen Anlegern sind dies 61 Prozent, in EMEA 51 Prozent und in Asien-Pazifik 43 Prozent.

Investoren suchen nach höheren Werten in Europa

Die europäischen Transaktionsvolumina werden 2016 voraussichtlich weiter steigen. Dafür sind laut Colliers vor allem Spitzenmärkte und die attraktiven Kreditbedingungen ausschlaggebend. Allerdings dürften weniger Investoren am Ende auch Nettokäufer sein.

US-Investoren bleiben weiterhin in Europa engagiert, wobei ein Drittel von ihnen in den kommenden zwölf Monaten in EMEA investieren will. Investoren, die nicht aus EMEA kommen, konzentrieren sich üblicherweise stärker auf London, Paris und die wichtigsten deutschen Städte, haben aber auch Madrid im Fokus.

Kapital aus Asien wird sich 2016 weiterhin auf London und deutsche Städte konzentrieren, was die geringe Risikofreudigkeit der Investoren unterstreicht.

Rückkehr der Verschuldung als Renditestütze

Im Rahmen des GIO wurde weiterhin festgestellt, dass drei Viertel (75 Prozent) der Investoren aus Großbritannien Schulden aufnehmen würden, während es 2013 noch 65 Prozent waren. In den USA wären 87 Prozent der Anleger bereit, Schulden einzusetzen, nachdem dies 2013 nur 63 Prozent angegeben hatten.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Anlegern in den USA, von denen 40 Prozent interne Renditequoten (internal rate of returns, IRR) von über 16 Prozent erfüllen müssen. Es wird erwartet, dass 63 Prozent dieser Investoren auf Fremdfinanzierungen von über 51 Prozent zurückgreifen werden. Die Mehrheit der britischen Investoren strebt fremdfinanzierte IRR zwischen elf und 15 Prozent an.

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