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36,1 Prozent weniger Zwangsversteigerungen in Bremen

Bremen verzeichnet den stärksten Rückgang
Bild: Jens Bembennek ⁄

In fast allen Bundesländern fanden dem Wirtschaftsverlag Argetra zufolge im ersten Halbjahr 2015 weniger Zwangsversteigerungen statt. Am deutlichsten gingen sie mit minus 36,1 Prozent in Bremen zurück. In den neuen Ländern setzt sich der rückläufige Trend insgesamt mit einem Minus von 8,4 Prozent fort. In den alten Ländern ergibt sich ein Minus von 12,2 Prozent.

Bei den vierzig Städten mit den meisten Zwangsversteigerungsterminen führt weiterhin Leipzig. Chemnitz liegt auf Platz 2 und Berlin bleibt auf Platz 3. Die Schlusslichter im positiven Sinne sind Magdeburg und Hamburg auf den Plätzen 39 und 40.

In den Städten Görlitz (plus 30,1 Prozent), Alsfeld (plus 51,8 Prozent), Celle (plus 40,2 Prozent) und Regensburg (plus 66,1 Prozent) gab es signifikante Zuwächse. Den Sprung aus der Top 40 Liste schafften neun Städte, darunter München.

Volumen in Stück und Wert

Deutschlandweit wurden insgesamt Immobilien mit Verkehrswerten von rund 3,3 Milliarden Euro aufgerufen.

Betrachtet man die Anzahl der Termine pro 100.000 Haushalte, so ist die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine zum Beispiel in Sachsen-Anhalt trotz eines Rückgangs von 14,9 Prozent noch immer fast vier Mal so hoch wie in Bayern. Durchschnittlich waren 51 Haushalte (Vorjahr 57) bezogen auf je 100.000 Haushalte betroffen.

Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser steigt um 2,1 Prozent

Fast 70 Prozent aller Termine und auch Immobilien entfallen auf Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser. Der Rest entfällt auf Gewerbegrundstücke, Wohn- und Geschäftshäuser sowie Grundstücke und sonstige Immobilien.

Die Banken dürfen gerade die Finanzierungen von Wohnimmobilien als risikoarmes Geschäft definieren. Aber hier kumulieren sich seit Jahren die Risiken. So stieg der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem Plus von 2,1 Prozent, gefolgt von den Eigentumswohnungen mit plus 0,8 Prozent. Gewerbeobjekte, Wohn- und Geschäftshäuser nahmen im ersten Halbjahr 2015 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht ab.

Resümee

Im ersten Halbjahr 2015 wurden im ersten Halbjahr 2.600 weniger Termine aufgerufen als im Vergleichszeitraum 2014. Das ist ein Minus von 11,3 Prozent. Gab es im ersten Halbjahr 2013 gegenüber 2012 noch 10.000 Termine weniger, so ist der Rückgang 2015 moderater ausgefallen. Die höheren Bewertungen von Gutachtern halten die aufgerufenen Verkehrswerte auf einem Niveau von 3,4 Milliarden Euro (minus sieben Prozent).

Die aktuell ausgewerteten Verkehrswertgutachten zeigen, dass gegenüber dem Vorjahr die Verkehrswerte rund fünf Prozent höher bewertet werden. Die durchschnittliche Immobilie wurde mit 164.500 Euro aufgerufen. Die regionalen Schwankungen sind allerdings beträchtlich: In Sachsen liegt der Mindestbetrag bei 85.000 Euro, in Hamburg zahlt man im Durchschnitt 444.000 Euro.

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Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Zwangsversteigerung

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