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Gewerbeimmobilienmarkt: Zahl der Investments stieg 2015 um 40 Prozent an

50 Prozent der Investments im Retailbereich entfällt auf Portfoliodeals: etwa den Verkauf des Großteils der Kaufhof-Immobilien
Bild: Metro AG

2015 wurden laut JLL 55,1 Milliarden Euro in deutsche Gewerbeimmobilien angelegt. BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) kommt auf 56 Milliarden Euro, was verglichen mit 2014 in beiden Fällen einen Anstieg um 40 Prozent entspricht. Büroobjekte trugen mit 23,6 Milliarden Euro 42 Prozent zum Ergebnis bei (JLL: knapp 23 Milliarden Euro, 41 Prozent). Einen deutschen Rekord als Stadt erzielte Berlin mit rund acht Milliarden Euro.

Verantwortlich für das Ergebnis ist vor allem der Rekordumsatz mit Einzeltransaktionen, der laut BNPPRE und JLL 30 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Insgesamt wurden 36,2 Milliarden Euro (BNPPRE) in Einzelobjekte investiert. Büroobjekte, wie das Trianon oder der Eurotower in Frankfurt, standen in der Gunst der Investoren ganz oben und zeichnen für über die Hälfte der Großdeals verantwortlich.

Portfolioverkäufe legten laut BNPPRE um rund 63 Prozent auf 20,05 Milliarden Euro zu. JLL geht von einem Plus um knapp 60 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro beim Portfoliovolumen aus. 

Der Anteil ausländischer Investoren beläuft sich insgesamt auf 50 Prozent (BNPPRE). Im Portfoliosegment dominieren sie mit zwei Drittel das Investitionsgeschehen, wohingegen ihre Beteiligung bei Einzeltransaktionen bei rund 39 Prozent liegt. Asiatische Investoren und Anleger aus dem Nahen Osten kommen zusammen mittlerweile auf knapp fünf Milliarden Euro Transaktionsvolumen.

Büroobjekte dominieren mit einem Anteil von 42 Prozent

Retail Investments machten laut BNPPRE ein Drittel der Gesamtinvestments aus (18,5 Milliarden Euro). Die Hälfte hiervon entfällt auf großvolumige Portfoliodeals, wie den Verkauf des Großteils der Kaufhof-Immobilien. JLL kommt auf ein Volumen von 17 Milliarden Euro (31 Prozent).

Rang drei belegen Logistikverkäufe, die rund acht Prozent und 4,65 Milliarden Euro (JLL: sieben Prozent) zum Umsatz beitragen und damit einen neuen Rekord aufstellen. Ähnlich sieht es bei Hoteltransaktionen aus, die für knapp acht Prozent (4,39 Milliarden Euro) verantwortlich zeichnen. Sie konnten ihr bisheriges Top-Ergebnis aus dem Jahr 2014 um fast 43 Prozent überbieten.

Berlin an der Spitze

Mit 53 Prozent und 29,64 Milliarden Euro (BNPPRE) entfällt über die Hälfte des Investmentumsatzes auf Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München.

Inklusive Stuttgart beläuft sich das Transaktionsvolumen laut JLL auf 31 Milliarden Euro, was JLL zufolge nur einem Plus von 35 Prozent gegenüber 2014 entspricht.

Spitze ist Berlin, wo laut JLL und BNPPRE rund acht Milliarden Euro (plus 94 Prozent) investiert wurden. Nahezu gleichauf folgen BNPPRE zufolge mit jeweils rund sechs Milliarden Euro Frankfurt (plus 13 Prozent) und München (plus zwölf Prozent). Platz vier geht an Hamburg, wo 3,98 Milliarden Euro (plus vier Prozent) umgesetzt wurden. Neue Rekorde aufgestellt haben demnach auch Düsseldorf mit knapp 3,2 Milliarden Euro (plus 47 Prozent) und Köln mit 2,18 Milliarden Euro (plus 63 Prozent).

Anhaltende Renditekompression

Wie JLL ermittelte, sind nicht nur die großen Metropolen marktbestimmend, sondern haben auch Investitionen außerhalb der Big 7 mit rund 43 Prozent auf 24 Milliarden Euro gegenüber 2014 überproportional zugelegt.

In nahezu allen Segmenten beobachtete der Immobilienberater im vierten Quartal 2015 dabei weitere Renditerückgänge. Im Bürobereich haben sich die Spitzenrenditen laut JLL um weitere sieben Basispunkte im Vergleich zum Vorquartal reduziert, im Schnitt über alle Big 7 werden 4,15 Prozent erzielt. 

Haufe Online Redaktion

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