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2011 wurden in Deutschland 14,6 Prozent mehr Wohnungen gebaut

Einen Zuwachs von 15,5 Prozent gab es bei neuen Mehrfamilienhäusern
Bild: MEV-Verlag, Germany

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland deutlich mehr Wohnungen fertiggestellt worden als 2010. Mit rund 183.000 Wohnungen wurde der Vorjahreswert um 23.000 Stück oder 14,6 Prozent übertroffen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Einen hohen Zuwachs von 15,5 Prozent gab es bei den rund 61.000 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern. Die Zahl der fertiggestellten Einfamilienhäuser kletterte um 14,3 Prozent auf 81.100. Einen Boom mit einem Zuwachs von 72,2 Prozent gab es bei Wohnungen in Wohnheimen. Hier entstanden knapp 3.000 neue Einheiten. Auch in bestehenden Gebäuden wurden knapp 19.000 neue Wohnungen geschaffen. Der deutsche Wohnungsbau hatte im Jahr 2009 mit 159.000 Wohnungen einen Tiefpunkt erreicht

„Die Entwicklung ist erfreulich, doch reichen die Zahlen bei Weitem noch nicht aus, um die Bedarfslücke zu schließen," sagt Walter Rasch, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Gerade Familien mit niedrigen Einkommen oder mehreren Kindern seien nicht die Adressaten für Neubau, da Neuvermietungen in angespannten Wohnungsmärkten im Schnitt bei 9,50 Euro pro Quadratmeter kalt beginnen.

Der Raumordnungsbericht 2011 geht von einem jährlichen Bedarf von mindestens 183.000 Wohneinheiten aus, also nochmals knapp 14 Prozent mehr. Erst seit den vergangenen zwei Jahren lässt sich ein leichter Anstieg der Baufertigstellungszahlen verzeichnen, allerdings ausgehend von einem geringen Niveau. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2000 wurden noch fast 370.000 Neubauwohnungen errichtet.

Mit Blick auf eine mögliche EnEV-Verschärfung und die anstehende Baugesetzbuchnovellierung warnt Rasch: „Damit der Wohnungsbau langfristig anzieht und die Unternehmen den Bedarf decken können, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, wie mehr Bauland in Ballungsgebieten, sinnvolle Konzepte für energetische Stadtsanierung in Schrumpfungsgebieten und steuerliche Anreize für Neubau und Bestand“.

Der Wohnungsneubau müsse auch der demografischen Entwicklung Rechnung tragen und sich den geänderten Bedürfnissen anpassen. Besonders die Anzahl von Ein- und Zweipersonenhaushalten werde in den kommenden Jahren zunehmen. Bei sinkender Bevölkerungsstärke ist die Zahl der Haushalte bereits seit dem Jahr 2005 um 2,9 Prozent auf 40,3 Millionen Haushalte gestiegen.

Schlagworte zum Thema:  Neubau, Wohnung

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