13.03.2015 | Engel & Völkers Commercial

18 Prozent mehr Investments in B-, C- und D-Städten

In Bremerhaven kostet ein Wohn- und Geschäftshaus lediglich 180.000 Euro
Bild: KyraG ⁄

Die Dynamik am Anlegermarkt schwächt sich weiter ab. Dabei geht der Trend zu kleineren Standorten, wie eine Untersuchung von Engel & Völkers Commercial von 50 deutschen Städten zeigt. Ein Ergebnis lautet: Anleger setzen zunehmend auf B-, C- und D-Städte. Dort ist seit 2009 die Anzahl der gehandelten Wohn- und Geschäftshäuser um bis zu 18 Prozent gestiegen.

Trotz Mietpreisbremse, Energieeinsparverordnung (EnEV) und Grunderwerbsteuererhöhungen stieg bundesweit das Marktumsatzvolumen bei Wohn- und Geschäftshäusern um eine Milliarde Euro auf rund 20,5 Milliarden Euro.

Aufgrund des begrenzten Objektangebots verbunden mit hohen Preisen, stehen insbesondere bei Anlegern, die ihr Vermögen nicht nur sichern wollen, zunehmend auch B-Städte im Fokus. Anders als bei gewerblichen Investments sind aber auch die guten und sehr guten Lagen in C- und D-Standorten interessant geworden, da dort noch interessante Renditen erzielt werden können.

Handel nimmt zu

Dass die C- und D-Städte gleichwohl sehr stark in der Gunst von Investoren gewonnen haben, lässt sich daran ablesen, dass dort 2013 erheblich mehr wohnwirtschaftliche Renditeobjekte gehandelt wurden als 2009 (plus 18 beziehungsweise plus 15 Prozent).

Der Blick hin zu den kleineren Städten zeigt auch, dass dort deutlich geringere Objektwerte pro Verkauf aufgerufen werden und man für sein Geld viel einfacher die Investition in eine Anlageimmobilie realisieren kann. Die mittleren Objektwerte liegen in B-Städten bei rund 680.000 Euro, in C-Städten bei 595.000 Euro und in D-Städten im Schnitt sogar deutlich unter 500.000 Euro.

Mittlerweile entfällt fast ein Drittel in den 50 betrachteten Städten erfassten Transaktionen auf 30 C- und D-Standorte, aufgrund der im Durchschnitt niedrigeren Kaufpreise allerdings nur 14 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens von 12,4 Milliarden Euro. Dagegen werden zwei Drittel des Gesamtumsatzes in den sieben A-Städten erzielt, 31 Prozent  allein in Berlin (3,8 Milliarden Euro).

Breites Anlagespektrum

Während in München der durchschnittliche Objektpreis in der guten Lage bei rund 5,5 Millionen Euro liegt (Rendite: zirka 3,8 Prozent) kostet ein Wohn- und Geschäftshaus in Bremerhaven lediglich rund 180.000 Euro. Die Rendite liegt dort bei über zehn Prozent.

Interessant ist ein Blick auf die Zeitspanne zwischen den Jahren 2009 und 2013. In diesem Zeitraum sind die durchschnittlichen Objektwerte in A- und B-Städten mit einem Plus von 52 beziehungsweise 51 Prozent deutlich stärker angestiegen als in den kleineren C- und D-Städten. Dort haben die Werte nur um jeweils 28 Prozent zugelegt.

Heute muss bei einem Objektkauf in einem A-Standort ein Investitionswert von im Mittel 2,3 Millionen Euro kalkuliert werden, 2009 waren es noch rund 1,5 Millionen Euro. Die Zahl der Transaktionen beziehungsweise Verkäufe von Wohn- und Geschäftshäusern ist dort im Vergleich zu 2009 leicht zurückgegangen.

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