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1,5 Prozent mehr genehmigte Wohnungen im 1. Quartal

In Mehrfamilienhäusern stiegen die Genehmigungen um drei Prozent
Bild: MEV-Verlag, Germany

Von Januar bis März 2015 wurde in Deutschland der Bau von 64.800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 1,5 Prozent oder 900 Wohnungen mehr als im ersten Quartal 2014. Dem Spitzenverband GdW zufolge lässt die Dynamik weiter nach. 

In Wohngebäuden wurden insgesamt 55.400 Neubauwohnungen genehmigt, das waren 0,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zunahme resultiert vor allem aus einem Anstieg von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus drei Prozent). Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern (minus 5,3 Prozent) und für Wohnungen in Einfamilienhäusern (minus zwei Prozent) nahmen dagegen ab.

Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude verringerte sich im ersten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 39,8 Millionen Kubikmeter (minus 13,2 Prozent). Dieser Rückgang geht auf die nichtöffentlichen Bauherren zurück (minus 16,7 Prozent). Bei den öffentlichen Bauherren wurde das Vorjahresergebnis dagegen deutlich überschritten (plus 35,5 Prozent).

GdW: Dynamik bei Baugenehmigungen lässt weiter nach

"Der zuletzt beobachtete Aufschwung bei den Baugenehmigungen büßt Anfang 2015 weiter an Dynamik ein", so Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im ersten Quartal 2014 hatte das Plus gegenüber dem Vorjahr noch bei 15,3 Prozent gelegen.

Das Wachstum bei den Baugenehmigungen setze sich zwar fort, ist aber deutlich weniger stark als im ersten Quartal 2014. Damals hatte das Plus gegenüber dem Vorjahr noch bei 15,3 Prozent gelegen. Im Geschosswohnungsbau wurden im ersten Quartal 2015 28.821 Wohnungen genehmigt, im Ein- und Zweifamilienhausbau 24.535 Wohnungen.

Die Politik müsse ein ganzes Bündel von Maßnahmen ergreifen, damit sich der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen langfristig fortsetze, so Gedaschko. Dazu gehörten neben der Abgabe von Grundstücken nach Konzeptqualität anstelle von Höchstpreisen auch ein Stopp bei den Steuerspiralen und wirksame Maßnahmen zur Senkung von Baukosten.

IVD: Anstieg bei Geschosswohnungen nur noch bei drei Prozent

"Der nachdenklich stimmende Trend aus 2014 setzt sich fort", kommentiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD, die aktuellen Zahlen. Das sei zu großen Teilen auf politische Regulierungen zurückzuführen, die Projektentwickler und Bauträger abschrecken.

Der IVD appelliert an die Kommunen, Bauprojekte zu fördern und laufende Genehmigungsverfahren zu flexibilisieren und zu beschleunigen. Dazu sei es auch nötig, die Zahl der Mitarbeiter in den Behörden zu erhöhen. "Wohnungsneubau ist nach wie vor das einzige wirksame Mittel gegen angespannte Wohnungsmärkte und steigende Mieten", so Schick weiter. "Die Politik sollte daher die Investitionsbedingungen für den Wohnungsbau verbessern und sie nicht durch immer neue Regularien verschärfen."

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien

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