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1. Halbjahr 2014: 9,6 Prozent mehr genehmigte Wohnungen

In Deutschland wird gebaut, gebaut, gebaut.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Von Januar bis Juni 2014 wurde in Deutschland der Bau von 136.800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 9,6 Prozent oder 12.000 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr 2013.

Damit setzte sich die seit 2010 anhaltende positive Entwicklung weiter fort. In Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr insgesamt 118.700 Neubauwohnungen genehmigt, das waren 7,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von dieser Zunahme profitierten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 12,8 Prozent).

Die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser gingen im ersten Halbjahr indes leicht zurück (minus 1,0 Prozent und minus 0,4 Prozent). Stark gestiegen ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen, hier erhöhte sich die Zahl der Genehmigungen binnen Jahresfrist um 14,3 Prozent auf fast genau 33 000. Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude ging von Januar bis Juni 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 92,2 Millionen Kubikmeter zurück. Dieser Rückgang sei auf die verringerte Zahl von Baugenehmigungen bei den öffentlichen Bauherren zurückzuführen, teilt das statistische Bundesamt mit (minus 21,7 Prozent).

Verbände fordern weniger Reglulierungen

„Die erneut gestiegenen Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2014 sind zu begrüßen und dringend notwendig, damit sich der bestehende Wohnraummangel in wachsenden Großstadtregionen in Deutschland nicht weiter verschärft“, kommentierte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die Zahlen. „Damit dieser positive Trend weiter anhält und sich die Situation am Mietwohnungsmarkt weiter entspannt, muss die Politik für ein dauerhaft Neubau-freundliches Klima sorgen“, so der GdW-Chef. Dazu gelte es unter anderem, bei der geplanten Mietpreisbremse, wie von Bundesjustizminister Maas bereits kürzlich angedeutet, den Neubau auszunehmen.  

Die gleiche Meinung vertritt der Immobilienverband IVD. „Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung“, sagte Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. „Endlich werden die Wohnungen gebaut, die die Wohnungsknappheit in den Ballungsräumen lindern können.“  Ein Vergleich mit den Baufertigstellungen zeige allerdings, dass die Schere zwischen Genehmigungen und Fertigstellungen größer wird. „Viele Bauprojekte scheitern auch noch nach der Genehmigung“, erklärt Schick. „In den zentralen Lagen der Ballungsregionen übersteigt die Nachfrage nach Wohnungen deshalb weiterhin das Angebot.“ Der IVD appelliert daher an die Kommunen, kurzfristig weiteres Bauland zur Verfügung zu stellen und die laufenden Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Dies gelte besonders vor dem Hintergrund der Mietpreisbremse.  

Auch Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland, sprach sich angesichts der veröffentlichten Zahlen gegen weitere Regulierungen des Marktes aus.

Schlagworte zum Thema:  Neubau, Baugenehmigung

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